Im Portrait: Phare d’Eckmühl – Fischkonserven seit 1853

Seit 1853 produziert die Familie Chancerelle bereits in der 6. Generation in Douarnenez im äußersten Westen der Bretagne Fischkonserven. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen damit die älteste noch produzierende Konservenfabrik der Welt. Phare d’Eckmühl ist die Bio- Marke für Feinkost-Fischkonserven. Ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen des Meeres war für das Familienunternehmen dabei immer selbstverständlich.

Mit ihrem Label „Sustainable Fish“ will das Unternehmen ein Zeichen setzen, in einer Industrie, die bislang eher durch Überfischung in den Schlagzeilen ist. Klar, dass dieses Unternehmen mit seinen Werten auch gut zu ebl-naturkost passt. Bei Phare d’Eckmühl sind selbstverständlich alle Zuchtfische und weiteren Zutaten bio-zertifiziert. Der Wildfang wird nur mit Methoden gefischt, die das Ökosystem der Meere in Takt lassen – dazu gleich noch mehr. Rund 700 Mitarbeiter*innen beschäftigt das Unternehmen. Neben einer nachhaltigen und ethisch-korrekten Fischfangpraxis wird auch großer Wert darauf gelegt, für alle Mitarbeiter*innen hohe Sozialstandards einzuhalten sowie die lokale Wirtschaft zu fördern und in Regionalkreisläufen zu denken. Selbstverständlich verzichtet man bei der Produktion auch auf Farb- und Konservierungsstoffe.

Alles beginnt mit den Fischern

Fisch ist die Lebensgrundlage des Unternehmens. Da ist es naheliegend, dass sich das Unternehmen für die Bewahrung eines gesunden Gleichgewichts der weltweiten Fischressourcen einsetzt. Deshalb wurde 1999 mit Phare d’Eckmühl die erste Bio-Fischkonserven-Marke ins Leben gerufen. Es war das erste Unternehmen Frankreichs, das sich nach MSC (ein Siegel für nachhaltigen Fischfang) zertifizieren ließ. Dies hat z. B. auch Greenpeace gewürdigt, die Phare d’Eckmühl bei den Dosenthunfisch-Marken zu den „Spitzenkandidaten der Nachhaltigkeit“ zählen. Seit 2019 wurden die Anstrengungen in diesem Bereich noch einmal verstärkt. In einem unabhängigen Audit werden seither die Bereiche Produktqualität, Ressourcenverwaltung sowie Soziales und Transparenz von einem unabhängigen Kontrollorgan, dem Bureau Veritas, auditiert und anerkannt. Aus diesem Audit heraus ist eine noch ambitioniertere, nachhaltige Fischfangpolitik mit dem neuen Label „Sustainable Fish“ entstanden.

Die Familie Chancerelle will als Pionier ein Zeichen setzen und zeigen: Nachhaltigkeit und Fischfang – das ist möglich! So hat man für Phare d’Eckmühl die Fangmethoden weiter an den Schutz der Wasserfauna angepasst. Thunfische werden beispielsweise einzeln mit der Angel gefangen, Lachse kommen aus kontrolliert biologischem Anbau und die Sardinen werden artgerechnet mit der „Bolinche“, einem speziell für die Sardinen-Fischerei entwickelten Netz, gefangen. Jeder Fang wird zudem vor Verwendung auf dessen Schadstoffgehalt überprüft. Auch maximale Transparenz ist dem Unternehmen wichtig. Für jede Konserve ist die Fischart, das Fischereigebiet, die Fangmethode, der Name des Fangschiffs und das Fangdatum hinterlegt. Schulungen der Fischer
gehören ebenso mit zum Konzept. Gerade die jungen Generationen der Fischer haben verstanden, dass ein Umdenken beim Fischfang auch für die Sicherung ihrer Existenz unumgänglich ist.

Ein „Weiter so“ gibt es nicht

Eines ist aber klar, bei aller Nachhaltigkeit, die Unternehmen beim Fang und der Verarbeitung der Fische berücksichtigen können: Das allein kann die Überfischung der Meere und die Zerstörung von Öko-Systemen nicht stoppen. Nur wenn sich alle Nationen an die Fangquoten halten, die an die Reproduktionsfähigkeit der Bestände angepasst sind, und wir aufhören, die Meere als unsere Müllhalde zu verstehen, kann sich dieses fragile Ökosystem wieder erholen. Dafür müssen Rückwürfe verboten und durch den Einsatz von angemessenen Fangmethoden verhindert werden. Zudem müssen die ausgewiesenen Schutzgebiete respektiert werden. Auch wir als Verbraucher*innen sollten unseren Teil dazu beitragen und unseren Fischkonsum entsprechend anpassen sowie ausschließlich zertifizierten Fisch genießen. Einen Überblick hierzu gibt zum Beispiel der Fischratgeber des WWF, den Sie unter fischratgeber.wwf.de finden.

Herzlich grüßt

Frank Braun (freier Autor)