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Zukunft statt Kohle

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    Zukunft statt Kohle

Zukunft statt Kohle

Unter dem Hashtag #HambiBleibt haben Menschen weltweit ihre Solidarität mit den Waldbesetzern im Hambacher Forst bekundet. Einst erstreckte sich der mit alten Buchen und Eichen über Jahrhunderte gewachsene Forst über 4.100 Hektar Fläche. Davon sind heut gerade einmal noch 200 Hektar übrig.

Der Rest wurde gerodet, um Platz zu machen für den Braunkohleabbau, den der Energiekonzern RWE dort betreibt. Obschon unstrittig ist, dass allein die Kohlestromproduktion für ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich ist, werden die Kohlebestände weiter abgebaut. Die Braunkohle ist mit einem Kohlenstoffdioxidausstoß von 1.161 Gramm pro Kilowattstunde der mit Abstand klimaschädlichste Energieträger. Erdgas stößt im Vergleich nur etwa ein Drittel davon aus - 411 Gramm pro Kilowattstunde. Warum bauen wir diesen Klimakiller trotzdem weiter ab?

Kohle oder Leben?

Am Hambacher Forst stellt sich gleich in zweifacher Hinsicht die Frage Kohle oder Leben: Zum einen ist Kohle nun einmal unstrittig ein Klimakiller und wir sollten unsere Kraft auf regenerative Energien konzentrieren, die unsere Zukunft sichern. Zum anderen kommen laut dem BUND im HambacherForst streng geschützte Arten wie Bechsteinfledermaus, Springfrosch und Haselmaus vor. Wenn wir den Hambacher Forst nicht der Zukunft willen in Frieden lassen, so muss es eben der Umweg über den Naturschutz sein. Dabei geht es um die Frage, ob der Wald mit seinem Bechsteinfledermaus-Vorkommen die Qualitäten eines europäischen FFH-Schutzgebietes hat. FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, die vor Rodung gesetzlich geschützt wären. Aber Kohle ist eben noch immer ein lukrativer Energieerzeuger, Klimaschutz hin oder her, und so drängt RWE auf die Rodung. Der Kampf um den Hambacher Forst steht für mich auch symbolisch für die zukunftsfähige Ausrichtung unserer Gesellschaft.

Im Gegensatz zu vielen anderen Lebensbereichen ist aber nicht nur klar, dass es nicht so weitergehen kann, sondern die Lösungsmodelle liegen auf der Hand. Sollten wir unsere Energien nicht darauf verwenden, den notwendigen Wandel mit aller Kraft voran zu treiben, um die Folgen des Klimawandels zumindest noch abzumildern? Oder machen wir so weiter, bis Millionen Menschen mit ihren Häusern buchstäblich im Wasser stehen? Wir brauchen Mut für neue Systeme und ja, dieser Übergang wird auch alle zum Umdenken zwingen, die bislang von der Kohle gelebt haben. Dabei meine ich weniger die Konzerne, sondern die Menschen, die Tag für Tag die harte Arbeit in den Gruben verrichten. Hier gilt es über Sozialpläne, Umschulungen etc. Wege zu finden, diesen Menschen einen neue Existenzgrundlage aufzubauen. Hierfür lassen sich menschenwürdige Lösungen finden, wenn wir unser Solidarsystem der sozialen Marktwirtschaft im Blick behalten.

Eine Änderung unseres Lebensstils ist an vielen Stellen unumgänglich, auch wenn uns das Unbehagen verursacht. An kaum einer anderen Stelle sind die Optionen für uns als Individuum aber auch als Gesellschaft so konkret sichtbar wie an der Konfliktlinie der Energieversorgung. Erfreulicherweise ist ja durchaus auch schon viel passiert. So geht der Trend beim Strommix seit Jahren in die richtige Richtung. Lag der Anteil von Kohle und Kernenergie an der Bruttostromerzeugung im Jahr 1990 noch bei 84 %, so sind es heute noch knapp 50 %. Der Anteil erneuerbarer Energien (Wasserkraft, Windenergie, Biomasse, biogener Anteil des Abfalls, Photovoltaik, Geothermie) hat sich seit 1990 verzehnfacht. Dabei haben Photovoltaik und Windkraftanlagen die Wasserkraft als Hauptquelle der erneuerbaren Stromproduktion abgelöst.

Diesen Pfad gilt es konsequent weiter zu gehen und zwar nicht nur in Deutschland, sondern global. Die nachhaltigen Entwicklungsziele, denen 191 Nationen weltweit zugestimmt haben, haben die Erhöhung regenerativer Energien am globalen Energiemix ebenso als Ziel formuliert wie den Klimaschutz. Nun gilt es, unsere politischen Vertreter daran zu erinnern, dies auch umzusetzen. Und natürlich können wir auch selbst ein kleines Zeichen setzen, indem wir, sofern sie das nicht ohnehin schon gemacht haben, auf Ökostrom umsteigen. Unter www.oekostrom-anbieter.info  finden Sie einen Überblick der unabhängigen Ökostromanbieter.

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion

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