Artikelarchiv
Wir haben einen Traum

  • Wir haben einen Traum

    Wir haben einen Traum

Wir haben einen Traum

Wie würde unsere Welt aussehen ohne Menschen wie Martin Luther King oder, um ein aktuelleres Beispiel zu nennen, Greta Thunberg? Die damals 15-jährige Klimaschutzaktivistin verweigerte am 20. August 2018 erstmals den Unterrichtsbesuch, um auf das Versagen von Politik und Wirtschaft in Sachen Klimaschutz hinzuweisen.

Nein sagen ohne Antworten schuldig zu bleiben, ich denke genau das ist es, was diesen Menschen und Bewegungen Kraft gibt. Auch die Zerowaste-Bewegung ist eine solche Bewegung, die global Neues denkt und sich gegen die Vermüllung unserer Welt wendet. Die Nürnberger Zerowaste Initiative von Bluepingu e. V. ist da ganz vorne mit dabei und entwickelt gerade ein Konzept für eine abfallfreie Stadt, in der es nur noch Wertstoffe gibt, die in natürlichen oder technischen Kreisläufen nach der Nutzung wiederverwertet werden.

Ob in Lima, London oder Nürnberg, überall merken Menschen, dass wir so nicht mehr weitermachen können. Wir kaufen mehr und mehr Dinge, die wir immer kürzer benutzen, um neue Dinge kaufen zu können. Das dieser Lebensstil unsere wertvollen Ressourcen verschwendet, dabei Menschen ausbeutet und am Ende dann unseren Lebensraum verschmutzt und vergiftet, dürfte mittlerweile eigentlich jedem klar sein. Und doch machen wir im Großen und Ganzen weiter so und beschuldigen uns gegenseitig. Die Politik soll doch machen! Die Wirtschaft ist schuld mit ihrem Wachstumsmodell! Sollen doch erst mal die Reichen anfangen! Das sind nur einige der Vorwände, hinter denen sich viele von uns verstecken. Am Ende geht es aber darum, dort anzufangen, wo wir selbst etwas bewirken können, wie das Greta Thunberg eindrucksvoll gezeigt hat.

Um es klarzu machen, kaum einer in unserer westlichen Welt lebt ein perfektes Leben. Aber, ob Firma oder Individuum, es geht darum, jeden Tag den Versuch zu unternehmen, Dinge weiter zu verbessern. Genau das tut die Nürnberger Initiative mit ihrer Vision für ein abfallfreies Nürnberg. Nürnberg soll eine Stadt sein, in der alle Wertstoffe in Kreisläufen nach der Nutzung entweder zu Kompost oder wieder zu Wertstoff werden sollen. Die Idee ist nicht neu. Bereits 2002 hatte der Cradle-to-Cradle-Pionier Michael Braungart in seinem Buch diese Vision einer abfallfreien Kreislaufwirtschaft erstmals vorgestellt.

Egal ob Eisdiele, Büro oder Wäscherei, überall ließe sich dieses Konzept umsetzen. Gemeinsam mit Pionier-Unternehmen werden nun Schritt für Schritt Leitfäden für jede Branche entwickelt, die auch anderen Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. So zeigt der Leitfaden für Eisdielen beispielsweise, wie für Becher ein Mehrwegsystem eingeführt oder alternativ kompostierbare Becher verwendet werden könnten. Löffel könnten Kunden selbst mitbringen oder alternativ eben kompostierbare Löffel verwenden (ja, das gibt es alles!). Auch im Büro gibt es jede Menge Möglichkeiten, die einfach umzusetzen sind, egal ob Papier (z. B. doppelseitiges Schwarz-Weiß-Drucken als Standardeinstellung an allen Druckern festlegen), Post (klimaneutraler Versand von Post z. B. mit MailworXs) oder Büromaterial (zentrale Sammelstelle für ausrangierte Ordner, Mappen etc. aus der zuerst geschöpft wird, ehe neu bestellt wird). Mehr Infos und Leitfäden für Office, Gastro oder Festivals unter wp.zerowastenue.de/unternehmen.

Auch ebl arbeitet seit Jahren daran, Abfälle in der gesamten Lieferkette zu vermeiden und Mehrweg- bzw. Unverpackt-Lösungen zu finden. Und auch wenn gerade zum Thema Plastik uns da immer wieder der Wind direkt ins Gesicht weht, und ich sage hier bewusst uns, obwohl ich kein ebl-Mitarbeiter bin, so sehe ich seit Jahren, wie das gesamte ebl-Team genau wie viele andere Biomärkte an diesem schwierigen und komplexen Thema arbeitet. Alles was irgendmöglich ist, wird auf kurzem Weg aus der Region beschafft. In den ebl-Cafés wurde ein Pfandsystem für Kaffeebecher und Essensbehälter eingeführt. An den Bäckerei- und Frischetheken für Fleisch, Wurst und Käse sowie in den Obst- undGemüseabteilungen wird gebeten, eigene Behälter, Beutel bzw. Netze für den Einkauf mitzubringen. In den drei ebl-Märkten Gostenhof, Fürth-Hardhöhe und Altdorf gibt es bereits Unverpackt-Stationen für bis zu 40 Lebensmittel. Klar, es kann immer noch besser werden: Der Weg zur Verwirklichung der zero-waste-Vision wird in der Praxis aber eben oft über die Schritte "reuse, reduce, recycle" erreicht. Anstatt sich also gegenseitig mit Vorwürfen zu überziehen, fangen wir doch alle gemeinsam an, Schritt für Schritt dem Traum einer "abfallfreien" Stadt näher zu kommen.

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun von bluepingu e. V. für die ebl-Redaktion

Menu
Ich stimme zu.

Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.  Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung