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Weichen stellen für das neue Jahrzehnt

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    Weichen stellen für das neue Jahrzehnt

Weichen stellen für das neue Jahrzehnt

2019 geht zu Ende. Ein Jahr voller Widersprüche und gegenläufiger Bewegungen, sowohl gesellschaftlich als auch politisch! Veränderung liegt förmlich in der Luft. Mir scheint, Mensch und Natur verlieren vielerorts die Geduld.

Die Klimakrise, brennende Regenwälder, Brexit und politische Krisen von Hongkong über den Nahen Osten bis zum politischen Flächenbrand in Südamerika. Auf der anderen Seite sind aus dem Nichts globale Bewegungen wie Fridays for Future und Extinction Rebellion entstanden. Menschen weltweit wollen nicht mehr länger zusehen, wie wir unsere Zukunft verspielen.

Die Gelbwesten in Frankreich, die Demokratiebewegung in Hongkong und die Proteste in Chile zeigen, es regt sich ein neuer Geist des Widerstandes, erfreulicherweise zumeist friedlich, aber zugleich beharrlich, ganz in der Tradition von Martin Luther King und Mahatma Gandhi. Das macht Hoffnung für das neue Jahrzehnt, das für unsere Zukunft wohl richtungsweisend sein dürfte.

Von der Ego- zur Öko-Gesellschaft?

Wo wird die Reise im neuen Jahrzehnt hingehen? Werden friedliche und demokratische Veränderungsprozesse unser Leben prägen oder gewaltsame Konflikte und Katastrophen? Reformation oder Revolution? Gemeinsam oder gegeneinander? Der Gabentisch ist reich gedeckt mit guten Ideen und Vorbildern, die zeigen, wie es gehen könnte. Da ist z. B. Otto Scharmer, ein Professor am MIT, eine der führenden Universitäten in den USA, der mit seinem Buch "Von der Zukunft her führen - Theorie U in der Praxis - Von der Egosystem-zur Ökosystem-Wirtschaft" meiner Meinung nach genau die richtigen Fragen stellt, aber nicht bei den Fragen stehen bleibt, sondern auch Antworten gibt. Er plädiert leidenschaftlich für einen inneren Perspektivwechsel, weg von der Bekämpfung des Alten und hin zu einem Erspüren und Gegenwärtigen der höchsten zukünftigen Möglichkeiten. Gemeinwohl-Orientierung anstatt Selbstoptimierung, auch weil es gut für das eigene Wohl sein würde. Rund um sein Buch bietet Scharmer kostenlose Schulungen an. So hat sich mittlerweile ein Netzwerk von tausenden Menschen weltweit gebildet, die an Prototypen für diese neue Art zu leben und zu wirtschaften arbeiten.

Auch die vielen Menschen, für die die Idee von "Weniger ist mehr" mehr als ein abgedroschener Spruch ist, geben mir Hoffnung. Sie definieren Erfolg ganz neu: ziehen in Tiny-Houses, definieren Glück nicht mehr über die Anzahl der Dinge, die sie besitzen, lernen voneinander und geben ihr Wissen freizügig weiter. Wie wär's, stellen Sie das neue Jahr doch mal unter das Motto "Nutzen statt besitzen". Dieser Gedankenwechsel im Umgang mit Besitz eröffnet ganz neue Möglichkeiten, um auch mit wenig Geld nachhaltig und gesund leben zu können. Fangen Sie am besten gleich damit an. Machen Sie eine Jahresabschlussinventur. Alles, was Sie in den letzten Wochen und Monaten nicht mehr benutzt haben, sehnt sich danach, benutzt zu werden! Bücher, DVDs, Werkzeug - verschenken Sie es weiter oder organisieren Sie in der Nachbarschaft einen Tauschring. Schenken Sie diesen Dingen, die mit Energie- und Ressourcenaufwand produziert wurden, ein erfülltes Leben. So sparen Sie auch Geld, das Sie dann dazu benutzen können, um bei den Dingen, die Sie wirklich kaufen müssen, wie beispielsweise Essen, kompromisslos auf Qualität und Nachhaltigkeit zu achten. Umgekehrt,wenn Sie etwas brauchen, überlegen Sie erst mal, ob es nicht genügen würde, sich das Benötigte auszuleihen.

Mit Herz, Kopf und Hand leben, das ist mein Wunsch für 2020. Das fängt in uns an, ehe wir beginnen, in der Welt unsere Fußabdrücke zu hinterlassen. Vorbilder gibt es genug. Vandana Shiva, Charles Eisenstein, Jane Goodall oder Nipun Mehta. "Einfach leben, rein lieben und furchtlos geben", so das Motto von Nipun Mehta. Und dann sind da die vielen stillen Helden, die jeden Tag in den Tafeln, in den Wärmestuben oder anderorts in unserer Nähe mit ihrer Arbeit Wertschätzung und Fürsorge in das Leben ihrer Mitmenschen bringen. Wir alle können Mutmacher, Inspiration und gutes Beispiel sein. Dafür braucht es weder Geld noch Macht, einzig ein offenes Herz, etwas Mut und Kreativität sind dafür erforderlich. Damit die guten Vorsätze nicht schon nach wenigen Tagen wieder vergessen sind, suchen Sie sich am besten Verbündete. In der Gruppe fällt es meist viel leichter, seinen guten Vorsätzen treu zu bleiben. In diesem Sinne Ihnen ein glückliches neues Jahr!

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun von bluepingu e. V. für die ebl-Redaktion

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