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Von der Wegwerf- zur Kreislaufgesellschaft

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    Von der Wegwerf- zur Kreislaufgesellschaft

Von der Wegwerf- zur Kreislaufgesellschaft

Die neunte Europäische Woche der Abfallvermeidung findet vom 16. bis 24. November 2019 in ganz Deutschland, 33 Ländern Europas und angrenzenden Staaten statt. Das diesjährige Motto lautet "Wertschätzen statt wegwerfen - miteinander und voneinander lernen".

Alles, was wir nutzen, wird irgendwann zu Abfall. Die Abfallvermeidung spart wertvolle natürliche Ressourcen und schützt unser Klima. Wie schaffen wir es, Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen und Produkte so lang wie möglich im Kreislauf zu halten?

Mit der Europäischen Woche der Abfallvermeidung werden jedes Jahr im November Wege aus der Wegwerfgesellschaft präsentiert. Ziel der Woche ist es, mehr und mehr Menschen in Europa für die Notwendigkeit der Ressourcenschonung zu sensibilisieren und ganz praktisch aufzuzeigen, wie wir gemeinsam mit ein wenig Achtsamkeit und Umdenken die Wegwerfgesellschaft zu einer Kreislaufgesellschaft werden lassen könnten. Zu Themen wie Verpackungen, Kleidung, Elektrogeräte, Nutzen statt Besitzen, globale Produktionsketten, Rohstoffe, Mehrweg, Reparieren, Produktdesign oder Lebensmittelverschwendung präsentieren Unternehmen. Verwaltungseinrichtungen, Vereine, Universitäten, Kindergärten, Einzelpersonen und zivilgesellschaftliche Gruppen Ideen, Projekte und organisieren Veranstaltungen, Events und Diskussionsrunden.

Alle Akteure der Europäischen Woche der Abfallvermeidung können sich auch um den deutschlandweiten Preis "Beste Aktion zur Abfallvermeidung 2019" bewerben. Die Gewinnergruppe darf in München an der feierlichen Preisübergabe teilnehmen. Diese findet im Rahmen der IFAT 2020, Weltleitmesse für Wasser, Abwasser, Abfall- und Rohstoffmanagement, vom 4. bis 8. Mai 2020 statt. Einen Überblick über alle Termine und Veranstaltungen bietet die Aktionskarte auf www.wochederabfallvermeidung.de/aktionskarte. 

Ein Projekt ist z. B. die Zigarettenstummel-Sammelaktion von der Initiative Upzigle und Zero Waste Nürnberg von Bluepingu e.V. am Samstag, 23.11.19. Treffpunkt ist in Nürnberg um 11 Uhr vor der Lorenzkirche. Jede/r Interessierte hat kann ohne vorherige Anmeldung mitmachen. Mit dieser Sammelaktion haben Bluepingu e. V. und Upzigle bereits im vergangenen Jahr für dieses Themenfeld sensibilisiert. Mehr als 60 Freiwillige beteiligten sich in Fürth und Nürnberg und sammelten in zwei Stunden über 120 Kilogramm Zigarettenstummel. Zigarettenstummel sind ein Thema, das einem bei Abfallvermeidung sicherlich nicht als erstes in den Sinn kommt. Sie sind aber bei genauerem Hinsehen ein riesiges Problem: Rund 5,6 Billionen Zigaretten werden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) pro Jahr weltweit geraucht. Ca. 4,5 Billionen davon werden achtlos weggeworfen. Das entspricht einem gigantischen Berg von bis zu 750.000 Tonnen! Was wenige wissen: Zigarettenkippen sind hoch toxischer Sondermüll. Bereits ein Stummel reicht aus, um 50 Liter Wasser zu verschmutzen. Dafür sorgt ein wahrer Giftcocktail aus bis zu 4.000 Chemikalien, die darin enthalten sind. Dazu gehören unter anderem Schwermetalle wie Blei, Kupfer, Chrom, Kadmium und Arsen. Auch das in den Filtern enthaltene Plastik, der gefilterte Teer und weitere giftige Inhaltsstoffe wie aromatische Kohlenwasserstoffe führen dazu, dass die Zigarettenreste nur schwer abgebaut werden können. Der Regen wäscht die Giftstoffe heraus und so gelangen diese in unsere Böden, Gewässer und ins Grundwasser.

Außerdem verrotten die Zigarettenfilter nur sehr langsam, 10-12 Jahre dauert es, bis sie abgebaut sind. In Klärwerken kann Nikotin auch nicht vollständig abgebaut werden und die Filter müssen aufwändig aus dem Abwasser gesiebt werden. Die Giftstoffe der Kippen beeinflussen das Leben von Pflanze, Tier und Mensch. Sie landen in der Nahrungskette. Auch Vögel und Meerestiere verwechseln die weggeworfenen Zigarettenstummel mit Nahrung und vergiften sich so unwissentlich. Für ein Kind reicht ein verschluckter Kippenstummel für eine Vergiftung aus, die anschließend im Krankenhaus behandelt werden muss.

Die einfache Faustregel: Zigarettenstummel gehören nicht auf die Straße, sondern in den Restmüll. Für unterwegs sollten sich Raucher/innen eine kleine Sammeldose mitnehmen, um die Stummel richtig zu entsorgen. Upzigle arbeitet übrigens gerade am Aufbau eines Netzes von Sammelstationen und holt gesammelte Zigarettenstummel auch ab (mehr Infos unter www.upzigle.de). Ziel sind Upcycling-Optionen in Zusammenarbeit mit Recycling-Firmen, um Asche und Papier von den Filtern zu trennen und aus den geschmolzen Filtern Plastik-Pellets und neue Produkte herzustellen, ohne neue Rohmaterialien zuzusetzen.

Herzliche Grüße

Christine Fröhlen für die ebl-Redaktion

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