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Unser Bio aus Spanien

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Unser Bio aus Spanien

Gerade jetzt in den ersten Monaten des Jahres werden wir öfter von Kunden gefragt, warum wir nicht noch mehr regionales Obst und Gemüse anbieten, und warum wir z. B. Produkte aus Spanien im Sortiment haben.

Weil unser Bio aus Spanien keine anonyme Massenwareist und wir im Unterschied zu vielen anderen Händlern unsere Produkte und die Menschen, die diese erzeugen, gut kennen, wollen wir Ihnen in dieser ebl-Woche ein paar wichtige Hintergrundinfos zu diesem Thema geben:

Als fränkischer Bio-Fachmarkt sind wir stark regional verwurzelt: Mehr als die Hälfte unserer Bauern und Lieferanten kommt aus der Region. Oft wird dabei aber gerade bei Gemüse und Obst vergessen, dass unsere klimatischen Voraussetzungen hier bei vielen Sorten nur ein bestimmtes Zeitfenster zur Ernte erlauben: Beispielsweise ist für Blattsalate, Tomaten, Paprika oder auch Erdbeeren von der Aussaat bis zur Reife ausreichende Sonneneinstrahlung notwendig, auch wenn sie im (unbeheizten) Gewächshaus angebaut werden. Die Ernte ist hier daher oft erst ab Ende April/Mai oder je nach Sorte auch später möglich und endet spätestens im November.

Neben der Herkunft und Qualität achten wir vor allem auf eine ausgewogene Umweltbilanz unserer guten Bio-Lebensmittel und -Produkte. Wir sind davon überzeugt, dass die ökologische Landwirtschaft weltweit die einzige zukunftsfähige Methode für eine nachhaltige Lebensmittelerzeugung ist. Aus diesen Gründen beziehen wir auch Bio-Lebensmittel aus Europa und der Welt. Dabei bevorzugen wir Produkte, die von Betrieben stammen, die wir persönlich kennen, mit denen uns langjährige Partnerschaften verbinden und die uns durch ihre Arbeitsweise und Qualität überzeugen konnten, aus einem ganzheitlichen Bio-Gedanken heraus und mit dem erforderlichen Wissen und Können ökologisch zu wirtschaften.

Obst- und Gemüsesorten, die wir aus saisonalen oder anderen Gründen nicht von regionalen Bauern liefern lassen können, beziehen wir zum großen Teil über NaturkostSchramm, unseren langjährigen Bio-Großhandelspartner. Naturkost Schramm handelt seit über 25 Jahren ausschließlich mit ökologisch angebautem Obst und Gemüse, kennt seine zuliefernden Anbauer persönlich und hat die Entwicklung der spanischen Bio-Landwirtschaft entscheidend mitgeprägt. Ein Beispiel für eine langjährige und inzwischen freundschaftliche Partnerschaft ist der Familienbetrieb "Naturcharc".

Naturcharc blickt auf die umfangreiche Erfahrung von vier Generationen zurück und wird geleitet von den drei Brüdern Manuel, José und Javier Giménez Segura. Die Familie sich für den Bio-Anbau entschieden, weil sie davon überzeugt ist, dadurch einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und zum Umweltschutz zu leisten. Seit 2001 arbeitet der Betrieb zu 100 % ökologisch. 2011 entschied man sich zur Gründung der eigenen Marke "Naturcharc". Die Brüder und ihr Team arbeiten von der Pflanzenzucht bis zur Verpackung ökologisch. Der vollkommene Verzichtauf Pestizide steht für die Anbauer an erster Stelle: zur Bekämpfungen von Schädlingen werden natürliche Feinde eingesetzt und natürliche Fallen aufgestellt – das rechtzeitige Entblättern in Handarbeit gehört zu den alltäglichen Praktiken.

Die Zentrale von Naturcharc mit Verwaltungsgebäude und Packstation liegt in Campohermoso nahe Níjar, in der Provinz Almería in Andalusien. Hier, am Rande des Gabo-de-Gata-Naturparks und weiter westlich in Retamar, befinden sich insgesamt rund 70 Hektar Anbaufläche. Auf 40 Hektar mit Gewächshäusern und 30 Hektar Freiland pflanzen die Anbauer hauptsächlich Ratatouille-Gemüse wie Zucchini, Auberginen, Tomaten, Paprika, aber auch Gurken, Brokkoli, Spitzkohl und Melonen an. Manuel investiert fortlaufend in neue Anbau- und Erntetechniken sowie in einen intensiven Ausbau von samenfesten und CMS-freien Produkten. Die Weitergabe des Wissens, der strukturelle und technische Ausbau des Unternehmens sowie die Erhaltung von Traditionen sollen die Erzeugung von gesunden und schadstofffreien Lebensmitteln für künftige Generationen sichern.

Naturcharc hat einige ökologisch vorbildliche Ideen: unter anderem werden Regen- und Kondenswasser über aufwendige Systeme in großen Becken gesammelt und für eine gezielte und sparsame Bewässerung wiederverwendet. Besonders erwähnenswert ist das gemeinsam mit Naturkost Schramm ins Leben gerufene Kompostprojekt "coco – compost cooperation". In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Kompostexperten Urs Hildebrandt wurde bereits 2016 eine zwei Hektar große Kompostanlage angelegt – für einen spanischen Bio-Betrieb eine echte Innovation. Erntereste, Grünabfälle und nicht zu vertreibende Produkte werden dort zur professionellen Herstellung von Humus verwendet, geplant ist eine jährliche Kompost-Produktion von ca. 8.000 m³. So verbessern die Anbauer nicht nur nachhaltig die Qualität ihrer angebauten Produkte. Auch die Gesundheit der Böden wird optimiert, was sich schon jetzt durch eine starke Verringerung des Wasserverbrauchs und eine gestiegene Nähstoffdichte positiv bemerkbar macht (mehr Infos und ein Video über das Projekt unter www.compost-cooperation.de).

Aber 100 % wird Bio nur, wenn nicht nur Umweltaspekte, sondern auch soziale Verantwortung und gerechte Arbeitsbedingungen, also ein gutes menschliches Miteinander, berücksichtigt werden: Für den Verbraucher erkennbar sind so erzeugte Produkte aus Spanien an demZertifikat "ecovalia" (vergeben von der 1991 gegründeten spanischen Zertifizierungsstelle "CAAE") bzw. an der Marke "SIVISIO", unter der sich die teilnehmenden spanischen Anbauer zusammengeschlossen haben. Mehr zu den Kriterien, wie z. B. der Verhinderung von Zwangs- bzw. Kinderarbeit und Diskriminierung oder der Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben zu Löhnen, Arbeitszeiten und Arbeitssicherheit finden Sie unter www.sivisio.de.

Herzliche Grüße

Christine Fröhlen aus der ebl-Redaktion

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