Artikelarchiv
Sonett – ökologisch konsequent

  • ebl-Partner im Portrait

    ebl-Partner im Portrait

Sonett – ökologisch konsequent

Zum 25-jährigen Jubiläum von ebl-naturkost möchten wir Ihnen einige langjährige Partner und Wegbegleiter vorstellen. Den Anfang macht die Firma Sonett, die seit über 40 Jahren mit Konsequenz und Überzeugung Mittel für Waschen und Reinigen entwickelt und so wertvolle Pionierarbeit für nachhaltige Produkte in diesem Bereich geleistet hat.

"Wir kennen Gerhard Bickel und ebl von den allerersten Anfängen im Kaufmarkt. Wir freuen uns sehr und sind stolz darauf, an der beeindruckenden Entwicklung der ebl-naturkost-Märkte vom Beginn an dabei zu sein. Herzlichen Glückwunsch zu 25 Jahre konsequente Naturkostentwicklung."(Beate Oberdorfer) 

Im Gespräch erzählte mir die Geschäftsführerin Beate Oberdorfer, wie alles begann, vor welchen Herausforderungen die Branche heute steht und welche Visionen Sonett für die Zukunft hat. Beate Oberdorfer ist seit 1989 bei Sonett beschäftigt. Die studierte Lebensmitteltechnologin und -chemikerin übernahm 1992 gemeinsam mit ihrem Geschäftsführungskollegen Gerhard Heid das Unternehmen. Gegründet hatte Sonett 1977 Werner Geibel.

Die Ursprünge gehen jedoch noch weiter zurück. In den 60er-Jahren hatte Johannes Schnorr Wasserforschungen betrieben und festgestellt, dass größere Mengen von Waschmitteltensiden im Trinkwasser nachweisbar waren. Gängige Waschmittel seinerzeit waren nicht biologisch abbaubar und so kamen Tenside über den Wasserkreislaufin die Flüsse zurück, was zum Überschäumen derselben führte. Beate Oberdorfer kann sich noch gut erinnern, wie das am Neckar damals aussah: "Manchmal flog uns der Schaum, den der Wind vom Fluss aufwehte, auf die Autoscheibe, das war richtiggehend gefährlich".

Johannes Schnorr entwickelte ein Baukastensystem für Waschmittel, was diese naturverträglicher machen sollte. So konnten Fleckenentferner, Enthärter, Bleichmittel nur dann zum Einsatz kommen, wenn sie auch tatsächlich gebraucht wurden. Das war die Geburtsstunde eines bis heute gängigen und ökologisch optimaleren Konzeptes. Als Beate Oberdorfer 1992 gemeinsam mit Gerhard Heid das Unternehmen übernahm, befand sich Sonett in einer schweren Krise. Werner Geibel hatte den Trend zum Flüssigwaschmittel aus ökologischen Gründen abgelehnt. "Ich fahre doch kein Wasser durch die Gegend", so ein Zitat von Geibel. Beate Oberdorfer entwickelte in dieser Krise eine neue Serie flüssiger Wasch- und Reinigungsmittel. Von da an ging es bergauf. Aus zwei Mitarbeiter/innen sind seither rund 100 Mitarbeiter/innen geworden, die alle am einzigen Produktionsstandort im Deggenhauser Tal, unweit des Bodensees gelegen, zu Hause sind. Heute bietet Sonett ein breites Sortiment an Reinigungs- und Pflegeprodukten. Auch die Unternehmensphilosophie wurde weiterentwickelt.

"Ein Unternehmen ist ein Gemeinwohlgut"

Diese Idee von Unternehmertum haben Gerhard Heid und Beate Oberdorfer konsequent umgesetzt. Sie haben ihre Anteile an Sonett in eine Stiftung eingebracht, der das Unternehmen heute zu 100 % gehört. Die Geschäftsführung wurde im März 2019 aus den eigenen Reihen auf ein Vierer-Team erweitert. Oberdorfer ist sehr zuversichtlich: "Es wird für Unternehmen in der nächsten Zukunft mehr darum gehen, neben ökologischen Werten auch sozial-ökonomische und Fragen globaler Gerechtigkeit konsequent mitzudenken und umzusetzen und zwar in der gesamten Lieferkette. Das ist eine echte Herkulesaufgabe!"

Alle Mitarbeiter/innen sind an diesen Veränderungsprozessen aktiv beteiligt. Jeder kann Ideen einbringen und zur Umsetzung beitragen. Gerade das Thema Verpackung ist eine große Herausforderung. Sehr gerne wäre Sonett plastikfrei, aber alle Versuche mit Alternativen sind bisher gescheitert. So sind Produkte auf Recyclingbasis aufgrund ihrer Schadstoffbelastung nicht zulässig, andere Materialien wie Bio-Kunststoffe erfüllen die Anforderungen nicht. Hier arbeitet Sonett an neuen Ansätzen, Kanister wieder zu befüllen und einen eigenen Recyclingkreislauf zu entwickeln. Das Unternehmenist auch nach NCS (Natural Cosmetics Standard), NCP (Nature Care Product) und CSE (Certfied SustainableEconomics) zertifiziert und arbeitet CO2-neutral entsprechend dem Standard "Stop Climate Change".

Es ist im Gespräch immer wieder spürbar, hier ist ein Mensch, der nicht nur aus nüchternem Kalkül sondern auch mit ganzem Herzen dieses Unternehmen gemeinsam mit 100 anderen Menschen lenkt. Hier wird Mensch, Erde und Kapital gemeinsam gedacht. So wünsche ich mir authentisches nachhaltiges Unternehmertum. Beate Oberdorfer ist zuversichtlich: "Gemeinsam mit vielen anderen in der Branche sind wir auf einem guten Weg. Wenn wir das transparent auch nach außen zeigen und unsere Kundinnen und Kunden mit einbeziehen, wird der derzeitige Marktanteil an Wasch- und Reinigungsmitteln im Naturkostladen von weniger als 1 % am Gesamtmarkt bald deutlich wachsen." Mehr Markt für Produkte, die Mensch und Natur Zukunft lassen, ich denke, das wünschen wir uns alle.

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun von bluepingu e. V. für die ebl-Redaktion 

P.S.: In der April-Ausgabe der ebl-Naturkosmetik und -Drogerie-Beilage "natürlich & rein" sind die Flüssig-Waschmittel "Sensitiv (duftfrei)" und "Lavendel (zarter Duft von ätherischem Lavendelöl)" im Angebot. Die veganen Waschmittel aus Pflanzenölseife sind zu 100 % biologisch abbaubar, ohne Enzyme und ohne Gentechnik und werden in einem besonders energiesparenden Verseifungsverfahren hergestellt. 

Menu
Ich stimme zu.

Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.  Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung