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Gemeinsam Naturschutz in Bayern gestalten

  • Volksbegehren Artenvielfalt

    Volksbegehren Artenvielfalt

Gemeinsam Naturschutz in Bayern gestalten

Am 15. November hat die Bayerische Staatsregierung das Volksbegehren "Artenvielfalt - Rettet die Bienen" genehmigt. Knapp 100.000 Menschen haben mit ihrer Unterschrift seine Zulassung möglich gemacht. Vom 31. Januar bis zum 13. Februar gilt es nun, mindestens 1 Million Wahlberechtigte in Bayern als Unterstützer zu gewinnen.

Ziel des Volksbegehrens ist es, Regelungen im bayerischen Naturschutzgesetz zu verankern, die die Artenvielfalt in Bayern langfristig sichern. Seit Jahren wird auch in Bayern ein dramatischer Artenverlust bei Tieren und Pflanzen festgestellt. Gerade der drastische Rückgang der Artenvielfalt bei den Insekten, insbesondere den Bienen und Schmetterlingen, den Amphibien, den Reptilien, den Fischen, den Vögeln und den Wildkräutern ist durch einschlägige Untersuchungen eindeutig nachgewiesen. Mit dem Verlust ihrer natürlichen Lebensräume, wie z. B. blühende Wiesen, verlieren die Insekten den für Nahrung und Fortpflanzung nötigen Lebensraum.

Die perfekte Kreislaufwirtschaft, die unsere Natur über Jahrmillionen etabliert hat, gerät mehr und mehr aus den Fugen. Weniger Insekten heißt auch weniger Insektenfresser, beispielsweise Vögel, denn die leben wiederum von den Insekten. Es gilt also bei der Gestaltung unserer Lebensräume wieder eine gesunde Balance zu finden, die die Interessen aller Lebewesen im Blick behält. Das tun wir nicht nur aus Tier- oder Pflanzenliebe, denn wer soll im Frühjahr unsere Pflanzen bestäuben, wenn es keine Insekten mehr gibt? Bilder aus China, wo tausende Arbeiter auf Bäume klettern, um sie künstlich zu bestäuben, zeigen die Folgen einer fehlgeleiteten Umweltpolitik sehr deutlich.

Noch können wir solche Horrorszenarien verhindern. Dafür braucht es aber eine bessere gesetzliche Verankerung des Naturschutzes in Bayern, um sicherzustellen, dass der Schutz unserer Lebensräume nicht nur auf den guten Willen der Naturschutzorganisationen angewiesen ist, sondern dies auch zum politischen Willen in unserem Land erklärt wird. Das Volksbegehren hat dafür konkrete Forderungen aufgestellt, wie das bayerische Naturschutzgesetz geändert werden sollte. Eine Kernforderung des Volksbegehrens ist eine bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere und blühende Randstreifen an allen Bächen und Gräben. "Solche Maßnahmen stellen eine Lebensversicherung für unsere Artenvielfalt in Bayern dar", erklärt Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), einem der Mitinitiatoren des Volksbegehrens.

Weiter fordert das Volksbegehren, die Bio-Landwirtschaft massiv auszubauen. Bis 2030 sollen mindestens 30 Prozentder landwirtschaftlich genutzten Flächen ökologisch bewirtschaftet werden. Bayern könnte so eine Vorbildfunktion in Deutschland einnehmen und Vorreiter werden für eine Landwirtschaft, die Zukunft schafft. Konkret hat das Bündnis diese und weitere Forderungen, z. B. auch in Sachen Umweltbildung, in einen Musterentwurf zur Anpassung des bayerischen Naturschutzgesetzes formuliert. All das und viele weiteren Informationen finden Sie auf der Seite des Aktionsbündnisses www.volksbegehren-artenvielfalt.de

Mittlerweile haben sich schon mehr als 100 Bündnispartner für die zweite Phase des Volksbegehrens zusammengeschlossen. In 80 lokalen Aktionsbündnissen quer über Bayern verteilt arbeiten tausende Freiwilliger daran mit, dass die hohe Hürde für ein zweites Volksbegehren genommenwerden kann. Dafür müssen sich vom 31. Januar bis zum 13. Februar 2019 eine Million Wahlberechtigte persönlich in den Rathäusern in Listen eintragen. Online ist dies nicht möglich, denn zur Eintragung muss der gültige Ausweis vorgelegt werden.

Werde Rathausheld

Unter dem Motto "Werde Rathausheld" können Sie sich auch vor den Rathäusern als Rathauslotse engagieren. Nehmen Sie dazu einfach auf der oben erwähnten Website des Volksbegehrens unter dem Motto "Werde Rathausheld" mit dem Aktionsbündnis in Ihrem Landkreis Kontakt auf. Hier haben wir also unsere Chance, Politik selbst aktiv mitzugestalten. Das sollten wir uns nicht entgehen lassen. Wie oft habe ich in den letzten Jahren in verschiedenen Variationen den Satz gehört: "Die (Politiker) machen ja ohnehin, was sie wollen". Hier können wir nun aktiv mitbestimmen und mitgestalten, welchen Stellenwert Naturschutz und Artenvielfalt in Bayern haben sollen. Also, ab 31. Januar gilt's: Treffpunkt Rathaus!

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun von bluepingu e. V. für die ebl-Redaktion

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