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Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

  • Klimafasten

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Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Der Klimaschutz ist in aller Munde. Die Fridays for Future Bewegung hat sicherlich dazu beigetragen, dass dieses Thema mittlerweile in keinem Wahlprogramm mehr fehlen darf.

Recherchiert man für die kommenden Kommunalwahlen in Bayern, was die Parteien zum Thema Klima zu sagen haben, so findet sich bei der SPD der Slogan „Alle reden über Klimaschutz – wir machen ihn.“ Die CSU sagt „Klima schützen, Konjunktur stützen.“ Bei den Grünen heißt es schlicht „Klimaschutz Jetzt!“ und die Linken wollen „Klima schützen, Energie umbauen – sozial und ökologisch.“ Alles gut also, so sollte man meinen. Aber die Realität sieht leider anders aus. Das liegt aber sicherlich nicht allein am politischen System, sondern auch an uns allen oder um es mit Erich Kästner auszudrücken: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Die Fastenzeit scheint mir da genau der richtige Anlass, um über die eigene Wirksamkeit in Sachen Klimaschutz nachzudenken.

Noch immer gibt es, auch in meinem persönlichen Umfeld, Menschen, die Zweifel daran haben, dass der Klimawandel menschengemacht ist. „Die Zeit“ hatte bereits 2018 mit all den Mythen aufgeräumt und umfassend die Fakten zusammengetragen. So gibt es z. B. innerhalb der Wissenschaft große Einigkeit. 97 % der Fachleute sind sicher: Der Klimawandel ist auch menschengemacht. Anders lautende Studien werden meist von Lobbygruppen der fossilen Industrie gestreut. Auch das Schönreden der Politik, dass der Ausstoß von CO2-Emissionen seit 1990 zurückgegangen sei, ist eine solche Falschinformation. Bis heute nimmt die Menge Kohlen­dioxid, welches Jahr für Jahr weltweit ausgestoßen wird, zu. So prognostizierte der internationale Forscher­verbund Global Carbon Project, am Rande der UN-Klimakonferenz in Madrid, einen Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen um 0,6 % für 2019.

Es gibt auch längst mehr Menschen, die in Deutschland im Sektor der Erneuerbaren Energien arbeiten (Stand 2018 waren es 338.600 Menschen), als in der Kohleindustrie (dort waren es zum gleichen Zeitpunkt noch rund 70.000 Arbeitsplätze). Bereits jetzt ist das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken, wohl kaum noch zu erreichen, wenn wir nicht radikal unser Lebensmodell weltweit ändern. Die Fastenzeit scheint mir da ein guter Moment, um inne zu halten und die Weichen im eigenen Leben auf Zukunft zu stellen.

Ziel des Fastens ist es bewusster zu leben. Längst geht dieses Bewusstwerden nicht nur um das Essen, sondern um alle Teile unseres Lebens. Abfallvermeidung, Plastikfasten oder eben auch das Klimafasten geben uns Impulse, um unsere Lebensgewohnheiten zu hinterfragen und Ursache und Wirkung hinter unserem Handeln zu verstehen, um dann bewusste Entscheidungen zu treffen. Jeder von uns kann etwas zum Klimaschutz beitragen! Allein durch vegane Ernährung ließen sich bis zu 49 %, der durch Ernährung verursachten CO2-Emissionen, einsparen. Warum also nicht in der Fastenzeit wieder einige Schritte weiter gehen? Denn das gegeneinander Ausspielen von persönlicher und politischer Verantwortung, das viele als Entschuldigung vorbringen, bringt uns nicht weiter.

Klar sollte es gesetzliche Richtlinien geben, die beispielsweise Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit oder eben Klimakiller verbieten, aber das Scheitern Anderer entbindet uns nicht von unserer persönlichen Verantwortung. Damit das etwas leichter geht, hat sich der „Initiativkreis der Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager“ in den Kommunen und Landkreisen der Metropolregion Nürnberg, eine CO2-Fastenchallenge ausgedacht. Das „Fastenmenü“ mit 40 verschiedenen Challenges zum CO2-Sparen umfasst Tipps für klimaschonendes Verhalten rund um die Themen Ernährung, Konsum, Energie und Mobilität. Als kleine Motivationsspritze werden unter allen Teilnehmer*innen, die bis zum 14. April 2020 ihre Checkliste zurück mailen, 10 Klimaschutz-Pakete verlost, gefüllt mit einer Soulbottle und dem Buch „die Öko-Challenge“. Wer jetzt neugierig geworden ist, der kann gleich loslegen. Unter co2fasten.wordpress.com gibt es neben den 40 Challenges auch jede Menge Hintergrundinformationen zum Thema.

Die Klimafastenaktionen zeigen uns vielfältige Möglichkeiten auf, wie wir unseren Beitrag für den Klimaschutz leisten können, in der Fastenzeit und hoffentlich auch darüber hinaus. Wie beim Joggen gilt auch hier, gemeinsam macht es noch mehr Spaß und es motiviert natürlich auch, wenn neben uns noch andere die Challenge annehmen. Und wenn die Kommunalwahlen dann vorüber sind, lassen Sie uns gemeinsam alle gewählten Vertreter*innen daran erinnern, was sie uns versprochen haben, denn wenn wir alle an einem Strang ziehen, könnte es doch noch etwas werden mit dem 1,5-Grad-Ziel.

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun von bluepingu e. V. für die ebl-Redaktion

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