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ebl-Partner im Portrait: Giancarlo Ceci

  • Tradition, die Zukunft schafft

    Tradition, die Zukunft schafft

ebl-Partner im Portrait: Giancarlo Ceci

Seit acht Generationen wird der landwirtschaftliche Betrieb von Giancarlo Ceci im Einklang mit Natur und Tradition bewirtschaftet. Nahe der Gemeinde Andria, in Apulien gelegen, erzeugt die Familie biodynamisch nach Demeter-Richtlinien Wein, Tomatensoßen, Oliven, Olivenöl, Fleisch, Gemüse und jede Menge Solarenergie.

Das Besondere dabei: auch die Verarbeitung der Produkte erfolgt direkt vor Ort. Das hat viele Vorteile. Zum 200. Geburtstag des landwirtschaftlichen Betriebes möchten wir Sie tief in den Süden Italiens entführen.

Von Herzen Bio

Apulien, auch als "Le Puglie" bekannt, formt den Absatz des italienischen Stiefels und ist eine schöne Region mit fruchtbaren Böden. Die aufgrund ihrer eher schlichten Zutaten seit jeher als "arm" verkannte apulische Küche bietet erlesene Köstlichkeiten für jeden Gaumen. 1819 hatte ein Ur-Ur-Großonkel mit der Landwirtschaft begonnen. Giancarlo Ceci ist die achte Generation, die das Land seiner Vorfahren bewirtschaftet und die neunte steht schon bereit. 1988 übernahm er 20 Hektar vom Hof seines Vaters, um dort biologisch zu wirtschaften. Anfangs war sein Vater sehr skeptisch, aber er ließ seinen Sohn trotzdem gewähren.

Dieses Vertrauen sollte sich auszahlen. Drei Jahre später war auch der Vater überzeugt, dass dies nicht nur eine Spinnerei seines Sohnes war, sondern ein Weg in die Zukunft. So wurde Schritt für Schritt der ganze Hof umgestellt. Bald fing er an, sich mit biodynamischer Landwirtschaft nach Demeter zu befassen und führte den Betrieb hin zu einem sich komplett selbstversorgenden System mit insgesamt 230 Hektar Fläche. Wichtig dafür waren zum einen die 100 Hektar Eichenwälder, der 2011 ans Netz gehende Solarpark und die Anlagen zur Weiterverarbeitung seiner Produkte.

"So kommt die maximale Frischezu unseren Kunden nach Deutschland", ist Ceci überzeugt. Mit seinem Solarpark produziert er 2 Millionen Kilowattstunden Strom aus Sonnenenergie. Das ist mehr, als das Doppelte seines eigenen Energieverbrauches. Das macht diesen Betrieb auch so besonders. Nicht nur Energie und Futter kommen direkt vom Hof, sondern auch die Weiterverarbeitung der Produkte findet hier statt. Das hat für den Kunden viele Vorteile. Zum Beispiel bei der Tomatenverarbeitung seiner leckeren Passata: Aufgrund des kurzen Weges vom Feld zur Produktion werden seine Tomaten besonders schonend verarbeitet. "Durch die kurzen Wege können die Tomaten bei nur 70 Grad verarbeitet werden. Normal sind hier Temperaturen von über 100 Grad. So bleiben in der Tomatensoße die Nährstoffe fast vollständig erhalten und der Wassergehalt ist deutlich niedriger. Das gibt unseren Soßen den unverwechselbaren Geschmack frischer Tomaten", erklärt uns Ceci.

Auch mit dem Weinjahr ist Ceci sehr zufrieden. Das Jahr 2019 bescherte dem Winzer im September viel Sonne bei kühlen Nächten. Auch blieben dieses Jahr Stürme und heftige Regenfälle im Sommer aus. Hier im Süden Italiens ist der Klimawandel längst spürbar: 2017 war der heißeste und trockenste Sommer seit 100 Jahren. "Es gibt weniger Regen. Normalerweise bringt uns das Frühjahr mit regelmäßigem Regen das Wasser, welches wir zum Wirtschaften brauchen. Das hat sich geändert. Wenn es regnet, dann in Form von Sturzregen innerhalb weniger Tage.", so Ceci. Während seine konventionell wirtschaftenden Kollegen 2017 alle ihre Olivenbäume künstlich bewässern mussten und trotzdem eine extrem schlechte Ernte hatten, kamen seine ohne künstliche Bewässerung aus und das ohne an Qualität zu verlieren.

Er ist überzeugt, dass dies nur mit biodynamischer Landwirtschaft möglich ist. Nur so seien seine Böden stressfähiger, als die seiner konventionell wirtschaftenden Kollegen. In einer Region, in der Wassermangel schon immer ein Problem war, ein weiterer guter Grund, um biodynamisch zu arbeiten. Gerne empfängt die Familie Ceci nach Voranmeldung auf der Webseite unter www.giancarloceci.com/de auch Besucher. Neben einer Betriebsbesichtigung gehört dann natürlich auch eine ausführliche Verkostung zur Führung. Auch die Geschichte des Hofes ist in einer kleinen Ausstellung dokumentiert. Ceci ist überzeugt von seiner Arbeit: "Wir haben die moralische Verpflichtung, die guten und alten Werte der Natur nicht nur zu genießen, sondern sie auch an die nächsten Generationen weiterzugeben. Wir brauchen diese Werte - nicht nur für unser Wohlbefinden, sondern auch für unser Überleben."

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun von bluepingu e. V. für die ebl-Redaktion

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