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Die nachhaltigen Entwicklungsziele – Eine Agenda für uns alle

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    Agenda 2030

Die nachhaltigen Entwicklungsziele – Eine Agenda für uns alle

Im September 2015 wurde auf einem Gipfel der Vereinten Nationen die sogenannte Agenda 2030 verabschiedet. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle einige dieser 17 Ziele vorstellen und dabei insbesondere die Frage in den Mittelpunkt stellen, was diese Ziele mit uns zu tun haben.

Bei aller berechtigten Kritik an einigen dieser Ziele, ist es doch bemerkenswert, dass sich die Staatengemeinschaft erstmals auf eine Agenda hin zu einem nachhaltige(re)n Lebensmodell verständigen konnte. Auch Deutschland hat sich verpflichtet, diese Agenda bis 2030 umzusetzen. Bislang sind diese Ziele jedoch leider noch wenig präsent in unserem Alltag. Der politische Wille lässt sich aber schwerlich umsetzen, wenn nicht Unternehmen, Familien, Schulen und Universitäten, also kurz, wir alle, an einem Strang ziehen, um diese Ziele zu verwirklichen. Heute wollen wir uns mit Ziel 1: „Keine Armut“ und Ziel 2: „Kein Hunger“, beschäftigen, da Hunger und Armut ja in direktem Zusammenhang stehen.

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier“

Dieses berühmte Zitat von Mahatma Gandhi bringt es treffend auf den Punkt. Der deutsche Ökonom Max Roser stellt mit seinem Projekt „Our World in Data“ eine Reihe von Gegenüberstellungen zur Verfügung, die zeigen, dass wir gerade bei der Frage der Armutsbekämpfung schon viel erreicht haben. Würde man die Welt auf 100 Menschen reduzieren, so haben im Jahr 1820 global noch 94 von 100 Menschen in absoluter Armut gelebt. Heute sind es gerade einmal noch zehn. Das sind immer noch mehr als 700 Millionen Menschen zu viel. Es zeigt aber auch, welchen Fortschritt wir hier schon erzielt haben. Trotzdem sterben gemäß Zahlen der Vereinten Nationen jährlich alleine mehr als drei Millionen Kinder an Mangelernährung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schreibt: „Hunger ist das größte Gesundheitsrisiko weltweit. Mehr Menschen sterben jährlich an Hunger, als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen.“ 98 % aller Hungernden leben in sogenannten Entwicklungsländern. Dabei ist es keineswegs eine unrealistische Vorstellung, dass alle Menschen weltweit jenseits der absoluten Armutsgrenze leben und genug zu Essen haben. Aber wie können wir hier einen Beitrag leisten, die Situation dieser Menschen zu verbessern?

Es liegt auch in unserer Hand

Klar, wir können spenden. Aber das ist bei weitem nicht alles! „Wer etwas gegen den Hunger in der Welt tun will, muss sich vor allem damit beschäftigen, wo seine eigenen Lebensmittel herkommen“, so bringt es die Sprecherin der Welthungerhilfe, Simone Pott, auf den Punkt. So ist unser übermäßiger Fleischkonsum durchaus ein Mitverursacher dieser globalen Missstände und das nicht nur der globalen Gerechtigkeit zuliebe. Auch für unsere Gesundheit ist eine ausgewogene Ernährung förderlich. Experten raten dazu, höchstens dreimal pro Woche Fleisch zu essen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Anstatt riesige Flächen bereitzustellen, um Futtermittel wie Getreide und Soja für Tierfutter zu produzieren, könnten hier Lebensmittel angebaut werden, die direkt als Nahrung für Menschen verwendet werden könnten. Zudem ist gerade der Sojaanbau für die Regenwälder Lateinamerikas eine der Hauptursachen für Landraub und der Zerstörung unserer grünen Lunge. Rund ein Viertel des weltweit angebauten Getreides wird heute an Tiere verfüttert. Wenn wir Fleisch kaufen, sollten wir Bio-Fleisch aus der Region verzehren, denn bei der Herstellung von Bio-Fleisch durch die Bio-Anbauverbände, wie Demeter und Naturland, ist es vorgeschrieben, dass die Erzeugung der Futtermittel am eigenen Hof zu erfolgen hat.

Vorausschauend einzukaufen um Lebensmittelmüll zu vermeiden ist ein weiteres Thema, dass uns alle betrifft. So banal es klingen mag, so wenig selbstverständlich ist es doch. Noch immer ist es z. B. bei Feierlichkeiten die größte Angst, dass uns das Essen ausgehen könnte. Dabei sollte es ein weiterer Grund zum Feiern sein, wenn wir am Ende nicht mit Bergen von Resten dastehen, die dann in die Tonne wandern. Auch leere Theken in der Bäckerei zum Ladenschluss sollten uns erfreuen, anstatt Unmut zu erzeugen. Es zeigt, hier wird mitgedacht. Die Liste der Möglichkeiten ließe sich noch beliebig fortsetzen. Natürlich können diese Dinge alleine Armut und Hunger nicht beseitigen, aber es sind viele kleine Puzzlesteine, die einen Beitrag dazu leisten unsere Welt ein wenig gerechter zu gestalten. Außerdem zeigt es, diese Ziele sind auch unsere Ziele, die sich nur in der Gemeinschaft verwirklichen lassen.

Herzlich grüßt
Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion

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