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Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft

  • Ackergifte? Nein danke!

    Ackergifte? Nein danke!

Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft

Am 27. November 2017 stimmte die EU-Kommission dafür, den Einsatz des Ackergifts Glyphosat für weitere fünf Jahre zuzulassen. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt votierte damals für Glyphosat im Alleingang. Einen Tag später, am 28. November, hat sich das „Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft“ gegründet. Auch wir von ebl-naturkost sind aktiver Bündnis-Partner.

Ein erschreckender Verdacht erhärtet sich: Pestizide, die in der konventionellen Landwirtschaft in extremen Mengen auf Äckern ausgebracht werden, bleiben nicht auf den vorgesehenen Feldern. Sie verbreiten sich unkontrolliert durch die Luft, werden eingeatmet und gelangen so direkt in unseren Körper. 2015 gab es dazu die Feldstudie „Urinale“ (www.urinale.org): 99,6 Prozent der Teilnehmer/innen hatten das Ackergift Glyphosat im Urin. Und das, obwohl sich über die Hälfte der Probanden vorwiegend „bio“ ernährten und Bio-Produkte erwiesenermaßen kaum Pestizidrückstände aufweisen.

So stellt sich die Frage: Woher kamen die Rückstände dieses Gifts? Der Verdacht: Es liegt in der Luft. Eine Pilotstudie, in der 2017 Baumrinden auf Rückstände untersucht wurden, hat außerdem gezeigt: Selbst an städtischen Standorten, wie z. B. dem Englischen Garten in München, waren Pestizide nachweisbar. Unter anderem waren diese Forschungserkenntnisse Anlass für die Gründung des „Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft“. Auf der BIOFACH im Februar 2018 präsentierte sich das Bündnis, bestehend aus der Bürgerinitiative Landwende, der Schweisfurth Stiftung und namhaften Bio-Herstellern und Bio-Händlern, zum ersten Mal der Öffentlichkeit. Das erklärte Ziel: eine enkeltaugliche Landwirtschaft, die im Austausch mit Politik, Gesellschaft und konventioneller Landwirtschaft gemeinsam gestaltet wird.

Bündnis – Kurzvorstellung:

„Wir sind Bio-Hersteller und Bio-Händler, viele von uns seit der ersten Stunde. Unter dem Motto ,Ackergifte? Nein danke!' machen wir uns dafür stark, dass ökologische Landwirtschaft zum Normalfall wird. Gifte haben auf unseren Äckern und in unserem Essen nichts zu suchen. Wir sind Visionäre, aber keine Träumer. Deshalb wissen wir, dass dieses Ziel nicht von heute auf morgen erreichbar sein wird. Wir arbeiten für einen pragmatischen Wandel hin zu einer Landwirtschaft ohne Ackergifte. Dabei setzen wir auf Dialog, unabhängige Forschung und fundierte Argumente. Es ist höchste Zeit für eine echte Landwende. Für Bio. Und für unsere Enkel.“

Mit der Kampagne „Ackergifte? Nein danke!“ fordert das Aktionsbündnis ein Umdenken in der Landwirtschaft und lädt gleichzeitig zum Dialog ein – damit auch zukünftige Generationen noch unbelastete Lebensmittel zu sich nehmen und in einer intakten Umwelt leben können. Besonders Anliegen: intensiv mit den konventionellen Landwirten ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam soll ein Maßnahmenpaket entwickelt werden für eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur, die auch die Artenvielfalt auf unseren Äckern bewahrt. Heike Kirsten vom Unternehmen Rapunzel fasst das Anliegen der Bündnispartner so zusammen: „Wir haben nur diese eine Welt: Das bedeutet höchste Verantwortung, die Erde so zu bewirtschaften, dass sie auch für nachfolgende Generationen lebenswert erhalten bleibt.“

Die Schweisfurth Stiftung unterstützt das Bündnis insbesondere durch die Koordinierung unabhängiger Forschung. Nach der Pilotstudie „Baumrinde 2017“ finanziert das Bündnis 2018 eine unabhängige Baumrinden-Untersuchung in Deutschland. Baumrinden speichern Substanzen aus der Umwelt. Dabei soll dem Verdacht nachgegangen werden, dass Pestizide nicht am Rand konventioneller Felder haltmachen, sondern sich flächendeckend durch die Luft ausbreiten. Es besteht die Gefahr, dass ökologische Landwirtschaft und Bio-Lebensmittelwirtschaft deshalb neben konventioneller Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie in Zukunft nicht mehr möglich sind. Sollte die Vermutung einer unkontrollierbaren Verbreitung der Pestizide über Städte und Bio-Äcker allerdings bewiesen werden, könnte das Konsequenzen für zukünftige Zulassungsverfahren haben.

Das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft möchte mit der Aktion „Ackergifte? Nein Danke!“ eine breite Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam machen und Unterstützung für unabhängige Forschungsprojekte mobilisieren. Auch Privatpersonen und Unternehmen sind herzlich eingeladen, sich z. B. als Standort-Pate für die Baumrinden-Studie oder durch Spenden zu beteiligen. Alle Infos dazu finden Sie auch unter www.enkeltauglich.bio und in den Flyern zu „Ackergifte? Nein danke!“, die in unseren ebl-Märkten ausliegen.

Herzliche Grüße

Christine Fröhlen für die ebl-Redaktion

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