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Bio wirkt – auch in unserer Region

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Bio wirkt – auch in unserer Region

Wieder einmal haben mehr als 3.700 Aussteller und mehr als 47.000 Fachbesucher die Biofach, die Weltleitmesse für ökologischen Landbau, in Nürnberg besucht. Stargast war dieses Jahr sicherlich Primatenforscherin, Umweltaktivistin und UN-Friedensbotschafterin Dr. Jane Goodall.

Sie hielt am 12.02. nicht nur die Eröffnungsrede für die Messegäste, sondern auch am Abend beim Auftakt der öffentlichen Veranstaltungsreihe „Biofach trifft Nürnberg“ einen Vortrag über ihr Leben und ihre Projekte. Die Veranstaltungsreihe feierte dieses Jahr bereits ihr 10-jähriges Jubiläum mit einem bunten Begleitprogramm, das die Themen der nur für Fachbesucher zugänglichen Messe für alle in die Stadt holte.

Jedes Mal, wenn ich während der Biofach durch die Hallen gehe, geht mir das Herz auf. Da ist so viel Herzlichkeit, Enthusiasmus und Lebensfreude zu spüren. Die nüchternen Messehallen werden lebendig und die Energie, die der Bio-Branche innewohnt, ist förmlich greifbar. Klar, die Branche ist größer geworden, dadurch auch etwas unpersönlicher, aber immer noch treffen sich hier viele Pioniere, Vordenker und Menschen, die ihr Leben einem Miteinander von Mensch und Natur verschrieben haben. Es macht auch Mut, die vielen kleinen Start-ups junger Menschen zu sehen, die versuchen Herzenssache und Broterwerb in ihrem Unternehmen zu verbinden. Die Branche lebt, Bio wächst und Bio wirkt und ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. „Bio wirkt!“, das war auch das diesjährige Motto der Biofach und des begleitenden Malwettbewerbs für Kinder zwischen acht und zehn Jahren. Noch bis zum 3. März können Sie die 30 schönsten Bilder des Malwettbewerbs in einer Ausstellung in der Kulturwerkstatt auf AEG in Nürnberg bewundern. „Lebt Bio, zerstört die Welt nicht“, so appellierte die 10-jährige Preisträgerin Michelle Paskewski bei der Preisverleihung.

„Wir müssen die Herzen unserer Feinde erreichen“

Mit diesem Gedanken hatte Dr. Jane Goodall ihre Eröffnungsrede auf der Biofach abgeschlossen. „Es gilt, all die, die direkt oder indirekt Menschenleben oder Natur zerstören im Herzen zu erreichen, nur dann würde sich etwas ändern“, so Goodall. Sie ruft auf, unsere Böden wiederzubeleben, die über viele Jahre hinweg durch chemisch-synthetische Düngemittel, Pestizide und Herbizide zerstört wurden; Biodiversität wiederherzustellen, die durch die industrielle Landwirtschaft verloren ging; Lebensräume für bestäubende Insekten zu schaffen sowie weltweit für eine pflanzliche Ernährung zu werben. Auf die Frage, was sich die 86-jährige für die Bio-Branche wünschen würde, formulierte Goodall klare Ziele: „Ich wünsche mir die Abkehr von der modernen industriellen Landwirtschaft, die Hinwendung zu nachhaltigen Methoden, Bio-Anbau, kleinere Betriebe, um mit und nicht gegen die Natur zu arbeiten.“ Auch Nürnbergs Bürgermeister Dr. Ulrich Maly betonte in seiner Abschiedsrede als Bürgermeister, dass nur über eine veränderte innere Haltung der notwendige Wandel möglich sein wird, dieser ließe sich aber eben nicht verordnen. Vielmehr entstehe Haltung durch Vorbilder und Anreize, aber eben auch durch unsere Nachfrage als Verbraucher.

Auch am Abend an der FAU in Nürnberg zum Auftakt der Reihe „Biofach trifft Nürnberg“ begrüßte Dr. Maly ein letztes Mal die rund 1.200 Besucher. Bereits zum 10. Mal organisiert der Nürnberger Verein Bluepingu e.V. als Teil des Bündnisses „Nürnberg – die Biometropole“ während der Biofach öffentliche Veranstaltungen, um die Themen der Messe auch in der Region erlebbar zu machen. Schon eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung war die 800 Zuschauer fassende Aula der Universität bis auf den letzten Platz gefüllt und auch der Ausweichraum, wo der Abend per Liveschaltung übertragen wurde, war voll. Es war beeindruckend zu erleben, wie die 86-jährige Jane Goodall noch vor Energie sprüht und wie sie gemeinsam mit Nina Treu vom Konzeptwerk Neue Ökonomie Visionen für die notwendigen Veränderungen mit dem Publikum diskutierte. Denn, da sind sich Goodall und die zwei Generationen jüngere Treu einig, es ist höchste Zeit für einen Wandel, in unseren Herzen, mit unserem Geldbeutel und in unserem Verhalten und dabei müssten wir gerade auch die erreichen, die uns heute noch feindlich gegenüberstünden.

Am Biofach-Samstag strömten dann zahlreiche Interessierte und Hobbygärtner*innen in die Kulturwerkstatt auf AEG, wo das 6. Nürnberger Saatgutfestival stattfand. Mehr als 35 Aussteller machten Lust auf den kommenden Frühling und zeigten die ganze Vielfalt alter Sorten aus unserer Region. Bleibt zu hoffen, dass die Saat in vielen Gärten, auf den Balkonen, in den Parks auf Brachflächen und an Häuserwänden aufgehen möge.

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun von bluepingu e. V. für die ebl-Redaktion

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