Artikelarchiv
51. Demeter Herbsttagung

  • Artenvielfalt erhalten und fördern

    Artenvielfalt erhalten und fördern

51. Demeter Herbsttagung

"Artenvielfalt erhalten und fördern", das ist das Motto der 51. Demeter Herbsttagung, die am Sonntag, 3. November wieder ab 10 Uhr im Rudolf-Steiner-Haus in Nürnberg stattfindet.

Nicht erst seit dem erfolgreichen Volksbegehren Artenvielfalt ist klar: ökologisch, artenreich und wirtschaftlich, nur so hat die Landwirtschaft, und nicht nur diese, eine Zukunft. Erzeuger, Händler und Sie sind eingeladen, gemeinsam zu diskutieren und zu genießen. Für das leibliche Wohl ist natürlich wieder gesorgt, selbstverständlich in Demeter-Qualität. Zum Abschluss des Tages gibt es dann auch noch einen Ohrenschmaus mit der Klezmerband "Schlamasseltov". Seit dem erfolgreichen Volksbegehren im Januar ist so einiges passiert. Das Volksbegehren Artenvielfalt "Rettet die Bienen!" wurde samt Begleitgesetz und umfassendem Maßnahmenpaket im bayerischen Landtag verabschiedet. So wurden bereits 15 neue Öko-Modellregionen geschaffen, die für den Aufbau von Wertschöpfungsketten, regionale Bio-Produkte und die Schaffung neuer Absatzkanäle in den Regionen, wie z. B. in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung, wichtige Impulse setzen sollen.

Noch wichtiger ist wohl der Prüfauftrag, den ökologischen Landbau in den Bereichen Ausbildung, Beratung, Forschung und Marketing entsprechend zu berücksichtigen. Denn nur, wenn nun auch die Strukturen entsprechend angepasst werden, ist eine Umsetzung der neu formulierten Ziele auch realistisch. Besonders gut gefällt mir auch die Vorgabe für staatliche Kantinen. Diese müssen nun einen Mindestanteil von 30 Prozent Öko-Lebensmittel an Wareneinsatz, soweit möglich natürlich aus der Region, nachweisen. "Der 17. Juli 2019 wird als wichtiger Tag für den Naturschutz in die bayerische Geschichte eingehen", so jubelt Agnes Becker, Beauftragte des Volksbegehrens und stellvertretende ÖDP-Landesvorsitzende. Das Volksbegehren hat auch gezeigt: Engagement aus der Bürgerschaft heraus lohnt sich. Das gibt hoffentlich den nötigen Schwung, um nun auch zu dringlichen Themen wie dem Klimaschutz schnell konkrete Maßnahmen zu erwirken.

Wie gelebte Artenvielfalt in der Praxis aussehen kann, davon wird Norbert Grenzebach auf der Demeter-Herbsttagung berichten. Er bewirtschaftet seinen Hof seit über 30 Jahren biologisch-dynamisch. Unter dem Thema "Artenreichtum auf Wiesen und Weiden - so gelingt es" zeigt er, dass Artenschutz und wirtschaftlich erfolgreiche Landwirtschaft kein Widerspruch sein muss.

Bauer sein aus Leidenschaft und Liebe zur Erde

Unter diesem Motto berichtet dann Familie Reinhart von der Umstellung ihres Betriebes in Gaurettersheim auf biologisch-dynamische Landwirtschaft. Bayern nimmt zwar, mit rund 10.000 Ökobetrieben und einer ökologisch bewirtschafteten Fläche von 345.000 Hektar, bundesweit derzeit den Spitzenplatz ein, aber noch immer ist der Anteil der Bio-Landwirtschaft viel zu gering. Laut Umweltbundesamt betrug der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche 2018 bundesweit 9,1 %. Seit Jahren wächst der Anteil weiter. Das ist erfreulich, aber natürlich längst nicht genug. Nur mit ökologischer Landwirtschaft lassen sich Klimaschutz, Artenvielfalt und wirtschaftliches Arbeiten unter einen Hut bekommen.

Die biologisch-dynamische Landwirtschaft trägt mit ihren deutlich strengeren Richtlinien in besonderer Weise zum Artenschutzund zum Erhalt unserer Umwelt bei. So dürfen beispielsweise bei Getreide nur samenfeste Sorten verwendet werden, Hybridsorten sind ausgeschlossen. Es ist wichtig, durch Informationsarbeit weitere Höfe zu überzeugen, dass eine Umstellung nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für das wirtschaftliche Überleben ihres Betriebes ist. Zur Stärkung nach all dem geistigen Input gibt es einen leckeren Mittagstisch der Frankenstube. Zum Abschluss geht es dann um die ökologische, wirtschaftliche und landschaftsprägende Bedeutung von Streuobst in Franken.

Da bei einer Demeter Tagung aber auch das Herz nicht fehlen darf, hat die Klezmer Band "Schlamasseltov" das letzte Wort. Die fünf Musikanten spielen Klezmermusik aus Osteuropa von jüdischen Musikern, den "Klezmorim", wie sie auf Hochzeiten und Dorffesten gespielt wurde. Der Eintritt für die Tagung ist frei. Für den Mittagstisch inkl. Getränke, Kaffee und Kuchen wird eine Pauschale von 15 Euro verrechnet. Organisiert wird die Tagung von einem Bündnis aus Demeter Bayern e. V., Demeter Erzeugerring e. V., Demeter Verbraucher Nürnberg e. V., Bio-Verbraucher e. V. und dem Arbeitskreis für biodynamischen Gartenbau Nürnberg.

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun von bluepingu e. V. für die ebl-Redaktion

Menu
Ich stimme zu.

Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.  Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung