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40 Jahre Barnhouse

  • ebl-Partner im Portrait:

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40 Jahre Barnhouse

In dieser globalisierten Welt ist es oftmals völlig intransparent, wie und wo Produkte produziert werden. Das ist bei ebl-naturkost anders. Dieses Mal möchten wir Sie hinter die Kulissen des langjährigen ebl-Partners Barnhouse blicken lassen.

Zum 40. Geburtstag der Bio-Müsli-Pioniere habe ich mich mit Andreas Bentlage unterhalten, der dort für das Marketing und das Produktmanagement verantwortlich ist. Zwei Menschen mit Pioniergeist, ein Backofen und ein Fahrrad - mit diesen "Zutaten" beginnt 1979 die Geschichte von Barnhouse. In der Küche ihrer Münchner Wohnung buken Neil Reen und Sina Nagl das weltweit erste Bio-Knuspermüsli, das Krunchy. Der Engländer Neil Reen und die deutsche Sina Nagl hatten damals, aus England inspiriert, die Idee, in Deutschland ein Bio-Knuspermüsli anzubieten. Das gab es damals noch überhaupt nicht.

Und offensichtlich war dies nicht die schlechteste Unternehmensidee, denn 40 Jahre später ist Barnhouse fester Bestandteil in jedem gut sortierten Bio-Markt. Sie nannten ihr Müsli Krunchy, bewusst mit K, um sich vom englischen Produkt abzusetzen. Zu Beginn wurde Krunchy in Schwabing backblechweise zu Hause zubereitet, Etiketten per Hand aufgeklebt. Schnell war die Nachfrage nach Krunchy aber so groß, dass die beiden 1981 aus der Wohnung in ihre erste Betriebsstätte im Münchner Schlachthofviertel umzogen. Auch hier wurde noch auf dem Backblech produziert. Nach einer Zwischenstation in Ismaning erfolgte dann 1998 der Umzug nach Mühldorf am Inn. Hier errichtete man eine moderne Produktion und bis heute ist Barnhouse Mühldorf am Inn treu geblieben.

Aus der Region, für die Region

Die Barnhouse Naturprodukte GmbH produziert ausschließlichin den eigenen Produktionsstätten. Dort beschäftigt das Unternehmen mittlerweile 90 Mitarbeiter/innen. Auch bei der Auswahl der Rohstoffe für die Knuspermüslis sucht das Team beständig nach Möglichkeiten, den Anteil regionaler Zutaten zu erhöhen. So bauen knapp 60 Partner-Landwirte in der Region Hafer und Dinkel für Barnhouse an. Mit ebl-naturkost verbindet Barnhouse eine jahrzehntealte Partnerschaft: "Wir haben nicht vergessen, wem wir unseren Erfolg zu verdanken haben. Barnhouse beliefert daher ausschließlich den Bio-Fachhandel." Ein schwieriges Thema ist das Palmfett. "Leider lehnen viele Kunden Palmfett mittlerweile generell ab. So haben wir uns entschieden, obschon wir mit Überzeugung ökologisch und sozial nachhaltiges Bio-Palmfett einsetzen, hier Alternativen zu suchen", so Bentlage. Aktuell stellt Barnhouse seine gesamte Produktion auf Sonnenblumenöl aus Europa um. Ab Herbst wird Barnhouse dann 100 % palmfett-frei sein.

Auch für die Artenvielfalt in Bayern ist Barnhouse aktiv. So macht das Unternehmen seit 2018 mit seinem Projekt "Barnhouse Bee Wild" auf die bedrohliche Situation der Wildbienen aufmerksam. Gesucht werden alljährlich 50 engagierte Bienen-Freunde, die von Barnhouse mit einem Nistkasten sowie Wildbienen-Kokons ausgestattet werden. Die Resonanz war überwältigend: Über 7.500 Menschen wollten sich für die Wildbienen engagieren. Gemeinsam mit seinen regionalen Partner-Landwirten will Barnhouse auch die Vielfalt der Ackerwildkräuter wieder zurück auf die Felder holen. Das Projekt "Macht die Äcker wieder wild" geht mit einigen Bauern an den Start, denen spezielles Regio-Saatgut für ihre Äcker zur Verfügung gestellt wird.

Krunchy gibt es mittlerweile in einer Vielzahl leckerer Variationen. So z. B. die Krunchy Joy Produktlinie, die mit 30 % weniger Zucker und 100 % regionalem Hafer gebacken wird. Auch der in zwei Sorten verwendete Mohn kommt aus Bayern. Mohn aus Bayern? Von Andreas Bentlage lerne ich, dass Blaumohn, der nicht mit dem roten Klatschmohn zu verwechseln ist, zu unseren ältesten Kulturpflanzen zählt. Er wurde noch bis in die 1940er-Jahre in Bayern von vielen Landwirten aktiv angebaut. Aufgrund strengerer Auflagen verschwand er ab den 1950ern komplett aus dem Landschaftsbild. Im Naturpark Steinwald versucht sich nun ein Bioland-Betrieb wieder erfolgreich am Anbau von Blaumohn. Das nächste Mal, wenn ich mein Lieblingsmüsli löffle, das Krunchy Erdbeere, werde ich an Wildbienen und Blaumohn denken. Und daran, dass ich schon mit dem Kauf meines Frühstücks die Welt ein klein wenig mitgestalten kann.

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun von bluepingu e. V. für die ebl-Redaktion

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