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Wie geht’s eigentlich unseren ebl-Bienen?

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Wie geht’s eigentlich unseren ebl-Bienen?

Gut! Und das ist nicht so selbstverständlich in diesem Jahr. Wir treffen uns vor Ort mit Imker Marc Schüller, der unsere ebl-Bienen betreut, um ihm bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Normalerweise wird den Bienen zweimal im Jahr Honig entnommen. Der Frühjahrsblütenhonig Anfang Juni und Mitte Juli der Sommerblütenhonig. Marc Schüller erzählt uns, dass er dieses Jahr bei unseren ebl-Bienen auf die Frühjahrshonigentnahme verzichtet hat, um ihnen die Möglichkeit zu geben, genug Honig zu sammeln.

Für die Nahrung der Bienen in der Natur gibt es natürlicherweise zwei wichtige Standbeine: Zum einen Blütennektar (vornehmlich den der Bäume) und zum anderen den Honigtau. Das Frühjahr war sehr warm und trocken, dann kam Kälte und Regen. In einem regenarmen Frühjahr sparen die Bäume an Nektar, weil sie selbst zu wenig versorgt sind. Das bedeutet wenig Futter für die Bienen. Honigtau ist eine zuckerhaltige Ausscheidung von an Pflanzen saugenden Insekten, von der sich die Bienen neben der Blütentracht ernähren. Aber schon leichter Regen reicht aus, um den Honigtau wegzuwaschen. Beides traf in diesem Jahr zu. In einem guten Jahr sammeln unsere beiden Bienenvölker zusammen bis zu 40 kg Honig. Dieses Jahr werden es schätzungsweise nur 15 bis 20 kg werden.

Daher ist die Spannung groß, als er im Juli den ersten Stock aufmacht um zu sehen, wie viel die Bienen gesammelt haben. Und die Freude ist groß: Die Bienen konnten im Honig­raum doch mehr Vorräte anlegen als gedacht. In schlechten Jahren, sagt er, gebe er den Bienen nach der Honigentnahme auch gleich Futter (in Form von Zuckerwasser), damit sie auf jeden Fall genug Nahrung haben. Dabei achtet er auf fair gehandelten Bio-Roh-Rohrzucker und auch sonst verwendet er nur naturbelassene Materialien für die Bienenstöcke und rückstandsgeprüftes Bio-Wachs, meist aus dem eigenen Wachs-Kreislauf.

Für die Bienen ist es seit dem 21. Juni, der Sommersonnwende, bereits Herbst und ihre Hauptaufgabe besteht darin, Honigvorräte für den Winter anzulegen. Bis Ende Oktober schrumpft das Bienenvolk von etwa 60.000 „Sommerbienen“ auf etwa 10.000 bis 15.000 „Winterbienen“. Während sich die immer weniger werdenden Sommerbienen noch um die Fütterung der Brut kümmern, fressen sich die Winterbienen ein Fett-Eiweiß-Polster an, um den Winter gut zu überstehen. Im Bienenstock wird jetzt alles darangesetzt, eine konstante Temperatur von 36 °C für die Brut aufrecht zu erhalten. Wird diese Temperatur nicht gehalten, stirbt die Brut.

Im September konnten wir dieses Jahr noch viele fast hochsommerliche Tage genießen. Wir haben nochmals nachgeschaut, was unsere ebl-Bienen gerade so treiben und beobachteten sie bei ihrem regen Flugverkehr am Flugloch. Leider ist diese hohe Aktivität nicht ganz unproblematisch. Die sommerlichen Temperaturen bis an die 30 °C verwirren die Bienen, sie legen immer noch viel Brut an, da sie denken, es sei vielleicht doch noch Sommer. Sie finden aber um diese Jahreszeit nicht mehr viel Futter. Für den Imker bedeutet das jetzt verstärkt darauf zu achten: den Bienen genügend zuzufüttern, damit sie ausreichend versorgt sind.

Der Bio-Imker erklärt noch, dass das Zusammenleben im Bienenvolk überaus sozial und demokratisch gestaltet wird. Dabei übernimmt eine Arbeiterbiene viele verschiedene Aufgaben. Während die einen z. B. Bau- oder Putzdienst haben, kümmern sich Ammenbienen um den Nachwuchs, Spürbienen und Sammelbienen sind für die Nahrungsbeschaffung zuständig. Und wie kommunizieren Bienen eigentlich miteinander? Sie tanzen! Mit dem sogenannten „Schwänzeltanz“, einem ausgefeilten Kommunikationssystem, teilt die Biene ihren Kolleginnen z. B. genau mit, wo sie viele Blüten entdeckt hat. Beachtlich ist, dass eine Biene an einem optimalen Tag auf ihrem Sammelflug bis zu 3.000 Blüten bestäuben kann. Gemeinsam mit anderen Bestäubern, wie z. B. Hummeln, Wildbienen oder Schmetterlingen, sind sie damit weltweit für die Entwicklung von Samen und Früchten unverzichtbar. „Bienen sind letztendlich der Schlüssel, dass unser Ökosystem funktioniert“, bringt es Marc Schüller auf den Punkt.

Und wie können wir die fleißigen Bienen noch unterstützen? Der Bienenhüter hat folgende Tipps: Den Bienen Nahrung und Lebensraum bieten, indem wir unsere Balkone und Gärten bienenfreundlich gestalten und blühen lassen z. B. mit Ringel- und Kornblumen, Sträuchern, Stauden oder Kräutern. Und beim Honig-Kauf auf Herkunft und Bio-Qualität achten, denn jeder ökologisch bewirtschaftete Hektar bietet die Chance auf blühenden, intakten Lebensraum mit hoher Artenvielfalt.

Herzlich grüßt
die ebl-Redaktion

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