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#KeinGradWeiter

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... das ist der Hashtag von Fridays for Future (FFF) für den globalen Klimastreik am Freitag, 25. September. Trotz Pariser Klimaabkommen, erdrückender Fakten rund um den Klimawandel und klarer Handlungsschritte, wie wir die Klimakrise bewältigen könnten, wird leider weiterhin in vielen Rathäusern und Parlamenten mehr geredet als gehandelt.

Deshalb schlagen in vielen Städten weltweit Menschen ihre Zelte vor den Rathäusern ihrer Stadt auf, denn, wie ein junger Aktivist mir kürzlich erklärte: "Wenn die Politiker und Politikerinnen diese Krise verschlafen, dann schlafen wir auch, und zwar vor den Rathäusern, um sie an ihre Versprechen und Abkommen zu erinnern".

Das ist die Idee des Klimacamps. Auch wenn die Corona-Pandemie den CO2-Ausstoß für den Augenblick teils etwas eingebremst hat, so ist das für unser Klima nur eine kurze Atempause. Von einer Entspannung der Klimakrise kann auch in Zeiten von Corona nicht die Rede sein. Egal ob Nürnberg, Augsburg, Hamburg oder Dresden, die in den Kommunen beschlossenen Maßnahmen sind nicht ausreichend, um zumindest im eigenen Verantwortungsbereich eine Politik zu machen, die die Pariser Klimaziele erreichen würde. So wurde in Nürnberg im Juni ein Klimafahrplan veröffentlicht, der weiterhin daran festhält, dass Nürnberg bis 2050 80 Prozent der Treibhausgas-Emissionen einsparen soll. Um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten, müsste die Stadt aber bereits 2035 komplett klimaneutral sein.

Klimaneutral bis 2035 geht anders

Ich habe mich mit Fabian Schreiner von Fridays for Future (FFF) unterhalten. Er ist einer der Mitorganisatoren des Klimacamps in Nürnberg. Nach dem Vorbild von Augsburg und anderen Städten hat Fridays for Future Nürnberg, unterstützt durch das Bündnis "Nürnberg for Future", seit 3. September seine Zelte am Sebalder Platz aufgeschlagen und ein Klimacamp als Mahnwache ausgerufen. So will das Bündnis als lebendiges Mahnmal auf die katastrophalen Auswirkungen der Klimakrise und das Versagen der politischen Entscheidungsträger*innen aufmerksam machen. Mindestens bis November will man ausharren und so hoffentlich mit der Nürnberger Stadtführung ins Gespräch kommen, denn gerade auch Kommunen tragen in dieser globalen Krise Verantwortung die Weichen Richtung Zukunft zu stellen.

Das Bündnis wünscht sich klare Signale der Kommunalpolitik, dass Klimaschutz in Nürnberg Priorität hat. Zentrale Forderungen sind unter anderem der Stopp des Frankenschnellweg-Ausbaus, eine autofreie Innenstadt, eine Verbesserungdes Radwegenetzes und der Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs. Mit dem Klimacamp will man den Druck erhöhen, so Schreiner, und außerdem zeigen, wie eine solidarische, nachhaltige Gesellschaft aussehen könnte, indem hier ein Ort zu entsteht, an dem das teilweise schon gelebt wird. Und ganz praktisch ist das Camp ein Ort der Vernetzung und eines vielfältigen Veranstaltungsprogrammes, das von Information über Diskussionen bis hin zu kulturellen Angeboten reicht. Ist man auf dem Klimacamp, dann merkt man schnell, hier geht es nicht nur um Forderungen und Fakten, sondern auch darum, wie gemeinsam gelebt, organisiert und entschieden wird. Meist sitzen die Anwesenden bei Treffen im Kreis, es wird gemeinsam entschieden und wenn es Bedenken gibt, dann werden die nicht weggewischt, sondern angehört, diskutiert und es werden Wege gesucht, diese auszuräumen, auch wenn das nicht immer einfach ist.

Viele, vor allem junge Menschen verlieren mehr und mehr die Geduld. Selbstverständlich wünschen sie sich eine Zukunft ohne Klimakatastrophen. Dafür müssen wir auf die CO2-Bremse treten und dazu braucht es politischen Willen. Idealerweise würde sich Fabian wünschen, das Camp solange fortzuführen, bis die Stadt einen überzeugenden Fahrplan zur Erreichung zukunftsweisender Klimaziele vereinbart hat, aber er weiß natürlich auch, dass das ziemlich lange dauern könnte und der nächste Winter kommt bestimmt, auch wenn die immer milder werden. Ich wünsche all den Engagierten, dass sie für ihre Ausdauer belohnt werden, das wäre ein Gewinn für uns alle.

Herzlich grüßt

Frank Braun (freier Autor)

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