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Gene Drives – keine genetische Kettenreaktion in der Natur!

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Gene Drives – keine genetische Kettenreaktion in der Natur!

Im Februar 2020 hatten 29 deutsche Organisationen, darunter auch die großen Bio-Anbauverbände, die AGL u.v.a. in einem offenen Brief an die Ministerinnen Karliczek, Klöckner und Schulze gefordert, sich bei anstehenden internationalen Verhandlungen für ein globales Gene Drive Moratorium auszusprechen. Denn es stehen in 2020 wichtige Weichenstellungen hinsichtlich der Gene Drive Technologie an.

Mit der sogenannten CRISPR-Sequenz ist man in der Lage neue Informationen in das Erbgut von Lebewesen einzuschleusen. Die Implikationen dieser neuen Technologie sind weitreichend. So könnten mit Hilfe dieser Technologie künftig natürliche Populationen wie Insekten, Wildpflanzen und wildlebende Säugetiere in ihrem Erbgut dauerhaft manipuliert werden. Es wäre möglich natürliche Populationen durch gentechnisch veränderte Organismen zu ersetzen, bestimmte Arten zu dezimieren oder sogar auszurotten. Wollen wir das wirklich oder ist das nicht die sprichwörtliche Büchse der Pandora, die wir dann doch öffnen werden?

Worin liegt der mögliche Nutzen von Gene Drives?

Wie so oft führen die Befürworter von Gentechnik auch hier einen guten Zweck ins Feld, um die Technologie gesellschaftsfähig zu machen, wie z.B. die Ausrottung von Malaria. Aber die Anwendungsfelder dieser neuen Technologie sind vielfältig. Sie könnten, neben möglichen medizinischen Anwendungen, auch im Bereich der Landwirtschaft, des Umweltschutzes aber eben auch für Biokampfstoffe im militärischen Bereich angewendet werden. Solche Modifikationen sind massive Eingriffe in unser Ökosystem, welche nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Haben wir wirklich verstanden, welche Konsequenzen die Ausrottung beispielsweise eines Schädlings für das Gesamtökosystem hat? Welche anderen Arten haben sich davon ernährt, die dann vielleicht auch aussterben würden? Es gibt leider genug schreckliche Beispiele aus der Vergangenheit, die zeigen, welche schwerwiegenden Folgen der vorschnelle Einsatz un­ausgereifter Technologien haben kann. Denken wir nur an Asbest, Thalidomit (Contergan) oder das Insektizid DDT. Im Gegensatz zu diesen wären die Konsequenzen einer Fehleinschätzung bei dieser Technologie aber um Faktoren komplexer und wohl kaum rückholbar, wenn sie erst einmal in die Natur eingeschleust wäre. Ein guter Einstieg, um die Wirkungsweise von Gene Drives zu verstehen bietet ein Kurzfilm, der unter folgendem Link kostenlos angesehen werden kann: www.stop-genedrives.eu/videos. Wer etwas mehr Zeit hat, dem sei der Film Human Nature empfohlen, der auf allen großen Video-Plattformen ausgeliehen werden kann.

Petition Stop Gene Drives

Auch wenn eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gegen den Einsatz von Gentechnik ist, geht die Forschung ungebremst weiter und das weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es ist wichtig, dass dieses Thema mehr öffentliche Aufmerksamkeit bekommt. Wir sollten uns mit diesen schwierigen Fragen auseinandersetzen, uns eine Meinung bilden und einen Konsens finden. Sind wir wirklich Willens für den möglichen Nutzen dieser Technologie unser Gesamtökosystem solchen Gefahren auszusetzen? Noch gibt es für den Einsatz von Gene Drives keine international verbindlichen Regeln und Gesetze aber der Wettlauf um die Märkte hat bereits begonnen. Daher bedarf es hier schnell verbindlicher Regeln, ehe wir weitere Forschung erlauben. Mehr als 200 Organisationen weltweit haben eine Petition auf den Weg gebracht, um dieses komplexe Thema auf die internationale Agenda zu bringen. Mit Ihrer Unterschrift können Sie ein Zeichen setzen und dazu beitragen, dass sowohl in der Europäischen Union als auch auf internationaler Ebene, insbesondere bei der COP 15 der UN Biodiversitätskonvention im Oktober 2020 ein globales Gene Drive-Moratorium auf der Agenda steht.

Die Petition finden Sie im ausliegenden Infobrief Saatgutfonds oder unter:
www.stop-genedrives.eu/petition

Herzlich grüßt
Frank Braun von bluepingu e. V. für die ebl-Redaktion

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