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Fair statt mehr

  • Faire Woche

    Faire Woche

Fair statt mehr

… mit diesem Motto hinterfragt die diesjährige Faire Woche vom 11. bis 25. September mit Blick auf Ziel 12 der nachhaltigen Entwicklungsziele, wie Konsum- und Produktionsmuster aussehen müssten, um möglichst vielen Menschen weltweit ein gutes Leben zu ermöglichen. Denn immer noch leiden mehr als eine Milliarde Menschen unter Hunger und Armut.

Darüber hinaus gefährden der Klimawandel und das Artensterben unsere Lebensgrundlage. All das hat viel damit zu tun, wie wir Güter weltweit unter Missachtung von Menschen- und Naturrechten produzieren und welche Kriterien beim Kauf von Waren darüber entscheiden, ob etwas in unserem Einkaufskorb landet.

Ob Öl, Holz, Plastik oder Nahrungsmittel, für unsere derzeitige Idee des wirtschaftlichen Fortschritts verbrauchen wir weiterhin wider besseres Wissen mehr und mehr Ressourcen. Die Menge an Rohstoffen, die wir zur Herstellung unserer Produkte brauchen, hat sich seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt. Der Wandel zu einer Wirtschafts- und Lebensweise, die die natürlichen Grenzen unseres Planeten respektiert, kann nur gelingen, wenn wir sowohl unsere Konsumgewohnheiten, als auch unsere Produktionstechniken umstellen. Dazu sind international gültige Regeln für Arbeitsrechte, Gesundheits- und Umweltschutz wichtig. Genau damit befasst sich Ziel 12 der nachhaltigen Entwicklungsziele.

Aber wie so oft folgen gut gemeinten Worten die Taten viel zu schleppend. So ist es dann doch wieder an der Zivilgesellschaft, durch eigene Initiativen Bewegung in diese viel zu langsamen politischen Prozesse zu bringen. Eine dieser Initiativen, die in Nürnberg geboren wurde, möchte ich heute vorstellen: die Fair Toys Organisation (FTO). Entstanden war die Idee im Nürnberger Bündnis Fair Toys. Nürnberg hat, als Gastgeberin der Spielwarenmesse, eine lange Tradition als Spielzeugstadt. Da war es naheliegend, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Ziel des Bündnisses ist es, neue Maßstäbe für sozial- und umweltverträglich hergestelltes Spielzeug zu setzen. Am 14. Juli 2020 war es soweit, im Nürnberger Spielzeugmuseum gründeten Vertreter und Vertreterinnen der Industrie und Zivilgesellschaft die FTO.

Eine neue Packung Ehrlichkeit

Das wünscht sich der frisch gewählte Vorstand Maik Pflaum (Christliche Initiative Romero e. V.) von der Fair Toys Organisation. Der Vorstand des neuen Bündnisses ist paritätisch von Vertreter*innen der Unternehmensseite und aus der Zivilgesellschaft besetzt. So ist sichergestellt, dass Produzent*innen und Zivilgesellschaft auf Augenhöhe Entscheidungen treffen. Hauptproduktionsland für Spielwaren ist China. Dort sind Arbeitsrechtsverletzungen an der Tagesordnung, wie der 2019 veröffentlichte Toy Report aufzeigte. Die FTO will ein unabhängiges Siegel etablieren, das uns beim Einkauf als Orientierung dienen soll. Aber der Weg dorthin ist sicherlich noch weit. Pflaum glaubt, dass es mindestens noch zwei Jahre dauern wird, ehe wir mit einem solchen Siegel rechnen können. Weitere Informationen zum Thema finden sie unter: www.fair-toys.org

Wie immer gibt es zum Start in die Faire Woche auch im Nürnberger Agenda-21-Kino am 13. September um 11.30 Uhr einen passenden Film. „Morgen gehört uns“ heißt der Dokumentarfilm, der Kinder und Jugendliche begleitet, die sich gegen gesellschaftliche Missstände wehren. Ob Umweltverschmutzung oder fehlende Schulbildung, Obdachlosigkeit oder Kinderehen – die Jugend verliert mehr und mehr die Geduld mit uns. Greta Thunberg ist das wohl bekannteste Gesicht einer Generation, die sich um ihre Zukunft betrogen fühlt. Diese jungen Menschen lassen sich von keinem sagen, dass sie zu klein, zu machtlos oder zu unwissend sind, um gegen die allgegenwärtigen Ungerechtigkeiten zu kämpfen. Der Film zeichnet den Weg einiger junger Menschen rund um den Globus nach und begibt sich auf Spurensuche. Woher nehmen sie ihren Mut? Woher kommen diese kreativen Ideen? Ein Film der Mut macht. Vielleicht genau das Richtige in dieser Zeit.

Wie immer ist der Eintritt kostenlos, dank der Unterstützung durch ebl-naturkost. Reservieren können Sie per E-Mail unter: reservierungcasablanca-nuernberg.LÖSCHEN.de

Herzlich grüßt
Frank Braun (freier Autor)

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