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Ein Silberstreif am Horizont

  • Gemeinsam hoffen

    Gemeinsam hoffen

Ein Silberstreif am Horizont

Was für ein Jahr! Wohl niemand hätte Anfang des Jahres gedacht, dass sich unser Alltag durch ein Virus in so kurzer Zeit so drastisch verändern könnte, und das weltweit. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit spüren wir, was uns am meisten fehlt: Gemeinschaft, Nähe und Geselligkeit.

Aber es gibt nicht nur Schatten in dieser Krise. Das Klima bekam eine Atempause. Eine Zeit lang konnten Menschen in den Millionenmetropolen wie zum Beispiel Peking wieder blauen Himmel sehen. Corona zeigt auch, dass wir als Gesellschaft in der großen Mehrheit solidarisch leben wollen und bereit sind, große Opfer dafür zu erbringen, die­jenigen zu schützen, für die das Virus besonders gefährlich sein kann.  

Nach einem Sommer, der in vielen von uns die Hoffnung weckte, wir hätten das Schlimmste überstanden, hat uns die Wucht dieser zweiten Welle gerade jetzt in der Weihnachtszeit besonders hart getroffen. Ganze Branchen bangen um ihre Existenz: Restaurants, Kunst- und Kulturschaffende, Kinos, die Reiseindustrie etc. Wohl jeder von uns kennt Menschen, die sorgenvoll in die Zukunft blicken. Besonders trifft es auch all diejenigen, die gerade alleine leben, zu Hause oder in Altenheimen. In diesen Monaten wurde uns umso mehr bewusst, wie wichtig Sozialkontakte für unser Wohlbefinden sind.

Aber es gibt auch Positives zu berichten!

Es sind die Geschichten von Nachbarn, die sich vorher kaum kannten und nun einander helfen oder Solidaritätsaktionen für Künstler*innen, für Obdachlose, für Firmen, für Restaurants, für Kinos, die auch Hoffnung machen. Der in den letzten Jahren so oft benutzte Begriff des Gemeinwohls wird auf einmal ganz praktisch erfahrbar. Viele unter uns wissen ganz instinktiv, was zu tun ist, rollen die Ärmel hoch und packen mit an.

Auch die Natur konnte diesem Jahr sicherlich einiges Gutes abgewinnen.

So zeigte eine Auswertung der Europäischen Umweltagentur für das Frühjahr 2020, dass das Aufkommen bestimmter Luftschadstoffe in vielen europäischen Ländern, in denen im Frühjahr 2020 Ausgangsbeschränkungen galten, um bis zu 60 % zurückgegangen ist. Demnach sind in diesem Zeitraum in der Atmosphäre über Deutschland und Mitteleuropa weniger extreme Stickstoffdioxid-Werte gemessen worden. Dieser positive Aspekt der Krise hat in 2020 sicherlich die Lebensumstände vieler Menschen verbessert. Luftverschmutzung ist laut Weltgesundheitsorganisation – nach Tabakkonsum – die zweithäufigste Ursache von Todesfällen aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten! Auch der um 95 % reduzierte Flugverkehr hat zumindest für das Klima sehr positive Nebeneffekte.

Aus der Not eine Tugend gemacht haben auch viele Bildungsträger. So war 2020 sicherlich auch das Jahr der Online-Kurse. Ob Yoga, Kunstgeschichte oder Sprachen lernen: Viele bieten aktuell tolle Kurse an, und das zu sehr erschwinglichen Preisen oder sogar kostenfrei. Das schafft vielfältige Möglichkeiten, sich neues Wissen anzueignen. Da viele Menschen im Home-Office arbeiten, ist dafür auch mehr Zeit, zumal man sich die An- und Abfahrt zum Arbeitsplatz und zu den Kursen sparen kann. Diese Entschleunigung führt bei vielen dazu, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und wir machen uns wieder mehr Gedanken um unsere Mitmenschen.

Vielleicht legt ja die Erfahrung, wie sinnstiftend es sein kann, Geld und Zeit für das Gemeinwohl zu investieren, mehrheitlich ein neues Fundament für unser Miteinander auch nach der Krise. Wenn wir da jetzt auch noch die Natur mitdenken, dann könnte diese Krise am Ende tatsächlich auch Gutes für unsere Zukunft bringen.

Herzlich grüßt
Frank Braun (freier Autor)

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