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1.5 für eine klimagerechte Zukunft

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    1.5 für eine klimagerechte Zukunft

1.5 für eine klimagerechte Zukunft

Im November 2015 hat die UN-Klimakonferenz in Paris bekräftigt, dass alle Anstrengungen unternommen werden sollen, um die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Davon sind wir derzeit weit entfernt. Ohne ein Mitmachen aller politischen Ebenen und uns allen, wird die Erderwärmung nicht zu stoppen sein. Dazu braucht es auch einen kulturellen Wandel, um ein zukunftsfähiges Lebensmodell als das neue „Normal“ bei jedem von uns zu hinterlegen.

In Bayreuth hat sich 2017 das forum1.5 formiert. Das forum1.5 will eine Plattform für all diejenigen sein, die sich in der Region für eine klimagerechte Zukunft einsetzen wollen. Ziel ist es, möglichst viele Menschen zusammen zu bringen und gemeinsam eine lokale Agenda über nötige und mögliche Beiträge zu formulieren und umzusetzen.

Nun soll auch im Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen eine ähnliche Initiative gestartet werden. Ich habe mich mit Prof. Dr. Manfred Miosga, Professor für Stadt- und Regionalentwicklung an der Universität Bayreuth, unterhalten, der das Forum mit aus der Taufe gehoben hat.

Frage: Welche Ziele hat das Forum?

Das forum1.5 will diejenigen Akteure aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenbringen, die in der Region Bayreuth an einem Wandelprozess zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise arbeiten wollen. Derzeit zerstören wir die natürlichen Lebensgrundlagen unserer heutigen Zivilisation. Da viele Entscheidungen auf der Ebene der Kommunen gefällt werden – z.B. wie wir uns mit Energie versorgen, wie mir mobil sind, wie wir Bauen und Wohnen, wie wir mit Fläche umgehen – ergibt es Sinn in den Kommunen an Lösungen zu arbeiten. Zentral sind dabei sogenannte Reallabore, also kleinräumige Kontexte, in welchen unter realen Bedingungen wissenschaftliche Konzepte zur Transformation und verschiedene Handlungsmöglichkeiten erprobt und getestet werden können. Das forum1.5 soll als Plattform dienen, um die Entstehung derartiger Real­labore zu fördern.

Frage: Was wurde bislang erreicht?

Das forum1.5 organisiert fachliche Workshops und wissenschaftliche Vorträge. Zudem dient es als Plattform für neue Ideen und für den Erfahrungsaustausch der Wandelakteure untereinander. Es hat sich eine Regionalwert AG gegründet, die Beteiligungskapital einsammelt, um entlang der gesamten Wertschöpfungskette, Unternehmen einer biologische Nahrungsmittelerzeugung mit Eigenkapital zu versorgen. Die Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft „Hamsterbacke“ e.V. hat ihre Idee auf dem forum1.5 vorgestellt, getestet und einen „Unverpackt-Laden“ in Bayreuth gegründet. Ein Lastenfahrrad-Unternehmen ist als Geschäftsidee entstanden und eine Initiative für ein solidarisches und ökologisches Wohnquartier bewirbt sich um den Zuschlag eines Wettbewerbs um die Umgestaltung eines Stadtquartiers. In Zukunftskonferenzen konnten wichtige Impulse für die Vision einer nachhaltigen Mobilität in der Region Bayreuth-Kulmbach vorgelegt werden, die nun in die Erstellung von Verkehrsentwicklungspläne einfließen. Eine Gruppe von Unternehmen will sich über die Gemeinwohlökonomie zertifizieren zu lassen, um damit sozialen und ökologischen Kriterien einen höheren Stellenwert einzuräumen.

Frage: Nun soll ja auch im Großraum Nürnberg, Fürth und Erlangen ein solches Forum entstehen. Welche neuen Impulse könnte das Forum der Region geben?

Ein wichtiger Impuls ist es, die wissenschaftliche Forschung zu Transformationsprozessen für regionale Akteure aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft aufzubereiten und verfügbar zu machen. Zudem ist es wichtig sich auszutauschen und Raum für neue Impulse und Ideen zu schaffen. Das forum1.5 hilft, die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft aufzufordern und sie zu unterstützen, das notwendige Umsteuern einzuleiten und durchzustehen.

Es wäre schön, wenn wir auch im Großraum zu einem Zentrum einer wachsenden Bewegung werden, die an einer zukunftsfähigen regionalen Entwicklung arbeitet.

Herzlich grüßt
Frank Braun (freier Autor)

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