Weiherblasch

Frischer Fisch vom Weiherblasch

Zu Besuch bei Familie Kraus in der Oberpfalz

Im Naturpark Oberpfälzer Wald (zwischen Lindau und Schönsee) liegt in Alleinlage die biologische Fischzucht der Familie Kraus (Christel, Johann und Tochter Andrea) und ihr Bio-Restaurant „Weiherblasch“.

Dieser ungewöhnliche Name für das Gasthaus in einer ehemaligen Mühle aus dem 17. Jahrhundert bedeutet im Oberpfälzer Dialekt „Möwe“. Im Restaurant kocht Eigentümer Johann Kraus ausschließlich Frisch-Küche (slow food) mit Zutaten aus den eigenen Fischteichen, aus Erzeugnissen von Bio-Landwirten und Gärtnern sowie aus der herrlichen Natur vor der Haustür, wie z.B. Bärlauch aus Wildkräutersammlung.

 


Seine vier Fisch-Teiche, umgeben von Wald und Wiesen, wurden bereits 1960 vom Vater von Johann Kraus in Form von Terrassen angelegt. Die Teichanlage (seit 2008 ökologische Aquakultur) wird vom Mierbach gespeist, dessen Quelle drei Kilometer bachaufwärts im Naturschutzgebiet liegt. Sie liefert auch das hervorragende Leitungswasser aus dem eigenen Brunnen. In den Teichen leben Bach- und Regenbogenforellen sowie Saiblinge. Als Bio-Fische haben die Tiere viel Platz zum Schwimmen (niedrige Besatzdichte, Wassertiefe bis 2,3 Meter) und genug Zeit zum Wachsen, – zwei bis zweieinhalb Jahre brauchen seine Fische bis zur Schlachtreife.

Nicht nur das exzellente, sauerstoffhaltige Wasser trägt zu ihrer Gesundheit bei. Auch das hochwertige Bio-Futter spielt eine entscheidende Rolle: Während konventionelles Futter häufig Fischmehl aus Beifang bzw. Tiermehl enthält, muss das Futter für Bio-Fische nach der EG-Ökoverordnung aus nachhaltiger Nutzung der Fischerei stammen. Das Naturland-zertifizierte Futter für die Weiherblasch-Fische enthält daher Meeresfischöl und -mehl aus Kopf und Gräten, die bei der Verarbeitung von ökologischen Fischen für den menschlichen Verzehr als Nebenprodukt anfallen, sowie Erbs- und Sonnenblumenmehl (pflanzliche Proteine) Rapsöl, Vitamine und Mineralstoffe (alle in Bio-Qualität).

Auch rund um die Teiche ist die Natur im Gleichgewicht: Zur Rasenpflege setzt Johann Kraus vier Schafe ein. Gegen Parasiten wiederum sind einige Lauf-Enten unermüdlich aktiv. Wir haben Glück: beim Spaziergang bachaufwärts identifiziert Johann Kraus einen seltenen Fischadler, der über den Baumspitzen seine Kreise zieht. Auch wenn dieser - neben Reihern, Fischottern und Mardern – zu den natürlichen Feinden seiner Forellen und Saiblinge zählt, nimmt Johann Kraus es gelassen: „Er kann gerne etwas abhaben. Dann kommen wenigstens die Reiher nicht."

Wir sind dabei, als die Donnerstags-Lieferung für ebl-naturkost aus den Teichen abgefischt wird. Beim Abfischen sitzt jeder Handgriff, aber es ist auch echte Hand- bzw. Knochenarbeit: Im Teich mit den Saiblingen werden die Fische mit einem Netz eingesammelt, indem eine Person hält und die andere einmal im Kreis um den Weiher herum geht. Mit einem Kescher (der voll mit Fischen schon mal 40 kg wiegen kann) werden die Fische in einen großen Wassereimer gehoben, der auf dem Rand des Teichs in einer Schubkarre steht. Die zu kleinen bzw. zu jungen Fische wirft Johann Kraus direkt wieder in den Teich zurück. Jeder schlachtreife Fisch wird sofort mit einem Schlag auf den Kopf getötet, ohne dass die Tiere unnötig leiden müssen (wie z.B. beim Töten durch Ersticken).

Mit der vollen Schubkarre balanciert Johann Kraus am Teichrand entlang zum Schlachtraum neben der Räucherkammer. Mit einer Absaugmaschine (Schlachthilfe) entfernt er die Innereien der Fische. Anschließend werden sie direkt gewogen, in Vakuum verpackt (vakuumiert) und etikettiert. Ein Teil der frischen Fische kommt – gepfeffert und gesalzen, gefüllt mit Kräutern oder Kräuterbutter in die Räucherkammer und wird dort über Buchenholzspänen geräuchert.

Unser hervorragender Gastgeber sorgt sich inzwischen um unser leibliches Wohl: Aus den gerade frisch gefangenen Fischen zaubert er in kurzer Zeit ein unglaublich leckeres Feinschmecker-Essen – Saibling in Sesamkruste auf Spargel mit Süßkartoffelpüree –, das wir zusammen mit Johann Kraus und seiner Frau Christel im Wintergarten genießen. Weil es so lecker war, haben wir Ihnen das Rezept gleich mitgebracht.

Den fangfrischen Fisch vom Weiherblasch dafür bekommen Sie immer donnerstags bei ebl-naturkost in der Kühltheke. Oder Sie besuchen die Familie Kraus selbst einmal in der Oberpfalz und lassen sich verwöhnen - vom Genuss, der Natur und einer großen Portion Gastfreundschaft.

Herzliche Grüße

Christine Fröhlen für die ebl-Redaktion

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