Demeter-Imkerei Jacob-Hofmann

  • Imkerei Jacob-Hofmann

Harte Arbeit, süßer Lohn

Zu Besuch bei der Demeter-Imkerei Jacob-Hofmann in Ohrenbach

Der Beginn des Bienenjahres 2016 war gar nicht so vielversprechend: Als ich die Imker Irmi Jacob und Martin Hofmann Mitte Mai besuche, liegt ein kalter April und eine harte erste Maihälfte hinter Imker und Bienen.

Aufgrund der ungünstigen Witterung (zu kalt, zu nass) konnten die Bienen im April nicht ausfliegen, brauchten aber dringend Pollen zur Versorgung ihrer Brut und wollten Nektar sammeln, um ihre Vorräte aufzufüllen. Bienen fliegen ab etwa 12 Grad Celsius und in einem Umkreis von durchschnittlich drei Kilometern. Finden sie in diesem Umkreis keine Blüten, vergrößert sich ihr Flug-Radius, was natürlich anstrengender ist und mehr Energie kostet. Leider gibt es durch die extensive Landwirtschaft und die Nitratbelastung der Böden insgesamt immer weniger Blühpflanzen. Und auch ein großes Rapsfeld liefert nicht rund um die Uhr Nektar, sondern nur zu bestimmten Tageszeiten.

Unabhängig vom Ertrag überlassen Irmi und Martin ihren Bienen-Völkern immer einen Teil des Honigs, damit diese einen guten Vorrat einlagern können. "Trotz großer Futtervorräte hat man als Imker immer etwas Sorge, dass die Bienenvölker Hunger leiden könnten", erzählt mir Martin Hofmann. Wichtig ist den Demeter-Imkern vor allem der wesensgemäße Umgang mit ihren Bienen: Die Bienen legen in ihren Stöcken Naturwaben an, was ihrem natürlichen Bautrieb entspricht und sich positiv auf Wachsqualität und Honig auswirkt. Sie dürfen sich über Naturschwärme vermehren, also nur, wenn sie selbst in Schwarmstimmung sind. Im Winter versorgt sie Imker Hofmann mit Bienenfutter, das er nach Demeter-Rezept aus Honig, Wasser, Kräuteressenzen und ätherischen Ölen herstellt.

Um im Bienenstock einen Blick in den Brutraum mit den Waben werfen zu können, statte ich mich zum Schutz gegen die Wächterbienen mit Imker-Schutzkleidung aus: stichfeste weiße Jacke, Imkerhut mit Schleier und Handschuhe. Die Bienenkästen (Holz-Beuten) bestehen aus mehreren Stockwerken: unter dem Honigraum liegen die Bruträume, in denen die Waben an den Rähmchen hängen. Die einzelnen Elemente (Zargen) haben mit dem Holz, den honig- oder brutgefüllten Wachswaben und den Bienen, die darauf herumkrabbeln, ein ganz schönes Gewicht. Zur Pflege der Völker und zum Entnehmen des Honigs muss der Imker die Bienenkästen regelmäßig öffnen und prüfen. Und Martin Hofmann kümmert sich gleichzeitig um etwa 70 - 100 Bienenvölker (im Sommer mit bis zu 60.000 Bienen pro Volk)!

Mir war bisher nicht bewusst, dass die Imkerei so schwere Handarbeit ist und dass das Naturprodukt Honig vollen körperlichen Einsatz verlangt. Der Honig, sozusagen der süße Lohn, ist Martin Hofmann aber in jedem Fall die Mühe wert. Dafür steuert er als Imker gern seinen Teil bei: Denn er sorgt durch seine Pflege und die wesensgerechte Haltung dafür, dass es seinen Bienen auch bei kälteren Wintern oder heißeren Sommern gut geht und sie nicht nur widerstandsfähig bleiben (z.B. gegen Parasiten wie die Varroamilbe), sondern sich auch vermehren.

Bei Kaffee und von Irmi Jacob liebevoll selbstgemachten Bienen-Cupcakes gibt Martin Hofmann zu: Manchmal ist es frustrierend, dass der Erfolg der Arbeit nicht nur vom eigenen Einsatz abhängt, sondern auch maßgeblich vom Wetter und anderen Umwelteinflüssen bestimmt wird. Beispielsweise geht auch vom Glyphosat eine große Gefahr aus, weil es das Nervensystem der Bienen angreift und z.B. ihre Orientierungsfähigkeit beeinträchtigt.

In einem guten Honig-Jahr kann die Trachtzeit, in der unsere heimischen Bäume und Pflanzen Blüte tragen, insgesamt etwa 12 Wochen dauern. Später erfahre ich von Imker Hofmann, dass die Trachtlücke, in der keine Blüten in der Vegetation zu finden sind, dieses Jahr bis in den Juni hinein gedauert hat. Erst ab 23.06. konnten die Bienen wieder Nektar von Blüten der Region sammeln. Der Ertrag im Juni entscheidet darüber, ob im jeweiligen Jahr ein Sommerblütenhonig geerntet werden kann. Höhepunkt des Bienenjahres ist übrigens die Sommer-Sonnenwende am 24.06. (Johannistag), danach geht die Bienenzahl in den Völkern langsam wieder zurück.

Zum Glück ist es für Irmi Jacob und Martin Hofmann und ihre Bienen diesmal doch noch ein gutes Bienenjahr geworden und wir dürfen uns über ihren fränkischen Sommerblütenhonig freuen, den Sie seit dieser Woche wieder in allen ebl-Märkten erhalten.

Herzliche Grüße

Christine Fröhlen für die ebl-Redaktion

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