Demeter-Hof Schwab

  • Was lange währt …

35 Jahre Demeter-Hof Schwab

Im westlichen Mittelfranken im Kreis Ansbach liegt der Demeterhof Schwab. Seit Generationen betreibt die Familie Schwab hier Landwirtschaft. Zum 35. Geburtstag des Demeterhofs möchten wir Ihnen diesen langjährigen ebl-Partner einmal etwas näher  vorstellen.

Wo Innovation und Tradition gute Freunde sind

Normalerweise empfinden wir Innovation als natürlichen Feind guter Traditionen. Dass es durchaus auch anders sein kann, zeigt das Beispiel der Schwabs. Bereits 1983 hatte der mittlerweile verstorbene Hans Schwab den Betrieb auf biologisch-dynamische Landwirtschaft umgestellt. Mittlerweile hat sein Sohn Andreas gemeinsam mit seiner Frau Michaela den Hof übernommen. Die Schwabs sind der Landwirtschaft und Demeter seit Jahrzehnten treu geblieben, und doch hat sich vieles in den letzten 35 Jahren verändert, wie mir Michaela Schwab berichtet:

„Zu Beginn lebten wir von der Milchwirtschaft und Kartoffeln, heute haben wir die Milchwirtschaft komplett aufgegeben und dafür den Anbau alter heimischer Getreidesorten begonnen.“ 130 Hektar Fläche bewirtschaften sie rund um ihren Hof in Suddersdorf. Jahr für Jahr probieren sie auch neue Produkte aus, um ihr Sortiment zu ergänzen. Urgetreidesorten wie Emmer, Dinkel und Einkorn sind hier so wieder heimisch geworden und geben dem an Vielfalt nicht gerade reich beschenkten Westmittelfranken ein Stück Biodiversität zurück. Der Kartoffel sind sie aber immer treu geblieben.

Daneben bauen sie auch Amaranth, Goldhirse und andere leckere Getreidesorten an. „Jahr für Jahr lernen wir dazu, natürlich gibt es auch mal Misserfolge, aber insgesamt können wir wirklich sehr zufrieden sein, wie sich unser Betrieb in den letzten Jahren entwickelt hat“, so Michaela Schwab weiter. Letztes Jahr haben sie beispielsweise 14 Hektar Leinsamen ausgesät und sind dabei wohl etwas zu tief gegangen. Dann kam noch der Frost dazu und die Ernte war fast dahin. Aber von solchen Erfahrungen lassen sich die Schwabs nicht beirren. Sie lernen daraus und optimieren im nächsten Jahr. Ihr neuestes Experiment widmet sich der Sonnenblume, um daraus Öl zu gewinnen. Auch der Viehwirtschaft sind sie treu geblieben, wenngleich auch nicht mehr für die Milchproduktion. Die Rinder werden nach der Aufzucht an einen befreundeten Demeter-Landwirt weitergegeben. Für die regionale Nahversorgung im Ort betreiben die Schwabs seit 2012 auch einen kleinen Hofladen.

Fast so lange wie die Demeter-Zertifizierung reicht auch die Verbundenheit mit ebl-naturkost zurück. Michaela Schwab erinnert sich: „Als ebl angefangen hatte, fuhr Gründer Gerhard Bickel zu den ihm bekannten Bio-Landwirten in der Region, um dort Mengen für seinen ersten Laden anzufragen. Mein Schwiegervater war sofort begeistert von der Idee, denn damals gab es eigentlich noch kaum Bio-Märkte.“ So begann eine lebenslange Freundschaft zwischen den beiden. Seit 30 Jahren beliefern die Schwabs ebl-naturkost und auch wenn es mal schlechte Jahre gab, hielt man sich die Treue. Das letzte Jahr war ein gutes Jahr für die Schwabs, auch wenn sie durch ihren Neubeginn mit Leinsamen einiges an Lehrgeld bezahlten mussten.

Vier Mitarbeiter/innen beschäftigt der Betrieb ganzjährig, in der Saison kommen noch einmal zwei dazu. Sie sind eine große Familie hier am Hof und auch die nächste Generation wächst schon heran. Sechs, neun und elf Jahre sind ihre Sprösslinge. Auf meine Frage, ob da schon der Grundstein für die nächste Generation gelegt sei, zögert Michaela Schwab erst kurz. „Manchmal überlegt man schon, ob man es den Kindern empfehlen will mit der ganzen Bürokratie, die heute alles so viel aufwändiger macht. Am Liebsten wäre es mir, wenn es zwei zusammen machen würden, für einen alleine ist das alles fast zuviel“ antwortet sie dann bedacht.

Kein Wunder, dass die meisten Betriebe mittlerweile Nebenerwerbslandwirtschaften sind, so konstatiert sie nüchtern. Aber was wollen wir essen, wenn niemand mehr davon leben kann, unser Essen herzustellen, so frage ich mich? Bitter wirkt Michaela Schwab aber nicht. Sie ist optimistisch, dass mehr und mehr Menschen langsam verstehen, warum es wichtig ist, ökologisch zu wirtschaften. „Wenn wir erst einmal verstanden haben, was der Unterschied zwischen konventioneller und biologisch-dynamischer Landwirtschaft ist, dann würden viele Menschen trotz Mehrkosten die richtige Wahl treffen.“ Für diesen Traum leben die Schwabs jeden Tag.

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion

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