Ökologischer Handabdruck: Darum ist er besser als der Fußabdruck

(Autorin: Ina Hiester – Ein Artikel aus dem Magazin Schrot&Korn)

Mit dem CO₂-Handabdruck macht Klimaschutz Spaß. Wir stellen die Idee und Beispiele aus der Praxis vor.

Wie unterscheiden sich ökologischer Handabdruck und CO-Fußabdruck?

Der ökologische Handabdruck symbolisiert, wie die Handlungen einer Person dazu beitragen, die CO₂-Emissionen mehrerer Personen zu reduzieren. Das Konzept ist noch nicht sehr verbreitet, vom CO₂-Fußabdruck hingegen haben wohl die meisten schon gehört. Er beziffert, wie wir mit unserem Lebensstil das Klima belasten. 2023 haben deutsche Bürgerinnen und Bürger im Durchschnitt 10,8 Tonnen CO₂ pro Kopf verursacht. Um die Klimakrise in den Griff zu bekommen, müsste diese Zahl schnellstmöglich um 90 Prozent auf eine Tonne reduziert werden. Zahlen, die alle vermutlich schon gehört haben.

Und während sich die einen mit veganer Ernährung und ohne Auto bemühen, ihren Fußabdruck zu minimieren, haben andere bereits aufgegeben. Kein Wunder, findet Maike Sippel, Professorin für Nachhaltige Ökonomie an der Hochschule Konstanz. Sie sagt: „Der CO₂-Fußabdruck zeigt mit dem erhobenen Zeigefinger auf unser Privatleben. Und vermittelt den Eindruck, dass wir allein die Verantwortung für die Klimakrise tragen.“

Dabei gehen allein in Deutschland mehr als die Hälfte der CO₂-Emissionen auf das Konto von Industrie und verarbeitendem Gewerbe. Wir als Individuen sind also nicht das Hauptproblem. Aber wir können Teil der Lösung sein. Indem wir aktiv werden und mit unserem Handabdruck andere für Klima- und Umweltschutz begeistern. Im Gegensatz zum Fußabdruck ist der ökologische Handabdruck zwar schwer zu berechnen, weil es keinen Handabdruck-Rechner gibt – aber mit Spaß, Kreativität und gemeinschaftlichem Engagement spürt man ihn.

Wie kann man den CO₂-Handabdruck verbessern?

Anders als der CO₂-Fußabdruck, der Verzicht predigt und Gefühle wie Angst, Schuld, Verzweiflung und Scham schürt, macht das Konzept des Klima-Handabdrucks Hoffnung. Maike Sippel erläutert: „Im Vergleich zum Fußabdruck können wir mit unserem Handabdruck mehr bewegen. Er steht für aktives Engagement für Klima- und Umweltschutz, bei dem wir gemeinsam mit anderen Menschen Strukturen für mehr Nachhaltigkeit schaffen.“ Erfunden wurde das Konzept übrigens in Indien. Im Rahmen eines Umweltbildung-Projekts entwarf die damals zehnjährige Srija die Hand als Symbol für positives Handeln. Inzwischen wird das Symbol von immer mehr Institutionen aufgegriffen, die gesellschaftlichen Wandel vorantreiben wollen.

Lässt sich der ökologische Handabdruck berechnen?

Der ökologische Handabdruck lässt sich nicht einfach berechnen. Aber man kann ihn spüren: Die Möglichkeiten, sich im eigenen Umfeld für mehr Nachhaltigkeit zu engagieren, sind vielfältig. Für Unentschlossene gibt es den Handabdruck-Test (https://www.handabdruck.eu/handabdruck-test) der NGO (Non Governmental Organisation) Germanwatch. Dabei handelt es sich nicht um ein Berechnungstool, sondern um eine Art Ideenfinder. Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben? Brennen Sie eher für Mobilität, Ernährung, Energie oder Wirtschaft? Sechs Fragen mit jeweils vier Antwortmöglichkeiten helfen dabei, die eigenen Stärken zu reflektieren und Strategien für verschiedene Handlungsebenen zu finden. Dr. Katja Thiele ist Bildungsreferentin für nachhaltige Entwicklung bei Germanwatch. Sie sagt: „Handabdruck-Aktionen sollen Rahmenbedingungen, Standardoptionen oder Gesetze so verändern, dass nachhaltiges Verhalten für viele Menschen leichter wird. Am besten geht das, indem man sich mit anderen zusammenschließt.“

 

Der CO₂-Handabdruck beschreibt die positiven Klimaauswirkungen Ihres Handelns – also wie Sie andere dazu inspirieren und Veränderungen bewirken können. Hier sind 5 Tipps, um den CO₂-Handabdruck zu vergrößern:

Nachhaltigkeit im eigenen Umfeld fördern
Mit Familie, Freunden und Kollegen über klimafreundliche Alternativen sprechen.

Nachhaltige Ideen in der Arbeitsumgebung einbringen:
Initiativen wie Ökostrom, Mülltrennung oder Homeoffice fördern.

Politisches Engagement & bewusstes Konsumverhalten
• Parteien oder Initiativen unterstützen, die Klimaschutz aktiv fördern.
• nachhaltige Unternehmen durch Kaufentscheidungen unterstützen.

In Klimaschutz investieren:
• Mitglied in Umweltverbänden werden oder Klimaschutz-Projekte unterstützen.
• Ehrenamtliches Engagement, z. B. bei Baumpflanzaktionen oder Cleanup-Events.
• Nachhaltige Start-ups oder Crowdfunding- Projekte für grüne Innovationen fördern.

 

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