Gemeinsam Boden gut machen
Im März 2024 hatten wir zuletzt über das Kooperationsprojekt der Hofgemeinschaft Vorderhaslach mit der Kulturland eG berichtet. Rund 45 Hektar ökologisch bewirtschaftetes Land drohten dort durch geänderte Besitzverhältnisse verloren zu gehen. Vorderhaslach stand plötzlich vor der existenziellen Frage: Wird dieser Boden der Gemeinschaft erhalten bleiben, oder fällt er in die Hände anonymer Investoren?
Die Antwort kam von vielen: 290 Menschen haben sich bis heute bereits zusammengetan und über 1.050.000 Euro in Form von Anteilen bei der Kulturland eG gezeichnet. Damit konnte die Hofgemeinschaft Vorderhaslach den bedrohten Boden sichern – dauerhaft. Damit ist es schon jetzt die bisher vermutlich erfolgreichste Crowdinvest-Kampagne in ganz Deutschland!
Auch viele unserer Kundinnen und Kunden haben dazu beigetragen – sei es mit einer Spende, einem Anteil oder einfach durch ihr aufrichtiges Interesse. Dafür möchten wir von Herzen Danke sagen!
Ein Gemeinschaftswerk voller Hoffnung
Und es geht weiter mit den positiven Nachrichten, beflügelt durch den gemeinsamen Rückenwind:
„Wir sind begeistert! Gemeinsam haben wir die notwendigen 700.000 € für den ersten Landkauf in Windeseile aufgebracht, um 45 ha Flächen dauerhaft zu sichern! Herzlichen Dank für Euer Engagement! Jetzt sind im benachbarten Hartenberg weitere 23,6 Hektar Acker und Wiese zum Verkauf gekommen, die unser Hof schon bewirtschaftet und dringend benötigt. Dafür sind von insgesamt 500.000 € bereits 350.000 € finanziert und wir sind voller Motivation und guter Hoffnung, dass wir gemeinsam mit weiteren engagierten Menschen auch die noch benötigten 150.000 € zusammenbringen.“ (Steffi Rivera von der Hofgemeinschaft Vorderhaslach)
Möchten auch Sie Teil dieser Bewegung werden? Ein Anteil kostet 500 Euro und gibt jeder und jedem eine Stimme in der Genossenschaft. Eine klassische Rendite gibt es nicht – aber eine, die viel wertvoller ist: Artenvielfalt, fruchtbare Böden, regionale Versorgung, gelebte Solidarität. Und die Sicherheit, Teil einer Bewegung zu sein, die Landwirtschaft wieder menschlich, nachhaltig und zukunftsfähig macht. Jeder Beitrag zählt. Jeder Anteil ist ein kleines Stück Zukunft. Und ein Zeichen: Landwirtschaft geht auch anders. Nachhaltiger. Gerechter. Verbundener.
Mehr erfahren oder selbst einen Anteil zeichnen können Sie unter www.kulturland.de/campaigns/vorderhaslach-123
Warum das alles zählt
„Was geht mich der Acker an?“, mag mancher denken. Doch dieser Boden ist weit mehr als eine Fläche zur Nahrungsmittelproduktion. Er ist Lebensgrundlage, Klimaschützer, Kulturlandschaft und ein lebendiger Organismus. Und er gehört in gute Hände – in Hände, die ihn nicht ausbeuten, sondern pflegen. Leider sieht die Realität oft anders aus: Immer häufiger kaufen branchenfremde Investoren landwirtschaftliche Flächen – nicht, um darauf Nahrung anzubauen, sondern um ihr Geld sicher zu parken. In unserer Region können Ackerpreise mittlerweile bis zu 80.000 Euro pro Hektar erreichen. Das ist für bäuerliche Betriebe unbezahlbar. Die Folge: Viele kleine Höfe verschwinden und Intensivbetriebe mit Biogas oder großflächigem Anbau, die mehr zahlen können, übernehmen die Flächen.
Doch Landwirtschaft ist Gemeingut. Unser aller Gesundheit, individuell und als Gesellschaft, hängt davon ab, dass wir heute und für Generationen eine gesunde, vielfältige und nachhaltige Landwirtschaft betreiben und so unsere Ernährungssouveränität bewahren.
Die neue Allmende 2.0 – altbewährt und zukunftsweisend
Das Modell der Allmende ist ein uraltes Prinzip, bei dem Land gemeinschaftlich genutzt und bewahrt wird. Die gemeinwohlorientierte Kulturland eG (eG = eingetragene Genossenschaft)
bringt diesen Gedanken ins Heute: Bürgerinnen und Bürger können Genossenschaftsanteile erwerben und werden so gemeinschaftlich Mit-Eigentümer*innen von landwirtschaftlichem Boden. Der Clou: Dieser Boden wird langfristig ökologischen Betrieben zur Verfügung gestellt – zu fairen Bedingungen, jenseits von Spekulation und Profitdruck.
Vorderhaslach – ein Ort voller Leben
Seit vielen Jahren bewirtschaftet die Hofgemeinschaft Vorderhaslach rund 130 Hektar nach Demeter-Richtlinien auf der Hersbrucker Alb: Acker, Wiesen, Wald und Streuobstwiesen. Neben Mutterkühen und Schafen werden auf den Feldern Kleegras, Speisegetreide (Dinkel, Emmer, Nackthafer, Hirse) Sonnenblumen, Ackerbohnen, Erbsen und Gemüse angebaut. Das dort erzeugte Gemüse gelangt über solidarische Landwirtschaft direkt zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Rindfleisch und Getreide finden Sie auch in unseren 31 ebl-Bio-Fachmärkten.
Damit ist Hofgemeinschaft Vorderhaslach ein wunderbares Beispiel dafür, wie regional eingebundene Höfe gerettet und Regionalversorgung sowie Biodiversität gesichert werden können, wenn sich viele Menschen gemeinsam engagieren. Wenn Sie dieses besondere Hofprojekt selbst erleben und die Menschen dort persönlich kennenlernen möchten, besuchen Sie doch das Hoffest am Sonntag, 14. September 2025 – Sie sind alle herzlich eingeladen!


