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Zur Weihnachtszeit ein Stück Gemeinsamkeit

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Zur Weihnachtszeit ein Stück Gemeinsamkeit

Am 24. November war es wieder soweit. Weltweit läutete der Einzelhandel mit dem Black Friday das Weihnachtsgeschäft ein. 2016 wurden in Deutschland erstmals an diesem Tag mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz generiert. Wie so viele Ideen, die uns zum Kaufen aufrufen, kommt auch dieser Tag aus den USA.

Es ist immer der Freitag nach Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest, das am vierten Donnerstag im November gefeiert wird. Thanksgiving ist ein Familienfest. Traditionell wird dann für einen Tag lang inne gehalten, um sich für alles Gute im Leben zu bedanken. So feiern Millionen Amerikaner diesen Tag, um dann nahtlos in einen Einkaufsrausch zu verfallen? Eine seltsame Verbindung, die sich hier gefunden hat.

Auch wenn wir Thanksgiving hierzulande nicht feiern, so hält das den Handel nicht davon ab, die unsinnigen Begleiterscheinungen auch hierzulande Jahr für Jahr zu zelebrieren, um uns zu erinnern: Weihnachtszeit ist Einkaufszeit! Dabei ist uns allen wohl längst klar, dass sich Glück nicht kaufen lässt. Wenn Sie nach Ideen suchen, Weihnachten ganz ohne Online-Shopping zu bestreiten, dann sind Sie hier genau richtig.

Zeit statt Zeug

Ich weiß nicht, wie oft ich im Freundes- und Bekanntenkreis das Leid von der knappen Zeit höre. Ich kenne hingegen niemanden, der zu mir sagt "ich wünsch mir mehr Zeug". Im Gegenteil, fragt man vor dem Geburtstag nach den Wünschen, kommt meist schon genervt: "Komm einfach, das ist das schönste Geschenk". Viele von uns haben eben einfach "fast" alles, was sie brauchen. Die Internetseite www.zeit-statt-zeug.de hat unter dem gleichnamigen Motto eine Vielzahl von Ideen gesammelt, wie wir ganz ohne dicken Geldbeutel viel Freude schenken können. Zeit ist wohl, inmitten des sich immer schneller drehenden Lebensalltags, mit das Kostbarste, das wir geliebten Menschen schenken können. Wie wäre es mit tollen Zeit-Gutscheinen für "Kochen statt Kochbuch", "Waldluft statt Parfüm" oder "Zoobesuch statt Stofftier"? Sehr nett ist auch die Idee, gleich einen Wunschzettel zu erstellen, der potentiellen Schenkern direkt auf die Sprünge hilft, dass wir uns eigentlich mehr (gemeinsame) Zeit statt Zeug wünschen.

Selber machen statt kaufen

Natürlich spricht auch nichts dagegen, Dinge zu schenken, von denen wir sicher sind, dass sie den Beschenkten wirklich Freude machen. Zum Glück haben wir ja mittlerweile fast überall öko-faire Alternativen, um mit unseren Weihnachtsgeschenken selbst den Menschen eine Freude zu machen, die unsere Waren produziert haben. Egal ob Kleidung, Kosmetik oder leckeren Wein, fragen Sie nach Produkten, die ökologisch und fair produziert wurden, idealerweise noch aus unserer Region. Ein liebevoll zusammengestellter Genusskorb mit Wein und regionalem Honig, dazu eine leckere bio-faire Schokolade und je nach Geschmack eine Tee- oder Kaffeespezialität ist sicherlich eine freudige Überraschung. Schließlich geht Liebe ja (auch) durch den Magen.

Toll sind außerdem die vielen Portale, die uns zeigen, wie wir Dinge selbst herstellen können. Schenken Sie doch mal einen Grapefruit-Lippenbalsam aus eigener Herstellung oder eine selbstgemachte Ast-Galerie. Das Nachhaltigkeitsportal Utopia hat eine tolle Liste mit Weihnachtsgeschenken zum Selbermachen zusammengestellt: www.utopia.de/galerien/weihnachtsgeschenke-selber-machen. Egal, wo Ihre Talente liegen, hier findet sich für jeden das richtige do-it-yourself-Geschenk.

Vielleicht gibt es aber auch Menschen, denen Sie sich verpflichtet fühlen, aber Sie haben absolut keine Idee, was Sie ihnen schenken wollen und Zeit kann/soll es eventuell nicht sein? Dann ist vielleicht eine Spende eine gute Geschenkidee. Mein Lieblings-Spenden-Geschenk sind die Gutscheine von Oxfam Unverpackt. Zur Weihnachtszeit gibt es diese mit eigens dafür humorvoll gestalteten Designs. Wie wäre es z. B. mit einem Ziegenpärchen für bedürftige Menschen in den Ländern des Südens für eine "Mäährry Christmas"?

Weihnachten ist ja immer ein wenig die Zeit des Träumens und der Wunder. Wäre es nicht schön, wenn es im kommenden Jahr dann einen "Schenk-Zeit-Freitag" statt einem "Black Friday" geben würde? Black Friday klingt ohnehin eher nach Gruselfilm als nach Weihnachten. Außerdem: Es heißt ja schließlich Weihnachtszeit und nicht Weihnachtszeug. Wenn wir nicht aufpassen, wird sich aber bestimmt auch das noch ändern.

Eine wundersame Weihnachtszeit wünscht

Ihr Frank Braun für die ebl Redaktion

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