Artikelarchiv
Was braucht ein Mensch, um glücklich zu sein?

  • Ein Architekturprojekt von Peter Pelikan © Fotos: Brauerei zum Kuchlbauer GmbH & Co KG

    Ferientipp 3

Was braucht ein Mensch, um glücklich zu sein?

Dieser Frage ging der österreichische Maler Friedensreich Hundertwasser Zeit seines Lebens nach. "Das Paradies ist ja da, wir machen es nur kaputt", so Hundertwasser über sich selbst. Unser dritter Ferientipp führt uns in das Altmühltal und nach Abensberg, wo das KunstHausAbensberg wunderbare Einblicke in das Leben und Werk dieses bemerkenswerten Vordenkers liefert.

Dem Paradies kommt man hier nicht nur beim Besuch des Museums nahe, sondern auch beim Entdecken des Altmühltals, das für schöne Ferien kaum Wünsche offen lässt.

"Der Mensch muss achten, dass der Kreislauf funktioniert"

Abensberg liegt zwischen Kehlheim und Neustadt an der Donau. Das Kloster Weltenburg und der beeindruckende Donaudurchbruch liegen weniger als 10 Kilometer entfernt. Niemand würde wohl hier ein Museum über Hundertwasser erwarten. Leonhard Salleck, der Eigentümer der Weißbierbrauerei Kuchlbauer, hatte bereits zwischen 2007 und 2010 gemeinsam mit dem Weggefährten Hundertwassers und Architekten, Peter Pelikan, einen Hundertwasser-Turm auf dem Gelände seiner Brauerei errichten lassen. Die ursprünglichen Pläne dazu hatte Hundertwasser selbst noch erdacht, war aber dann 2000 verstorben, so dass Pelikan, der schon eine Reihe von Gebäuden gemeinsam mit ihm geplant und umgesetzt hatte, die Planung und Umsetzung übernehmen musste.

Schon der Turm ist einen Besuch in Abensberg wert. Die typischen runden Formen, die farbenfrohe Gestaltung, die tanzenden Fenster und Zwiebeltürme machen den Turm zum weithin sichtbaren Wahrzeichen des Ortes. Auch innen ist der Turm in jeder Hinsicht bemerkenswert. Unebene Fußböden, organische Linien und das Ineinanderfließen von Formen und Farben sind wahrhaft einzigartig. Aber damit noch nicht genug. Denn seit 2014 gibt es in direkter Nachbarschaft das KunstHausAbensberg. Getreu dem Spruch Hundertwassers "Schönheit ist ein Allheilmittel", ist dieses Museum ein Ort der Inspiration und Information zum Werk des Malers. Wir haben Stunden hier verbracht. Sowohl die Kunst Hundertwassers als auch die einzigartige Architektur des Kunsthauses sind für sich schon den Besuch wert.

Der alte Eichenbaum, der das Treppenhaus stützt, der schiefe Turm, der Richtung Innenstadt geneigt auf dem Dach krönt, so viele Details gibt es hier, dass es schwer ist, sich wieder loszureißen. Sie können hier aber auch viel über das Denken Hundertwassers erfahren, der seiner Zeit weit voraus war. Das Kreislaufprinzip, heute auch "Cradle to Cradle" genannt, war für ihn Antrieb für sein Schaffen. Er wollte Mensch und Natur in Harmonie miteinander leben lassen. So findet sich hier auch sein Friedensvertrag mit der Natur, der uns wieder zu einem Miteinander mit unserer Umwelt bewegen will. Von einer abfalllosen Gesellschaft ist hier die Rede und davon, dass wir die Sprache der Natur wiedererlernen müssen. Mich hat dieser Besuch sehr bewegt. Gerade auch durch seine farbenfrohe und spielerische Architektur ist das Kunsthaus ein Ort, an dem Klein und Groß gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Der Eintritt ins Kunsthaus kostet 8 € für Erwachsene, Familien zahlen 20 €. Im Preis ist ein Getränk samt Breze pro Person beinhaltet.

Von der Idee des Paradieses hinein ins Paradies

Und wenn Sie dann voller Eindrücke und Tatendrang aus dem Kunsthaus wieder hinaus in die reale Welt treten, gibt es Gelegenheit, diese paradiesische Natur in nächster Nähe selbst zu erleben. Egal ob Sie lieber wandern, Rad fahren oder paddeln wollen, der nahegelegene Naturpark Altmühltal bietet für jeden Outdoor-Geschmack eine reichhaltige Auswahl an Touren. Auch ungeübte Paddler können auf der stillen Altmühl ihre Freude haben. Mit etwas Glück lässt sich in der Stille des Flusses gerade in den Morgen- oder Abendstunden ein Eisvogel, Biber oder Fischotter entdecken. Es braucht allerdings, mangels Strömung, etwas mehr Kraft, um sich hier fortzubewegen. Auf der Seite www.naturpark-altmuehltal.de können Sie sich das Richtige für Ihren Aufenthalt heraussuchen. Auf dem Heimweg denke ich mir müde und zufrieden wiedermal: "Warum denn in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah!"

Viel Spaß beim Entdecken wünscht

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion


Ein Architekturprojekt von Peter Pelikan © Fotos: Brauerei zum Kuchlbauer GmbH & Co KG

Menu