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Gemüse aus dem Knoblauchsland vom Demeter-Hof Kratzer

  • Gemüse aus dem Knoblauchsland vom Demeter-Hof Kratzer

    Gemüse aus dem Knoblauchsland vom Demeter-Hof Kratzer

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    Gemüse aus dem Knoblauchsland vom Demeter-Hof Kratzer

Gemüse aus dem Knoblauchsland vom Demeter-Hof Kratzer

In Wetzendorf im Knoblauchsland liegt der Demeter-Hof von Marcus Kratzer idyllisch im Zentrum des kleinen Örtchens. Hier sind die Böden leicht und sandig und somit gut für den Gemüseanbau geeignet. Insgesamt bewirtschaftet der Bauer zwölf Hektar. Bereits 1999 hatte Marcus Kratzer seinen Betrieb auf biologisch-dynamische Landwirtschaft gemäß den Richtlinien des Demeter Bundes umgestellt. Bei ebl-naturkost hatte man zu dieser Zeit intensiv nach Partnern in der Region gesucht, um den Kunden noch mehr Frische aus der Region liefern zu können. Da hatten sich zwei gesucht und gefunden!

So frisch geht es eben nur aus der Region

Denn regionales Gemüse ist für ebl-naturkosts Anspruch, Frische und Geschmack mit einem möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu kombinieren, die perfekte Kombination. Der kurze Weg in die Geschäfte trägt nicht nur dazu bei, die Umweltbelastung durch den Transport gering zu halten, sondern sorgt auch dafür, dass die regional angebauten Feldfrüchte stets erntefrisch in die Läden und auf die Tische der ebl-Kunden kommen. Schon während der beiden Umstellungsjahre des Betriebes entwickelte sich so eine Partnerschaft mit ebl-naturkost, die bis zum heutigen Tag Bestand hat.

Heute ist der Demeter-Betrieb der Kratzers nicht mehr aus dem Knoblauchsland wegzudenken. Zehn Mitarbeiter unterstützen mittlerweile die Familie bei Ernte und Verkauf. Dabei ist er immer konsequent seinen Weg gegangen. Sein eigener Anspruch an die Herstellung und Qualität seines Gemüses geht oft weit über die ohnehin hohen Anforderungen des Demeter-Verbandes hinaus. Besonders gut gefällt mir auch, dass hier ein Bio-Landwirt erzählt, dass Wachstum nicht das primäre Ziel seines Strebens sei. Es ginge ihm nicht darum, Jahr für Jahr mehr Land zu bewirtschaften und mehr Umsatz und Gewinn zu erzeugen. Klar müsse er und seine Familie davon leben können, aber Wachstum um jeden Preis, damit könne er nichts anfangen.

„Entweder Bio oder gar nicht mehr“

Das war 1999 für Marcus Kratzer klar und er hat diesen Entschluss auch nie bereut. Gift und Gentechnik sollte es auf seinen Feldern nie geben. Er ist ein Öko-Landwirt aus Überzeugung. Rund um ihren Hof in Wetzendorf bauen die Kratzers Fenchel, Blumenkohl, Karotten, Radicchio, Feldsalat, Rucola, Wurzel-Petersilie, Pastinaken und andere Köstlichkeiten der lokalen Gemüseküche an. Kratzer hatte schon in den 90er Jahren erkannt, dass dem Ökolandbau die Zukunft gehört und angefangen, sich daran zu orientieren. Nach einem einjährigen Praktikum bei einem Schweizer Biobetrieb 1998 wagte er sich an die Umsetzung des in der Schweiz gelernten Wissens im eigenen Betrieb. Unterstützt und bestärkt durch einen Kollegen stellte er in der Folge 1999 nach den Demeter Richtlinien auf Ökolandbau um. Die Biografien von Landwirten gleichen sich an dieser Stelle immer wieder, denn es sind meist auch die Unterstützung und Überzeugung anderer, die dann letztlich den Stein der Veränderung ins Rollen bringen. Erst muss die Saat der Überzeugung im Herzen aufgehen, ehe die Saat auf den Äckern dann ihre Früchte tragen kann.
Heute ist er selbst eines der Gründungsmitglieder des Arbeitskreises der Bio-Gemüseerzeuger im Knoblauchsland, der den Öko-Landbau in der Region weiter stärken will. So will er nun seine eigenen Erfahrungen an interessierte Kollegen weitergeben. Auf die Partnerschaft mit ebl-naturkost angesprochen, fallen ihm spontan drei Dinge ein, die er damit verbindet: „Das herzliche Miteinander, Zuverlässigkeit und ein stets offenes Ohr für die Sorgen und Wünsche der Landwirte“, so Kratzer spontan. Die griechische Mutter- und Fruchtbarkeitsgöttin Demeter hat ihre Saat hier offensichtlich auf fruchtbaren Boden ausgesät. Voller Begeisterung berichtet er, wie er heute selbst ohne die bei Demeter erlaubten biologischen Pflanzenschutzmittel auskommt. Einst hatte er bis zu 15.000 DM jährlich für Pflanzenschutzmittel aufbringen müssen. Dieses Geld kann er jetzt für sinnvollere Dinge verwenden, so erzählt er voller Stolz. Heute würde er höchstens bei Raupenbefall reagieren, ansonsten, so Kratzer, hat sich sein Boden seit der Umstellung bestens regeneriert. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass seine Böden auch ausreichend Regenerationszeit haben. Rund 25 % seiner Flächen bekommen jedes Jahr eine Erholungspause. So wird dem Boden durch Gründüngung wieder Stickstoff zugeführt, der später dem Gemüse wieder als wertvolle Nahrung dienen wird. Kratzer macht sein Beruf sichtlich Spaß, auch wenn es nicht immer leicht ist.

„Jeder sollte sich Bio leisten können“

Wenn er in die Zukunft blickt, dann wünscht er sich vor allem wieder mehr Wertschätzung für Lebensmittel beim Verbraucher. „Wenn alleine der Preis eines Lebensmittels beim Kauf entscheidet, dann muss dies zwangsläufig dazu führen, dass die Qualität darunter leidet.“ Gerade seit Bio in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und die steigende Nachfrage Bio-Produkte teilweise zu anonymer Massenware verkommen lässt, sind langjährige Partnerschaften mit Bio-Landwirten vor Ort umso wichtiger. Inzwischen finden viele Preisverhandlungen auch außerhalb des Bio-Fachhandel statt. Das wiederum führt dazu, dass sich auch bei Obst und Gemüse der Preisdruck steigt. „Bio sollte sich jeder in unserem Land leisten können, aber eben auch die Erzeuger und das ist auch möglich“, so Kratzer zum Abschluss unseres Gesprächs. Ein schöner Gedanke, zu dem wir alle ein klein wenig beitragen können.

Herzlich grüßt Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion

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