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Für die Zukunft, fertig, los!

  • Nachhaltig handeln:

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Für die Zukunft, fertig, los!

Vor etwas mehr als zwei Jahren hat Deutschland gemeinsam mit 190 weiteren Staaten in der UN-Vollversammlung die nachhaltigen Entwicklungsziele verabschiedet. Mit den 17 Zielen hat die internationale Staatengemeinschaft einen Fahrplan geschaffen, um der Nachhaltigkeit im politischen Alltag der Nationen eine stärkere Stimme zu verleihen.

Aber auch zwei Jahre nach dem Beschluss in New York ist das Thema in der Bevölkerung noch kaum angekommen. Dabei ist eine Umsetzung dieser Ziele ohne das Mitwirken aller nicht denkbar. Der Bildungswettbewerb "Zukunft, fertig, los!" soll die Bedeutung der nachhaltigen Entwicklungsziele jungen Menschen näher bringen. Gesucht werden innovative Ansätze, ob für Schülerteams, Jugendverbände oder Studierende. Vielleicht haben Sie ja genau die richtige Idee.

Nachhaltigkeit geht uns alle an

Die nachhaltigen Entwicklungsziele geben sicherlich Anlass zu Kritik. Klar, es könnte immer noch besser sein, aber ich ziehe es in diesem Fall vor, das halb volle Glas zu sehen. Nehmen wir beispielsweise das Ziel 2: Null Hunger. Niemand soll hungern müssen. Da kommt der Landwirtschaft natürlich eine zentrale Bedeutung zu. "Landwirtinnen und Landwirte sollen unsere Lebensmittel so herstellen, dass es gut für Mensch, Tier und Natur ist", ist es daher dort auch formuliert. Die Bewahrung unserer fruchtbaren Böden weltweit ist hier von elementarer Bedeutung: denn weltweit werden Böden verdichtet, kontaminiert, überdüngt, ausgelaugt, zubetoniert und durch falsche Bearbeitung unfruchtbar gemacht.

Dazu gehören auch Fruchtfolgeregeln, die in der konventionellen Landwirtschaft leider oftmals kaum noch Beachtung finden, obschon diese von zentraler Bedeutung sind, um einem Auslaugen der Böden vorzubeugen. Die Fruchtfolge spielt im ökologischen Landbau eine zentrale Rolle. Nährstoffversorgung, Krankheits- und Schädlingsdruck, Verunkrautung sowie Bodenstruktur und Humusgehalt stehen in enger Beziehung zu ihr. Für Ökolandwirte ist das Beachten von Fruchtfolgeregeln selbstverständlich. Dazu gehören z. B. die Stickstoffbindung durch Leguminosen (Hülsenfrüchte) oder die Einhaltung eines ausreichenden Abstandes von selbstunverträglichen Arten. So ist bei Rotklee beispielsweise ein Anbauabstand von mindestens fünf Jahren einzuhalten, bei Erbsen sind es gar neun Jahre. So wird auch ein Aufschaukeln von Fruchtfolgekrankheiten vermieten. Durch diese vorausschauende Art der Landwirtschaft leistet die Ökolandwirtschaft auch hier einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt unserer fruchtbaren Böden und somit auch zur langfristigen Ernährungssicherheit für die Weltbevölkerung.

Dieses Wissen auszusäen, gerade auch bei jungen Menschen, ist daher umso wichtiger und genau darum geht es im Wettbewerb "Zukunft, fertig, los!". Das Feld der nachhaltigen Entwicklungsziele ist riesig. Klimawandel, unser Konsumverhalten, Müll, kurz, unser Lebensstil steht auf dem Prüfstand und es gilt Lebensmodelle zu entwickeln, die auch zukünftigen Generationen ein gutes Leben ermöglichen. Das wird nur funktionieren, wenn wir erkennen, dass Nachhaltigkeit nicht nur notwendig ist, sondern auch Achtsamkeit und Wertschätzung für unsere eigenen Bedürfnisse in sich trägt und uns deutlich mehr Lebensfreude schenken wird. Die Abgabefrist für Ihre Ideen ist der 24. November. Alle weiteren Informationen rund um den Wettbewerb finden Sie unter www.tatenfuermorgen.de.

CommOn! - wie sieht die Stadt der Zukunft aus?

Wie zukunftsfähige Lösungen aussehen können wird auch Thema des Zukunftsmarktes CommOn! in Fürth sein. Bereits zum 2. Mal lädt ein Aktionsbündnis zum Zukunftsmarkt ein. Am Samstag, 14.10.2017 geht es von 11-18:30 Uhr um die Zukunft der Städte in der Metropolregion. Nahrungsmittelversorgung und Begrünung im urbanen Raum sind zwei der Zukunftsthemen, die dort diskutiert werden. Als Referentin ist die renommierte Soziologin und Leiterin der "Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis" in München, Dr. Christa Müller, eingeladen und bringt Ideen mit, wie durch mehr Gemeinschaftsgärten, mobile Nahrungsmittelproduktion und solidarische Landwirtschaft unsere Städte zukunftsfähiger werden könnten. Veranstaltungsort ist das ELAN, Kapellenstraße 47 in Fürth. Daneben gibt es eine Vielzahl von Workshops und Mitmachstationen, um gemeinsam die Vision einer zukunftsfähigen Stadt hier in der Region zu konkretisieren und hoffentlich in der Folge dann auch gemeinsam umzusetzen. Das Programm und alle weiteren Informationen finden sich unter www.zukunftsmarkt.org.

Viel Spaß beim Entdecken wünscht

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion

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