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Die Eine Welt zu Gast im Allgäu

  • Verleihung des One World Award 2017

    Verleihung des One World Award 2017

Die Eine Welt zu Gast im Allgäu

Kennen Sie Legau im Allgäu? Die 3.000-Einwohner-Gemeinde ist Heimat von Rapunzel, einem langjährigen ebl-Partner. Schon zum 13. Mal ist Legau Gastgeber für das Eine Welt Festival und bereits zum 5. Mal wurde dort der internationale One World Award verliehen.

Initiiert wurde das Festival von Joseph Wilhelm, Bio-Pionier und Geschäftsführer von Rapunzel. Das Eine Welt Festival lädt zum Entdecken rund um Bio und den Fairen Handel ein. Auch eine Vielzahl von Rapunzel-Lieferanten aus aller Welt stellen sich vor. Ich habe mich dieses Mal selbst auf den Weg ins Allgäu gemacht und dank ebl-Naturkost konnten auch Martin R. und Jutta K., zwei treue ebl-Kunden und Agenda 21-Kino-Besucher, drei wunderbare Tage im Allgäu genießen: sie hatten einen 3-tägigen Aufenthalt samt Eintritt und Übernachtungen gewonnen.

Bereits zum 5. Mal verlieh Rapunzel in Kooperation mit IFOAM - Organics International, dem Dachverband der weltweiten Bio-Landbaubewegung, den One World Award (OWA). Der OWA ehrt und belohnt außergewöhnliche Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit und der positiven Globalisierung. Der Preis ist mit insgesamt 45.000 Euro dotiert und wurde aufgeteilt auf zwei Grand-Prix-Auszeichnungen und drei weitere Gewinner. Daneben vergab die Jury auch einen Preis für das Lebenswerk von Sue Edwards und Tewolde Berhan aus Äthiopien. Alleine mehr als 600.000 Bäume haben sie dort in Kooperation mit Kleinbauern gepflanzt. Es war berührend, die beiden auf der Bühne zu erleben. Auch mit ihren weit über 70 Jahren strahlen sie Leidenschaft und Willen aus, obschon ihr Kampf für eine ökologische Landwirtschaft und bessere Bildungschancen für Kleinbauern wahrlich keine leichte Aufgabe ist.

Der Grand Prix wurde dieses Mal geteilt. Zum einen zeichnete die Jury das Wirken des Ministerpräsidenten der indischen Provinz Sikiim, Shri Pawan Chamling, aus: Gemeinsam mit einem Team aus Wissenschaftlern und Beratern gelang es ihm, innerhalb von nur 12 Jahren 65.000 Bauern vom ökologischen Anbau zu überzeugen. Inzwischen produziert die Landwirtschaft in Sikiim, dem zweitkleinsten indischen Bundesstaat, zu 100% in Bio-Qualität - eine weltweit einzigartige Leistung. Der zweite Grand-Prix-Preisträger sind die United World Colleges in Freiburg und Pune (Indien). Die United World Colleges (UWC) sind Teil einer internationalen Bildungsbewegung. Heute gibt es 16 UWC-Hochschulen auf der ganzen Welt. Der Auftritt der Schüler/innen und die Vision der Hochschule waren sowohl für mich als auch für Jutta K. und Martin R. ein absoluter Höhepunkt der Veranstaltung. Das UWC versteht Bildung als eine Kraft, die Menschen, Nationen und Kulturen verbindet und eine friedliche,nachhaltige Zukunft erschafft, so die Jugendlichen über den Zweck ihres Studiums. Der UWC-Ehrenpräsident Nelson Mandela hatte es einst treffend auf den Punkt gebracht: "Bildung ist die stärkste Waffe, die die Welt verändert". Nachdem wir diese jungen Menschen auf der Bühne erlebt hatten, konnten wir dem nur zustimmen. Es stimmt hoffnungsvoll zu wissen, dass etwa 9.000 Studenten aus mehr als 150 Ländern im Sinne dieses Leitbildes ausgebildet werden.

Als Ehrengast war auch der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, unter den 850 geladenen Gästen, der gemeinsam mit Joseph Wilhelm die Preise übergab. In seiner Rede hob Müller die unfairen globalen Handelsstrukturen hervor, die es zu beseitigen gelte. Müller hatte ja erst unlängst mit seinem Buch "Unfair! Für eine gerechtere Globalisierung" für viel Diskussionsstoff gesorgt.

"Dieser Besuch war für uns ein echter Mutmacher."

Auf meinem Spaziergang über das Festivalgelände am nächsten Tag freue ich mich besonders über die vielen neugierigen, strahlenden Kinderaugen, wenn sie entdecken, wie bunt und vielfältig die bio-faire Welt sein kann. Als ich die beiden Festival-Ehrengäste Martin und Jutta zum Besuch befrage, ist die Begeisterung greifbar. Gerade auch die Begegnung mit vielen der Rapunzel-Lieferanten habe sie sehr beindruckt, so erzählt mir Jutta K. "Erst jetzt ist uns so richtig klar geworden, was diese Menschen und Projekte alles leisten". Ihr Fazit soll heute auch mein Fazit sein, denn das bringt es wunderbar auf den Punkt: "Dieser Besuch war für uns ein echter Mutmacher und hat uns bestärkt, unseren Weg weiterzugehen, auch wenn unser Beitrag hin zu einer nachhaltigen Welt nur ein kleiner sein wird". Das mag sein, aber so könnten wir alle Samenkörner sein, für die FAIRänderungen, die unsere Welt so dringend benötigt.

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion


Quelle Foto: Rapunzel Naturkost

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