Artikelarchiv
Augen auf beim Christbaumkauf

  • Grün ist nicht gleich Bio

    Grün ist nicht gleich Bio

Augen auf beim Christbaumkauf

"Weihnachten ist die große Zeit des Zuviel". Schon vor rund 200 Jahren hat der englische Dichter James Henry Leigh Hunt dieses Zitat niedergeschrieben. Was würde Hunt wohl sagen, wenn er Weihnachten 2017 erleben würde?

Augen zu, einfach abtauchen und hoffen, dass die Weihnachtszeit schnell vorbei ist? Augen zu ist ja vielleicht gar nicht so schlecht, aber dann, um mal wieder wirklich zur Ruhe zu kommen und sich Zeit zu nehmen für ein wenig Reflektion und Besinnlichkeit. Zur Weihnachtszeit gehört für mich auch Lichterglanz, Räuchermännchen, Adventskranz, der Duft nach Orangen und Zimt und auch Weihnachtsmusik, aber das ist sicherlich Geschmacksache.

Erfreulicherweise haben wir eigentlich immer ökofaire Alternativen, egal, ob es um den Christbaum, Kerzen oder Räucherstäbchen geht. Es lohnt sich also, auch hier genau hinzuschauen, ehe wir uns zum Kauf entscheiden. Vielleicht ist ja unter den nachfolgenden Tipps auch das Richtige für Sie dabei.

Annähernd 30 Millionen Christbäume stehen zu Weihnachten alleine in Deutschlands guten Stuben. Während diese Nadelbäume bis Mitte des letzten Jahrhunderts größtenteils noch aus unseren heimischen Wäldern kamen, so stammen sie heute aus riesigen Monokulturen. Jen ach Baum und Boden können pro Hektar zwischen 2500 und 5000 Weihnachtsbäume gesetzt werden. In konventionellen Plantagen werden die Bäume oftmals mit Bioziden und Düngemitteln behandelt. Das schadet nicht nur unserem Wohlbefinden, sondern auch Pflanzen und Tieren. Auch die Wasserqualität für das Grund- und Oberflächenwasser leidet darunter. Ganz anders ist das bei Bäumen aus nachhaltiger Forstwirtschaft mit dem Siegel der Bio-Anbauverbände. Hier ist der Einsatz von Düngemitteln oder Pestiziden verboten. Leider ist das Angebot in der Region noch überschaubar. Robin Wood stellt seit einigen Jahren ein Verzeichnis aller bekannten Verkaufsstellen ins Netz. Für unsere Region finden sich dort insgesamt sechs Anbieter: www.robinwood.de/schwerpunkte/ökologische-weihnachtsbäume

Bio-Christbäume aus der Region

Sehr schön ist beispielsweise das Gartenreich Oberrieden in Obermichelbach. Im dazugehörigen Christbaumwäldchen (hinter dem Sportplatz, Bürgermeister-Hans-Tauber-Weg 1) gibt es auch dieses Jahr wieder am zweiten und dritten Advents-Wochenende und in der Woche vor Weihnachten jeweils ab 10 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheitfür Familien die Möglichkeit, sich den eigenen Weihnachtsbaum auszusuchen und selbst vor Ort zu fällen. Nach getaner Arbeit warten dann auf die kleinen und großen Waldarbeiter/innen ein warmes Feuer, Bio-Glühwein und adventliche Leckereien. Alles Weitere dazu finden Sie unter www.gartenreich-oberrieden.de/bio-christbaum.

Wenn Sie keinen Betrieb für Öko-Weihnachtsbäume in Ihrer Nähe finden, dann suchen Sie nach Bäumen aus regionaler Forstwirtschaft. Anbieter dafür gibt es eigentlich überall und auch wenn es hier keine festen Vorschriften gibt, so wird doch auch hier meist auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet. Übrigens, auch wenn die Nordmanntanne als der Star unter den Weihnachtsbäumen gilt, heimisch ist diese bei uns nicht. Wer also einen "echten Franken" in der guten Stube haben will, sollte auf Fichte, Kiefer oder Tanne zurückgreifen. Eine tolle Idee, allerdings noch kaum verbreitet, ist die Weihnachtsbaum-Miete, die bisher vor allem von Baumschulen und Förstereien angeboten wird: Der Nadelbaum wird im Topf nach einer langsamen Gewöhnung an die wärmere Temperatur über Weihnachten in die Wohnung gestellt. Nach den Feiertagen holt der Baum-Vermieter den Topf ab und pflanzt den Baum wieder ein, damit er weiterwachsen kann.

Damit unser Weihnachtsbaum "bleifrei" strahlt, sollten wir in jedem Fall auf Lametta verzichten. Denn dies enthält teils noch giftiges Blei. Am Schönsten ist doch ohnehin Weihnachtsschmuck aus natürlichen Materialien wie Nüssen und getrockneten Früchten oder Holzschmuck, Plätzchen, Stoffbänder und Figuren aus Papier, Stroh oder Wachs. Wer auf Kerzen verzichten möchte, da sie sich auf die Klimabilanz generell nicht günstig auswirken, sollte zur Beleuchtung des Baums am besten energiesparende LED-Lichterketten verwenden.

Auch ebl hat sich Gedanken gemacht und für Sie zur Weihnachtszeit besondere, ökologische Genuss- und Geschenktipps zusammengestellt: Die beiden Sonderbeilagen mit "Genussideen" und "Geschenkideen" liegen derzeit in jedem ebl-Markt aus und sind noch bis Ende Dezember gültig.

Und wenn dann noch die Weihnachtsgans Bio ist, z. B. vom Demeter-Hof des langjährigen ebl-Partners Helmut Wendler in Oberkrumbach in der Hersbrucker Schweiz, sollte einem Weihnachtsfest, das nicht nur uns, sondern auch Mutter Erde Freude macht, nichts mehr im Wege stehen.

Herzlich grüßt

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion

Menu