Gentechnikfreie Zone

Genfood? Nein, danke!

Risiko Gentechnik: Interview mit Percy Schmeiser

Percy und Louise Schmeiser sind Farmer und Saatgutzüchter aus der Provinz Saskatchewan in Kanada. Im August 1998 wurden Sie vom Gentechnik-Konzern Monsanto verklagt, wiederrechtlich ihr patentiertes Raps-Saatgut angebaut zu haben.

Daraufhin folgte ein fast zehnjähriger, juristischer Kampf, den die Schmeisers letztlich mit einer Haftungsklage gegen Monsanto gewonnen haben. Dank dieses Präzedenzfalls, ist es den Bauern heute möglich, rechtlich gegen Monstanto und andere Gentechnik-Konzerne vorzugehen. Im Oktober 2000 wurde Percy Schmeiser für seinen Einsatz mit dem Mahatma Gandhi Award geehrt, 2007 wurde dem Ehepaar Percy und Louise Schmeiser der alternative Nobelpreis verliehen.

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Herzlichen Dank an alle Unterstützer: Petition gegen Agro-Gentechnik erfolgreich

Das ist ein klares Signal für gentechnikfreie Lebensmittel: Innerhalb von drei Wochen haben sich mehr als 64.000 Bürgerinnen und Bürger der Petition "Zulassungsbegrenzung/ regionales Anbauverbot von gentechnisch veränderten Pflanzen" angeschlossen. Damit erhält der BÖLW- Vorstandsvorsitzende Dr. Felix Prinz zu Löwenstein die Möglichkeit, die Hintergründe vor dem Petitionsausschuss des Bundestages zu erläutern. Auch wenn dieses erste Ziel nun erreicht ist bleibt es wichtig bis zum 10. Mai 2011 weitere Unterschriften zu sammeln. Denn je mehr Menschen die Petition unterstützen, desto deutlicher wird, wie groß die Vorbehalte gegen gentechnisch veränderte Bestandteile in Lebensmitteln in der Bevölkerung sind. Pollenflug und Bienen lassen sich nicht durch Paragraphen regeln! Dennoch laufen in der EU derzeit Genehmigungsverfahren für 28 neue gentechnisch veränderte Pflanzen, darunter Mais, Kartoffeln und Soja.

Weitere Informationen

Gelbe Karte für die Gentechnik

Die Demokratie wird wieder lebendiger

Dieses Jahr gab es pünktlich zum Beginn der Adventszeit ein nicht unbedingt erwartetes Geschenk. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil Ende November festgestellt, dass das Aussäen von gentechnisch veränderten Pflanzen unerwünschte und sogar schädliche Wirkungen haben kann. Die Richter schlossen sich damit auch der Sichtweise der Naturschutzverbände an, dass sich Gentechnik, die einmal freigesetzt wurde, kaum mehr zurückholen lässt. Dies ist ein wichtiger Meilenstein, um die Interessen der gentechnikfrei wirtschaftenden Bauern und Produzenten zu wahren. Denn das heißt, wer Gentechnik anbaut, muss auch für die Folgen haften, wenn durch deren Aussaat beispielsweise „genfrei“ wirtschaftende Nachbarn ihre Produkte nicht mehr verkaufen können.

Fallbeispiel: Gottfried Glöckner und die Gentechnik

Vor wenigen Tagen erst hatte der Landwirt Gottfried Glöckner auf einer Veranstaltung in der Region seine eigene Leidensgeschichte berichtet. 1997 hatte Gottfried Glöckner begonnen auf 5000 Quadratmetern den Zünsler resistenten Genmais Bt 176 anzubauen. Diesen verfütterte er an sein eigenes Milchvieh. Letztendlich starb sein gesamter Viehbestand. Eine Überprüfung der Futtermittel zeigte, dass unter anderem nach 1,5 Jahren Silolagerung 8300 Nanogramm Bt-Toxin pro Kilogramm im Futtermais waren. Dieses Toxin schädigt den Organismus massiv. Glöckner stand vor einem Scherbenhaufen. Seither setzt sich der Landwirt für eine gentechnikfreie Landwirtschaft ein.

Dieser Fall zeigt auch deutlich, wie Produzenten und Verbraucher hier als „Versuchskaninchen“ missbraucht werden. Weder die Produzenten noch die Verbraucher dürfen in dieser Weise von Konzernen benutzt werden.

Die Demokratie lebt!

Stuttgart 21, die Debatte um die Atomlaufzeitverlängerung und auch die Gentechnikdebatte zeigen, dass die Gesellschaft wieder mitdiskutieren will und Entscheidungen, die über ihre Köpfe hinweg getroffen werden, nicht mehr einfach hinnimmt. Und das ist gut so! Auch die 2. Generation des Internets hat uns eine Reihe neuer Möglichkeiten geschenkt, Bürgerwillen sichtbar zu machen und Bürgerbeteiligung zu leben. Engagieren auch Sie sich für das, woran sie glauben. Es lohnt sich!

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion

Der stille Vormarsch der Gentechnik

Was haben Fleisch, Fisch und Gemüse gemeinsam?

Auf leisen Sohlen schleicht sich die Gentechnik auf unsere Teller. Ob Fleisch, Fisch oder Gemüse – Patente auf Leben und gentechnisch veränderte Lebensmittel sind weltweit auf dem Vormarsch. Die Liste der Produkte wird täglich länger. Mit Inkrafttreten des neuen Gentechnikgesetzes gibt es ein Standortregister über die Freisetzung und den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO). Das Standortregister ist durch EU-Richtlinien vorgeschrieben. Jeder, der GVOs freisetzt oder anbaut, ist verpflichtet, dies dem Standortregister mitzuteilen. In Deutschland sind dort derzeit 27 Versuchsflächen gelistet, auf denen gentechnisch veränderte Kartoffeln, Weizen, Mais, Zuckerrüben und Petunie angebaut werden. In den Medien ist darüber kaum etwas zu lesen. Die Gewinner hinter der Gentechnik – wie Marktführer Monsanto – wissen wohl, dass Informationen ihnen sicherlich eher schaden würden und agieren im Stillen. Oder haben Sie schon einmal eine Werbung gesehen, die die Vorzüge gentechnisch veränderter Produkte anpreist?

Auch auf unseren Tellern haben sich gentechnisch veränderte Produkte schon längst heimisch gemacht. So wurde beispielsweise bei Proben mit Milchprodukten bekannter, konventioneller, deutscher Marken immer wieder gentechnisch verändertes Soja als Futtermittel nachgewiesen. Zwar müssen gentechnisch veränderte Produkte als „gentechnisch verändert“ gekennzeichnet werden, es gibt aber von dieser Kennzeichnung viele Ausnahmen. Sie betreffen vor allem Zusatz- und Hilfsstoffe, aber auch Milch, Fleisch und Eier, bei denen die Tiere gentechnisch verändertes Futter bekommen haben. Auch ein „Sehr gut“ für Lebensmittel bei Ökotest ist keine Garantie für gentechnikfreies Essen!

Gentechnikfrei nur mit Bio

Nur die Biosiegel garantieren gentechnikfreies Essen auf unserem Teller. Hier ist jeglicher Einsatz von gentechnisch veränderten Produkten, auch im Futter, verboten. Dabei gehen die Siegel der Anbauverbände wie Naturland, Bioland oder Demeter noch weit über die die Anforderungen des gesetzlichen EU-Biosiegels hinaus. Mittlerweile gibt es in Deutschland auch noch das Siegel „ohne Gentechnik“. Auch dieses Siegel schließt die Verwendung von gentechnisch veränderten Futtermitteln weitgehend aus.

Wir haben also die Wahl und können auch mit unserem Einkauf ein Zeichen setzen für eine gentechnikfreie Ernährung – zum Wohle unserer Gesundheit, zum Erhalt der Artenvielfalt und zum Schutze unserer Umwelt.

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion

Zukunft säen - Vielfalt ernten!

Saatgut muss Gemeingut bleiben!
Seit Jahrtausenden schaffen Menschen auf der ganzen Welt die Vielfalt der Kulturpflanzen. Sie ist Gemeingut und gehört allen. Dass wir über sie verfügen können, ist grundlegend für das tägliche Brot und unsere Ernährungssouveränität. In vielen Ländern gewinnen, tauschen und verkaufen Bäuerinnen und Bauern bis heute ihr selbst erzeugtes Saatgut.

Die EU will die bestehenden Saatgutgesetze in Europa ändern. Dabei fordern die Saatgutkonzerne u.a. die Patentierbarkeit ihrer eingetragenen Sorten sowie eine starke Einschränkung, wenn nicht gar ein Verbot, aller bäuerlichen, nicht eingetragenen Sorten.

Zehn Konzerne – unter ihnen Bayer und Monsanto – kontrollieren bereits zwei Drittel des weltweiten Saatgutmarktes.

Sie wollen sich das Geschäft mit dem übrigen Markt nicht länger entgehen lassen und ihre eingetragenen Saatgutsorten, die meist nur mit chemischen Düngern, Pestiziden und Bewässerung gedeihen können, der ganzen Welt aufzwingen. Aber nicht diese hochgezüchteten Industrie-Sorten werden die Weltbevölkerung in Zukunft ernähren, sondern die vielfältigen, regionalen und an Klimaveränderungen anpassungsfähigen Sorten.

Die Verhandlungen für das neue europäische Saatgutrecht verlaufen bisher im Stillen zwischen Vertretern der Saatgutindustrie und EU-Funktionären und lassen Schlimmes befürchten.

Um auf das zukünftige Saatgutrecht Einfluss zu nehmen und eine breite Öffentlichkeit für ihre Ziele zu gewinnen hat die IG Saatgut (Interessengemeinschaft gentechnikfreie Saatgutarbeit), die Kampagne „Vielfalt säen!“ ins Leben gerufen.

Die Ziele der Kampagne sind:

  • das Recht, Saatgut aus eigener Ernte zu gewinnen, nachzubauen und weiterzugeben
  • die Förderung regionaler Sortenvielfalt durch Unterstützung der ErhalterInnen und ZüchterInnen biologischer Sorten
  • das Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft
  • keine Patente auf Pflanzen
  • ein neues Saatgutzulassungsverfahren, das GVO- und chemieintensive Sorten ausschließt
  • die Reduzierung des hohen Energieverbrauchs in der Landwirtschaft, der durch Einsatz von Industriesorten, Kunstdünger und Pestiziden, durch Monokulturen und weite Transporte entsteht

Unterschriften-Aktion „Vielfalt säen“
Im Sinne der Ernährungssouveränität wollen wir für gentechnikfreie Saatgut- und Sortenvielfalt eintreten. Deshalb unterstützen wir die Aktion „Vielfalt säen“ der IG Saatgut.

Mit ihrer Unterschrift, die Sie in jedem ebl-Markt abgeben können, unterstützen Sie die oben genannten Ziele.

Mehr Informationen finden Sie unter www.gentechnikfreie-saat.de , www.saatgutkampagne.org oder www.saveourseeds.org


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