Aktuelle Angebote

WeltFAIRänderer 2.0

Gemeinsam für eine bessere Welt

Euro Krise, Banken Krise, Rezession, die Zeichen der Zeit scheinen an vielen Stellen gerade nicht vielversprechend. Fokussiert man seinen Blick aber von den globalen Strukturen auf die lokale Ebene, dann ist weltweit ein Aufbruch zu spüren. Mehr und mehr Menschen beginnen sich zu engagieren, in der Überzeugung, die nötigen Veränderungen müssten den Impuls von der Basis bekommen. Gute Ideen wie z.B. Transition Town oder Urban Gardening pflanzen sich oft rasend schnell rund um den Globus fort. Diese Bewegung ist durch eine gemeinsame Vision verbunden, aber das handeln erfolgt jeweils regional ohne eine zentrale Steuerung. Global vernetzen und voneinander lernen, aber lokal auf die lokalen Bedürfnisse angepasst handeln und entscheiden, so das Motto. Es entsteht so eine Vielfalt jenseits von altbekannten Denk- und Organisationsmustern. Vereine wie „ReDiMo“, die Veggie Day Initiative, Bluepingu und Fairlangen stehen für diese neue Graswurzelbewegung in unserer Region und es gibt viele, viele andere. Zwei dieser noch kleinen, zarten aber schnell wachsenden Pflänzchen möchte ich Ihnen heute vorstellen. Aus meiner Sicht sind es diese Ansätze, die Bewegung in die verkrusteten Debatten von Politik und Wirtschaft bringen.

ReDiMo – Reflexion und Diskussion von Motiven bei Kauf und Konsum e.V.

Hinter diesem etwas sperrig anmutenden Namen steckt ein dynamisches Team junger Menschen, die sich für Transparenz rund um unsere Konsumentscheidungen engagieren. Unter dem Motto „Und was kaufst Du?“ bietet das Team von ReDiMo ein tolles Workshopformat zum Thema „bewusster Konsum“, gerade auch für junge Menschen. Welche Optionen habe ich beim Einkauf? Was ist eigentlich ökologisch und woran erkenne ich das? Das sind nur einige der Fragen, die Gründerin Anna Hielscher und Team bei diesem Workshop Format gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeiten. Auch eine GPS-Rally durch Läden der Nürnberger Innenstadt zum Thema hat das Team entwickelt. Angeregt von Tanja Busses Buch „Die Einkaufsrevolution“ begann Gründerin Anna Hielscher 2008 im Rahmen ihrer Diplomarbeit das Konzept zu „Und was kaufst Du?“ zu entwickeln. Seither hat das Team eine Vielzahl von Workshops mit jungen Menschen durchgeführt und so gerade jungen Menschen die Augen für die vielfältigen Möglichkeiten geöffnet, beim Konsum achtsamer zu sein. 2012 wurde das Projekt mit dem ersten Platz beim Pirckheimer-Preis „Kreativ für globale Gerechtigkeit“ ausgezeichnet. Ein tolles Projekt, von dem wir sicherlich noch viel positives hören werden. Wer mehr zu ReDiMo wissen will findet weitere Informationen unter www.undwaskaufstdu.info.

Willkommen im Stadtgarten Nürnberg

Urbanes Gärtnern ist gerade in aller Munde. Ich hatte ja vor einigen Wochen von diesem Phänomen berichtet. Seit Anfang Mai hat der Nürnberger Stadtgarten in der Wandererstraße in Eberhardshof seine Pforten geöffnet. Das Gelände liegt auf einem ehemaligen Parkplatz der Quelle, das der Verein Bluepingu e.V. zur Zwischennutzung gepachtet hat. In einem Stadtteil, der kaum öffentliche Grünflächen aufzuweisen hat, entsteht hier eine mobile grüne Oase, die zum Mitgärtnern einlädt. So können Menschen aus der Nachbarschaft, egal ob jung oder alt, gemeinsam erleben, wie im Schatten des Quelleturms, der für viele nach der Insolvenz ein Symbol des Niedergangs geworden ist, wieder neues Leben wächst. Ökologisch zu arbeiten ist dabei selbstverständlich. Auch die Gemeinschaft steht hier im Mittelpunkt. Niemand hat sein eigenes Beet. Gemeinsam kümmert sich das Team darum, dass hier neues Leben wachsen kann. Am Ende wird die Ernte dann unter den Mitarbeitern aufgeteilt. Auch Schulklassen sind herzlich willkommen um hier mit der Natur in Verbindung zu kommen. Wer einmal selbst eine Kartoffel gesteckt hat und erlebt, wie daraus die Saat für die nächste Ernte wird, der wird das nicht mehr vergessen und hoffentlich eine neue Wertschätzung für die Wunder der Natur entwickeln.

Es war beeindruckend welche Welle der Hilfsbereitschaft das Gartenteam erfahren hat, als es im Mai losging. Gartenwerkzeuge wurden gespendet. Bio-Bauern aus dem Knoblauchsland spendeten Sand und Erde. Eine Gärtnerei stellte einen Bauzaun zur Verfügung. Ein anderes Nürnberger Unternehmen übernahm sofort spontan eine Patenschaft für 500 Quadratmeter Garten. Auch ein alter Bauwagen und eine kleine Solaranlage wurden uns zur Verfügung gestellt. Saatgut und kleine Obstbäume wurden uns von Gärtnereien gespendet, als es dann losging. Wer heute am Grundstück neben der Wandererstraße 13 vorbeikommt, wird staunen, was aus diesem tristen Parkplatz in wenigen Wochen geworden ist. Kartoffeln wachsen in Reissäcken, eine Kräuterspirale ist entstanden, Zucchini, Tomaten und Salat sind ebenso zu finden wie die ersten Erdbeeren. Und längst ist das Team von Bluepingu hier nicht mehr alleine. Gemeinsam mit Menschen aus der Nachbarschaft, die gleich am ersten Tag zahlreich erschienen waren, wurden Arbeitsgruppen formiert, die sich nun neben den täglichen Pflichten auch gemeinsam über die nächsten Aktionen auf dem Gelände beraten. Da das Gelände nur zur Zwischennutzung gepachtet ist, ist der gesamte Garten mobil angelegt. Alles steht auf Paletten. Auch diese wurden uns von verschiedenen Betrieben in der Region gespendet. So kann der Garten am Ende der Zwischennutzung schnell und problemlos umziehen.

Wer neugierig geworden ist und vielleicht sogar mitmachen möchte, der ist herzlich willkommen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag und Freitags von 16-20 Uhr und Samstags von 14-20 Uhr. Es gibt auch die Möglichkeit, das Projekt durch eine Patenschaft zu unterstützen. Alle Informationen dazu und vieles mehr findet sich auf dem Stadtgarten Blog, der sich unter www.bluepingu.de/stadtgarten findet.

Herzlich grüßt
Ihr Frank Braun für die ebl Redaktion



Nach oben