Agenda 21 Kino Nürnberg: Water makes money
Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Praktisch jeder industrielle Fertigungsprozess und alle Bereiche der Landwirtschaft sind auf das blaue Gold angewiesen, von unserem eigenen Überleben einmal ganz abgesehen. Kurz, ohne Wasser ist Leben und Überleben nicht denkbar und das wird wohl auch immer so sein. Wie Luft ist Wasser also ein Allgemeingut, oder? Darf beim Geschäft mit dem Wasser Gewinnmaximierung das legitime Primärziel sein? Mit dieser Frage beschäftigt sich der nächste Film des Agenda 21 Kinos in Nürnberg. "Water makes money", so der provokante Titel des 2010 entstandenen Films von Leslie Franke und Herdolor Lorenz.
Allgemeinwohl oder Shareholder Value?
"Wassermarkt im Visier", war letzte Woche in den Nürnberger Nachrichten zu lesen. Die in Bonn ansässige Bundesnetzagentur hatte sich für eine einheitliche Regulierung des Wassermarktes in Deutschland ausgesprochen. "Die öffentliche Aufsicht über den Wassermarkt sei leider unzureichend", so der Präsident der Agentur, Matthias Kurth weiter. Der teils eklatante regionale Unterschied der Wasser- und Abwasserpreise sei durch geografische Besonderheiten nicht zu erklären. Verwunderlich ist das nicht!
In Zeiten knapper Kassen bei Bund, Ländern und Kommunen hat die öffentliche Hand in den letzten beiden Jahrzehnten auf der Suche nach neuen Geldquellen nicht nur Telekommunikations- und Energieversorgungsunternehmen privatisiert, sprich verkauft. Auch Bereiche wie die kommunale Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung oder Abfallwirtschaft standen auf der Einkaufsliste globaler Unternehmen und spülte Milliarden in die klammen Kassen der Kommunen. Aber welche Konsequenzen hat die Privatisierung für uns? Unter kommunaler Trägerschaft war der Wasserversorger vor allem zu Qualität und Versorgungssicherheit verpflichtet, unter dem Diktat der Aktionäre ist das primäre Ziel aber naturgemäß Gewinnsteigerung, denn Shareholder denken an Rendite, nicht an Wasserqualität. Shareholder wohnen in der Regel auch nicht vor Ort und sind somit von einer möglicherweise sinkenden Wasserqualität nicht betroffen. Für Shareholder ist Wasser ein Investment. Wenn die Rendite nicht mehr stimmt, wird eben an anderer Stelle investiert.
Anhand von Beispielen aus Frankreich und Deutschland begibt sich der Film auf Spurensuche, wie sich die Privatisierung in den betroffenen Kommunen langfristig auswirkt. Ich denke, es ist wichtig, dass wir diese Zusammenhänge verstehen und uns selbst eine Meinung dazu bilden, ob Privatisierung an dieser Stelle sinnvoll ist. Wollen wir Fragen der Grundversorgung und sozialen Gerechtigkeit dem Diktat der Shareholder unterwerfen? Welche Folgen hat das?
Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit mit Nürnbergs Unmweltreferenten Peter Pluschke und Albrecht Kippes, dem Werkleiter SUN (Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg) zu diskutieren. Zum Abschluss werden wir 20 DVDs des Films im Publikum verlosen. Wie immer ist der Eintritt frei und wie immer können Sie sich frei nach dem Motto "Frühstück und Kino" vor dem Film bei einem bio-fairen Brunch in der benachbarten Creperie Yechet Mad stärken.
Aufgrund der starken Nachfrage sowohl für das Kino, als auch für den Brunch wird um Reservierung gebeten:
Für das Frühstück: Creperie Yechet Mad, Telefon 0911-443947
Für das Kino: Casablanca Kino, Telefon 0911-454824
Das Agenda Kino Nürnberg wird gemeinschaftlich vom Umweltreferat der Stadt Nürnberg, dem Casablanca Kino und Bluepingu e.V., organisiert. Ebl-naturkost macht als Sponsor die DVD Verlosung und den freien Eintritt für diese Kinoreihe möglich.
Kommen Sie vorbei und bilden sich selbst Ihre Meinung.
Water makes Money, 2010, von L. Franke und H. Lorenz
Ort: Casablanca Nürnberg, Brosamerstr. 12, 90459 Nürnberg
Datum: Sonntag, 18. September 2011
Zeit: Brunch 09.30-11.30 Uhr, Film ab 11.30 Uhr
Herzlich grüßt
Ihr Frank Braun im Namen der ebl-Redaktion