Urban Gardening heißt eine neue Bewegung, die in den Metropolen weltweit Menschen begeistert. In Deutschland heißen die Projekte „Prinzessinnengarten“, „Pflanzstelle“ oder „o’pflanzt is“. Alle Projekte vereint der Wunsch, Städte wieder grüner werden zu lassen und Mensch und Natur wieder enger zu verbinden. Auf Hausdächern und Brachflächen mitten in der Stadt sind in den letzten Jahren, beispielsweise in Berlin, Köln, Leipzig, München und Hamburg, grüne Oasen entstanden. So unterschiedlich die Projekte erscheinen, verbindet doch alle die Vision, gemeinsam mit Bürgern vor Ort den tristen, urbanen Brachflächen neues Leben einzuhauchen. Meist sind die Gärten mobil als nomadische Gärten angelegt, denn Brachflächen in Innenstadtlagen werden in der Regel nur als Zwischennutzung an Stadtgärtner vergeben. In Bäckerkisten, Reissäcken und Paletten entstehen so mobile Anbauflächen. So kann der Garten am Ende der Nutzungszeit auf eine neue Fläche weiter wandern.
Natur entdecken, grüne Oasen gestalten –
auch in unserer Region
Auch im Großraum Nürnberg/Fürth gibt es schon einige Stadtgartenprojekte. Die ersten Gärten waren als interkulturelle Gemeinschaftsgärten angelegt. Beim interkulturellen Garten steht neben der Arbeit mit der Natur insbesondere das multikulturelle Lernen, Völkerverständigung und Integration im Mittelpunkt. Der interkulturelle Garten Fürth wurde 2005 gegründet und ist auf der Uferpromenade, Weiherstr. 5, in Fürth zu finden. Der Interkulturelle Garten Nürnberg Langwasser entstand 2009 und befindet sich an der Kreuzung Breslauer-/Glogauerstraße. Neben diesen integrativen Projekten hat zusätzlich eine Gruppe des Bund Naturschutzes auf der Stadtmauer am Hallertor einen Heilkräutergarten eingerichtet, der auch dieses Jahr ab 1. Mai wieder seine Türen für Besucher öffnet.
Der Stadtgarten Nürnberg – ein neues Projekt entsteht
Dieses Jahr bekommt nun auch Nürnberg seinen ersten nomadischen Stadtgarten. Das Konzept des Stadtgarten Nürnberg wurde im April der Öffentlichkeit vorgestellt. Nomadisch – ökologisch – offen, so lässt sich das Konzept des Stadtgartens umschreiben. Auf einer 3500qm großen Brachfläche in Eberhardshof an der Wandererstraße wird der Stadtgarten im Mai seine Pforten öffnen. Bis dahin ist noch viel Arbeit zu erledigen und auch Unterstützer werden noch gebraucht. Hier können auch Sie mitmachen. Wenn Sie gerade Frühjahrsputz machen und dabei überzählige Gartengeräte, ein paar Kubikmeter Erde oder etwa einen Bauwagen entdecken, dann wäre das Stadtgarten Team ein dankbarer Abnehmer.
Bei Interesse im Garten mitzuarbeiten oder um Spenden beizusteuern, schreiben Sie bitte an stadtgarten@bluepingu.de oder per Post an Bluepingu e.V., Entwicklungsteam Stadtgarten, Postfach 190206, 90118 Nürnberg. Wer zumindest gedanklich dabei sein möchte, kann sich stets auf der Webseite www.bluepingu.de/stadtgarten über den Fortgang des Projektes informieren.
Wo Bantam steht, wächst keine Gentechnik
Auch 2012 unterstützt ebl naturkost wieder die Aktion Bantam! ( www.bantam-mais.de ), die von „Save our Seeds“ organisiert wird – eine Initiative zur Reinhaltung unseres Saatguts von Gentechnik durch die Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Bantam Mais ist eine samenfeste Sorte Zuckermais, die sehr bekömmlich ist. Samenfest - im Gegensatz zu Hybrid - bedeutet, dass die Aussaat im wesentlichen die Eigenschaften der Elternpflanze übernimmt. Wer Bantam Mais in kleinen Mengen anbaut, hat zudem meist den Anspruch, über Gentechnik-Mais Projekte in der Umgebung informiert zu werden. Auch wenn der Anbau von Gentechnik-Mais derzeit in Deutschland verboten ist, setzt man durch diese Aktion ein Zeichen gegen Gentechnik und für eine Landwirtschaft mit der Natur anstatt gegen die Natur.
Mitmachen geht ganz leicht! Ab sofort können Sie in unseren ebl-Filialen das Bantam Saatgut kaufen. Sobald Sie das Saatgut angesät haben, können Sie Ihren Standort per Postkarte oder Mail an „Save our Seeds“ melden. Wenn alles gut geht, können Sie dann im September Ihren eigenen Mais in der Milchreife ernten und genießen. Die ersten und schönsten Kolben sollten Sie als Saatgut aufsparen, damit Sie dann 2013 Ihr erstes eigenes Saatgut aussäen können.
Sie sehen, das diesjährige Frühjahr bietet vielfältige Möglichkeiten, die Gartenfreuden auch ohne eigenen Garten zu entdecken. Der indische Dichter und Philosoph Rabindranath Tagore prägte einst folgendes Zitat: „Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.“ In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß!
Herzlich grüßt
Ihr Frank Braun für die ebl Redaktion