Die Spielzeugindustrie ist längst ein globales Geschäft geworden. Ca. zwei Drittel aller Spielwaren werden in Fernost gefertigt. Am 3. Februar beginnt nun wieder die Spielwarenmesse in Nürnberg. Erstmalig wird 2011 auf 250 Quadratmeter Fläche die neu geschaffene Sonderausstellung "Toys go green – natürlich spielen" gezeigt. Dieser neue Bereich soll dem Publikum zeigen, was die Spielwarenindustrie an nachhaltigen Spielwaren zu bieten hat.
Die Spielwarenmesse trägt damit der steigenden Bedeutung des Themas Umweltschutz für den Verbraucher Rechnung. Eine eigens dafür eingerichtete Internetseite informiert unter www.toysgogreen.de , wie Spielwaren und Umwelt ein starkes Team sein können. Die Betonung liegt dabei auf "sein können". Bedenkt man, dass diese Sonderausstellung auf 250 Quadratmetern Platz findet, während die Messe in Summe aber 2700 Aussteller zu Gast hat, so ist das Thema auch hier immer noch ein Nischenprodukt. Positiv ist, dass die Sonderausstellung wirklich ganzheitlich auf die Produkte schaut. Von der Produktion über die Verpackung bis hin zum Inhalt der Spielwaren werden hier positive Beispiele gezeigt. Die Tests der letzten Jahre, die aufgezeigt haben, dass selbst Babyspielzeug noch vor Schadstoffen strotzt, zeigen also langsam Wirkung. Die Frage, die mir dabei aber auch hier wieder bleibt: Was ist mit all den anderen Produkten, die Aussteller auf der Messe zeigen? Warum muss ein Produkt als umweltfreundlich ausgezeichnet werden? Eigentlich müsste es doch anders herum sein: Alle Produkte sollten für Mensch und Umwelt verträglich sein. Wenn Produkte es nicht sind, sollten wir durch Warnsiegel darauf aufmerksam gemacht werden... Schön wärs, aber bis wir soweit sind, liegt noch ein weiter Weg vor uns.
Aber im Ernst: Wir als Verbraucher haben maßgeblichen Anteil daran, dass es jetzt eine solche Sonderschau gibt. Unser Kaufverhalten beeinflusst, in welche Produkte Forschungs- und Entwicklungsgelder fließen und was in Zukunft produziert wird. Wenn wir umwelt- und gesundheitsschädliche Produkte boykottieren und Produktionsbedingungen kritisch hinterfragen, wird die Spielwarenmesse in den kommenden Jahren noch „grüner“ sein!
Wie aber erkennen wir denn öko-rrekte Spielsachen? Auch beim Kauf von Spielwaren spielen im wesentlichen drei Aspekte eine Rolle. Das Spielzeug sollte...
- ... frei von giftigen Inhaltsstoffen sein
- ... unter fairen Bedingungen produziert worden sein
- ... langlebig sein und möglichst wenig Müll erzeugen
Leider gibt es kaum Siegel, die uns bei der Auswahl weiterhelfen können. So gibt es das Fairtrade-Siegel von Transfair auf ein paar wenigen Spielwaren. Der Teddy-Bär der Aktion www.fair-spielt.de ist ein weiteres gutes Indiz für fair produzierte Spielwaren.
Wenn es um Inhaltsstoffe geht, gilt es die Verpackung zu lesen. Bei Plastikspielwaren empfiehlt es sich auf die Hinweise „Phthalatfrei“ oder „PVC-frei“ zu achten. Second-Hand Spielzeug ist sicherlich auch eine ökologisch sinnvolle Alternative. Bei Papier- und Holzspielzeug sollte Spielzeug mit dem Blauen Engel unsere erste Wahl sein. Wenn es das nicht gibt, so ist das FSC-Siegel die zweitbeste Alternative. Hier wurde das Holz dann zumindest aus nachhaltiger Forstwirtschaft beschafft.
Noch ist es für uns Verbraucher schwer, in diesem Dschungel die „grünen Spielwaren“ zu finden, aber mit Ihrer Hilfe, wird sich das in den kommenden Jahren weiter verbessern!
Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion