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Spielerisch die Umwelt entdecken

Vom 1. - 6. Februar findet in Nürnberg die Spielwarenmesse statt. Dann dreht sich alles wieder um die neuesten Spiele für Groß und Klein. Die Nachfrage ist groß und die Messe bis auf den letzten Quadratmeter ausgebucht. Geschätzte 70 % der Spielzeugproduktion kommen heute übrigens aus China.

Klar, Spielzeug soll Spaß machen und im Idealfall auch noch spielerisch Inhalte vermitteln, sei es Kreativität, Wissen oder Fingerfertigkeit. Auswahl für jeden Geschmack gibt es ja genug. Wenn es aber um die Nachhaltigkeit der Produkte in der Produktion geht, gibt es auch in dieser Branche noch jede Menge Nachholbedarf. Die Fragestellungen für die Produktauswahl sind die gleichen, wie in jeder anderen Branche. Wird während der Produktion Mensch und Natur schaden zugefügt? Enthalten die Produkte Schadstoffe, die wir beim Spielen in uns aufnehmen? Wie langlebig ist das Produkt? Ist das Produkt am Ende seiner Lebensdauer recyclingfähig?

Diese Fragen eindeutig zu beantworten ist nicht einfach, zumal oft weder die Produktbeschreibung, noch der Verkäufer die Antworten geben können.

Es gibt auch kein Siegel, dass einen ganzheitlichen Blick auf die Frage wirft, wie nachhaltig ein Spielzeug ist. Immerhin für Teilaspekte gibt es Orientierungshilfen. Da wäre zum einen die Aktion "Fair spielt", der auch das Nürnberger Bündnis "Fair Toys" angehört. Hier geht es um die Beachtung der Menschenrechte und menschenwürdiger Arbeitsbedingungen bei der Spielzeugproduktion. Das Bündnis fordert Spielzeughersteller auf, den Verhaltenskodex des Weltverbandes der Spielzeugindustrie (ICIT) für sich und seine Lieferanten einzuhalten. Auf der Webseite des Bündnisses, www.fair-spielt.de , findet sich eine Liste aller Firmen, die diesen Verhaltenskodex unterschrieben haben. Weit über diesen Kodex hinaus gehen natürlich die Kriterien des fairen Handels. Darüber haben wir ja an dieser Stelle schon mehrfach berichtet. Fraglos ist das Fairtrade Fachgeschäft auch beim Spielzeugkauf 1. Wahl, allerdings ist die Auswahl dort für dieses Segment recht überschaubar.

Holzspielsachen – regional und nachhaltig

Holz ist als Rohstoff für Spiele gerade im Kleinkindbereich äußerst beliebt. Es gibt erfreulicherweise einige Hersteller, die in Deutschland fertigen und Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft der Region verwenden. Ein Beispiel dafür ist die Firma HABA. HABA produziert in Deutschland, setzt ausschließlich zertifizierte Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft ein, recycelt die Holzreste, usw. – ein echter Vorzeigebetrieb, der zeigt, dass sich Qualität, Umweltschutz und Erfolg durchaus verbinden lassen.

Wie erkenne ich Holzspielzeug aus nachhaltiger Forstwirtschaft?

Es gibt zwei Siegel die für Holzprodukte stehen, deren Rohstoff aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Zum einen gibt es das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC), zum anderen das des Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC). Bei beiden Zertifizierungen wird sowohl die Auswirkung auf das Ökosystem, als auch der Rhythmus des natürlichen Baumwachstums berücksichtigt. Beide Siegel stehen aber auch immer wieder in der Kritik. Sicherlich gibt es in diesem System Schwarze Schafe, aber wo gibt es die nicht? Sollen wir deswegen aufhören, das Richtige zu tun? Fakt ist, dass beide Siegel in jedem Fall die richtigen Ziele verfolgen. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, dem seien Produkte mit dem "Blauen Engel" empfohlen. Seit 2009 gibt es den Blauen Engel auch für Holzspielzeug. Der "Blaue Engel" steht für schadstofffreie, gesundheitlich unbedenkliche Holzprodukte und garantiert, dass das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt.

Zum Abschluss noch ein Spieletipp für die großen Kinder

Das Spiel Öko aus dem Öko Spiele Verlag ist wohl ein Klassiker zum Thema. Das Spiel ist wie das wirkliche Leben, am Anfang schwer zu verstehen und sicherlich nichts für eine lustige Geburtstagsfeier. Wer aber das Thema Umweltschutz und Klimawandel mal spielerisch verstehen will und Interesse daran hat, sich in dieses Spiel einzuarbeiten, der hat sicherlich auch seinen Spaß dabei.

Herzlich grüßt
Ihr Frank Braun für die ebl Redaktion



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