Auch diese Woche wollen wir Ihnen wieder einen regionalen Erzeuger aus dem Knoblauchsland vorstellen.
Nach Stationen in Schnepfenreuth und Wetzendorf führt mich mein Weg nach Almoshof. Dort sitzt der Demeter-Betrieb der Familie Höfler, die hier schon in der fünften Generation ihren Hof führt.
Peter Höfler wartet vor seinem neuen Gewächshaus auf mich. Die Höflers sind Almoshofer durch und durch. Gerade komme er aus Ziegelstein von einem Auftritt mit dem Almoshofer Männer-Gesangsverein zurück, so erzählt er mir. Für ihn ist das Engagement für die lokalen Vereine selbstverständlich. Hier ist jeder in allen Vereinen, so Höfler weiter und es ist zu spüren, hier ist jemand daheim, tief verwurzelt und bodenständig im besten Sinne des Wortes. Auch der Kirchweihwagen des Kleintierzüchtervereins steht schon in der Halle und wartet darauf, für die in vier Wochen stattfindende Kärwa hergerichtet zu werden. Natürlich sind die Höflers auch da Mitglied. Auch wenn Almoshof Luftlinie wohl weniger als einen Kilometer von den Wohnsiedlungen in Thon und Ziegelstein entfernt liegt, so wird doch schnell klar, hier ticken die Uhren noch anders. Hier fühlen sich die Menschen noch ihrem Lebensraum verbunden und sehen den nicht als Durchgangsstation. Hier kennt Mann/Frau sich und es wird gemeinsam gefeiert, gesungen und gearbeitet. Es ist schön zu spüren, mit wie viel Überzeugung er von seinem Engagement in den lokalen Vereinen erzählt. In einer Zeit, wo allerorts von der zunehmenden Individualisierung unserer Gesellschaft zu lesen ist, ist das ein wohltuender Kontrast.
Am Anfang steht immer ein Mensch, der überzeugt
Auch bei den Höflers stand am Anfang ihrer Umstellungsgeschichte auf Bio, ein Mensch der überzeugen kann. Fünf Jahre ist es her, dass die Höflers die ersten Flächen auf Demeter umgestellt haben. Auslöser war der Kontakt zum Demeterhof Maier bei Ansbach. Zu dieser Zeit war Höfler nachdenklich geworden, angesichts der immer größeren Mengen an Pestiziden, die er auf seinen Feldern seinerzeit ausbrachte. Das dies für ihn und seine Produkte eigentlich nicht gesund sein konnte war ihm klar. Aber er hatte mit seinem kleinen Betrieb drei Generationen seiner Familie zu ernähren. Würde er durch die Umstellung die Existenz seiner Familie gefährden, so die bange Frage, der er sich stellen musste. Die Begeisterung eines Kollegen bei Ansbach, der schon seit 1978 auf Demeter umgestellt hatte, war dann der letzte Impuls, den es noch gebraucht hatte um die Umstellung anzugehen. Am schwierigsten war es zu Beginn, Abnehmer für die Waren zu finden. Auch die Koexistenz mit konventionellen Bauern im von kleinen Betrieben geprägten Knoblauchsland stellte zu Beginn eine Herausforderung dar, denn praktisch an jeden seiner Äcker grenzt ein konventioneller Betrieb.
Seit 2007 beliefern die Höflers die Läden von ebl-naturkost. Sie bewirtschaften 12 Hektar Ackerland, davon 1,5 Hektar unter Glas. Sie sind reine Gemüsebauern! Aktuell gibt es Gurken, Rucola, Feldsalat, Mixsalat und in den nächsten Tagen werden Tomaten in den ebl-Gemüseabteilungen zu finden sein. Auch Lauch und die ersten Möhren werden wohl nicht mehr so lange auf sich warten lassen.
Frau Höfler war am Anfang ein wenig skeptisch, ob das mit der Umstellung so klappen würde. Schließlich ist der Betrieb die Lebensgrundlage für eine große Familie. Heute ist sie aber überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, schon alleine weil es einfach besser schmeckt, so fügt sie an. Nur einmal in den letzten fünf Jahren gab es einen echten Rückschlag: Damals mussten die Höflers mehrere tausend Feldsalat aufgrund von Befall mit Mehltau vernichten. Zum Schluss zeigen die beiden mir noch ihr neues Gewächshaus, alles auf dem neuestem Stand der Technik. Energieschirme und Vegetationsheizung sind hier selbstverständlich. Die Glaseinheiten im Dach brechen das Licht direkt und streuen es gleichmäßig, so dass kein Schatten entsteht. Gerade bei Rohkost ist der geschmackliche Unterschied gewaltig, wenn man in eine Demeter Gurke beißt im Vergleich zur konventionellen und das kann ich nur bestätigen. Schwups, haben mir die beiden zum Abschied noch drei Gurken gepflückt. Die nächsten Gäste warten schon. Es ist das monatliche Arbeitstreffen des Demeter Arbeitskreis. Einmal im Monat trifft sich dieser bei seinen Mitgliedern. Tapfer, kann ich da nur sagen, denn in 30 Minuten beginnt das Spiel Deutschland – Niederlande. Zwar ist der eine oder andere wehmütige Kommentar in Sachen Fußball zu hören, gekommen sind die Kollegen dann aber doch alle. Es gibt eben wichtigeres im Leben als Fußball, auch wenn das in diesen Tagen nur schwer zu glauben ist.
In diesem Sinne Ihnen allen eine schöne Woche!
Herzlich grüßt
Ihr Frank Braun für die ebl Redaktion