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Petition gegen Agro-Gentechnik erfolgreich!

Herzlichen Dank an alle Unterstützer!

Das ist ein klares Signal für gentechnikfreie Lebensmittel: Innerhalb von drei Wochen haben sich mehr als 64.000 Bürgerinnen und Bürger der Petition "Zulassungsbegrenzung/regionales Anbauverbot von gentechnisch veränderten Pflanzen" angeschlossen und damit die erforderlichen 50.000 Stimmen weit überschritten. Damit erhält der BÖLW-Vorstandsvorsitzende Dr. Felix Prinz zu Löwenstein die Möglichkeit, die Hintergründe vor dem Petitionsausschuss des Bundestages zu erläutern. Auch wenn dieses erste Ziel nun erreicht ist, bleibt es wichtig bis zum 10.05.2011 weitere Unterschriften zu sammeln. Denn je mehr Menschen die Petition unterstützen, desto deutlicher wird, wie groß die Vorbehalte gegen gentechnisch veränderte Bestandteile in Lebensmitteln in der Bevölkerung sind!

Um im Vorfeld noch einmal Hintergründe und Gefahren der grünen Gentechnik zu verdeutlichen, hatte der Bund Naturschutz mit unserer Unterstützung Anfang April 2011 Luise und Percy Schmeiser nach Nürnberg ins Karl-Bröger Zentrum eingeladen. Auch der bayerische Umweltminister Markus Söder war vor Ort um den Standpunkt des Bayerischen Landtags zu vertreten. Davor hatten wir die Schmeisers zu einem Besuch in unseren ebl-Markt Südstadt eingeladen. Nach einer kleinen Führung durch den Markt, nutzten wir die Gelegenheit, ein persönliches Interview mit dem charismatischen Ehepaar zu führen.

Percy und Louise Schmeiser sind Farmer und Saatgutzüchter aus der Provinz Saskatchewan in Kanada. Im August 1998 wurden Sie vom Gentechnik-Konzern Monsanto verklagt, widerrechtlich ihr patentiertes Raps-Saatgut angebaut zu haben. Daraufhin folgte ein fast zehnjähriger juristischer Kampf, den die Schmeisers letztlich mit einer Haftungsklage gegen Monsanto gewonnen haben. Percy Schmeisers Fall steht für viele namenlose Schicksale weltweit, und hat wesentlich dazu beigetragen, die Vorgehensweise Monsantos gegen die Bauern an die Öffentlichkeit zu bringen. 2007 wurde Percy Schmeiser für seine Arbeit mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

Hier ein Auszug aus dem Gespräch (den kompletten Wortlaut finden Sie auf www.ebl-naturkost.de ):

Redaktion: Welche Gefahren sehen Sie auf die biologische Landwirtschaft und Artenvielfalt zukommen, sollte die Null-Toleranz tatsächlich gelockert werden?

P. Schmeiser: Es liegt in der Natur der Gentechnik, dass sie sich unkontrolliert ausbreitet und dass man sie nicht an einem Ort halten kann. Dabei ist es irrelevant ob die Toleranzgrenze 0,9 % beträgt, denn dabei wird es nicht bleiben. Gibt man die Nulltoleranz auf, dann hat man den ersten Schritt gemacht. Danach geht es nur noch um die Ausbreitung und es ist eine Illusion zu glauben, dass man die 0,9 % beibehalten kann.

Redaktion: Es gab in Ihrem Kampf gegen Gentechnik bestimmt auch Momente in denen Sie am liebsten aufgegeben hätten. Woher ziehen Sie Ihre Kraft und Motivation, weiterzumachen?

P. Schmeiser: Es war ein langer Kampf gegen Monsanto, aber es hat sich gelohnt, allein dafür dass ich jetzt hier bin und darüber berichten kann... Im Unterschied zu einer Ölkatastrophe, wo über die Zeit die Schäden behoben werden können, wissen wir bei einer genetischen Verschmutzung nicht, ob und wie wir mögliche Schäden reparieren können.

Wo Bantam steht wächst keine Gentechnik

"Wenn Gentechnik erst einmal eingeführt ist, dann ist es vorbei und wir haben keine Ahnung, wie wir das rückgängig machen können!", so Schmeiser leidenschaftlich zum Abschluss des Gesprächs. Auch mit 80 Jahren hat er nicht aufgegeben für das woran er glaubt zu kämpfen. Percy Schmeiser ist ein Mutmacher und Vorbild für uns alle. Auch wir haben viele Möglichkeiten, einen kleinen Beitrag zu leisten. Pflanzen Sie doch z.B. Bantam Mais in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon. Denn wo Bantam steht, wächst keine Gentechnik. Das Prinzip ist ganz einfach. Wer Mais anbaut hat das Recht, genau zu erfahren, wer in seiner Nachbarschaft Gentechnikmais anbaut. Der Mais muss vor gentechnischer Verunreinigung, z.B. durch Pollenflug von Genmaisfeldern, geschützt werden. So wird der Anbau von Gentechnikmais verhindert. Eine kleine aber wirkungsvolle Aktion, die uns allen die Möglichkeit gibt, einen Beitrag zu leisten. Mehr Informationen zur Aktion finden Sie in unseren Märkten oder unter www.bantam-mais.de .

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion



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