So fragt die Heldin eines Hollywood Thrillers, den ich kürzlich gesehen habe. Aber auch im wirklichen Leben habe ich diese Frage gerade nach dem neuerlichen Lebensmittelskandal immer wieder gehört. Das Vertrauen vieler Verbraucher in die Unternehmer ist nicht sehr hoch, so ist es doch gut, dass bei Bio- und Fairtrade-Produkten ausgefeilte Kontrollsysteme sicherstellen, dass auch Bio bzw. Fair drinsteckt, wo es draufsteht. Aber wie funktioniert das genau?
Das Regelwerk: die Europäische Öko-Verordnung
Zunächst müssen die Spielregeln für eine Kontrolle ja festgelegt sein. Zum einen gelten natürlich auch für alle Öko-Produkte die Vorschriften des Lebensmittel- und Futtermittelrechts. Darüber hinaus regelt die Europäische Öko-Verordnung, wann ein Produkt das Bio-Siegel führen darf. Dabei knüpft die Verordnung an den Basisrichtlinien der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen IFOAM an, in der viele hundert Verbände aus mehr als 100 Nationen organisiert sind. Die Verordnung regelt, wie Erzeugnisse, die als Öko- Produkt deklariert werden, erzeugt und hergestellt werden müssen. Nur Produkte, die diese (Mindest-) Norm erfüllen, dürfen das EU-Bio-Siegel tragen.
Die Spezialisten: die Öko-Kontrollstelle
In Deutschland sind die staatlich zugelassenen privaten Öko-Kontrollstellen für die Kontrolle der Erzeugung und Verarbeitung von Öko-Lebensmitteln zuständig. Eine der renommiertesten Kontrollstellen ist übrigens die Nürnberger BCS Öko-Garantie GmbH. Die Hersteller von Öko-Produkten müssen mit einer der zugelassenen Öko-Kontrollstellen einen Vertrag schließen. Damit verpflichtet sich der Unternehmer in seinem gesamten Produktionskreislauf die Öko-Verordnung einzuhalten. Ein Kontrollprogramm überwacht die Einhaltung der Richtlinien. Bei landwirtschaftlichen Betrieben muss mindestens einmal jährlich eine Kontrolle erfolgen. Aber auch im Einzelhandel wird kontrolliert! So kommt zum Beispiel einmal jährlich ein Kontrolleur zu ebl, der überprüft, dass auch wirklich alle Produkte ein kontrolliertes Bio-Zertifikat besitzen.
Für die Siegel der Anbauverbände (z.B. Demeter, Bioland usw.) gibt es darüber hinaus noch jeweils eigene Kontrollkriterien, die weit über die EU-Verordnung hinausgehen. So geht es bei den Anbauverbänden, wie beispielsweise Naturland, eben nicht ausschließlich um die Frage der Pestizide oder Verwendung von Gentechnik (auch hier gibt es wesentliche Unterschiede). Bei Betrieben die sich den strengeren Richtlinien der Anbauverbände unterwerfen, werden auch Kriterien geprüft, die sich z. B. mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit befassen. Auch haben die Anbauverbände Ihre Richtlinien auf Branchen wie z. B. die Kosmetikbranche erweitert, die von der EU-Verordnung noch nicht erfasst sind. Sie als Verbraucher sollen auch in diesen schnell wachsenden Märkten für ökologische Produkte die Sicherheit haben, dass Öko drinsteckt wo Öko draufsteht!
Natürlich können Richtlinien und Prüfungen nicht verhindern, dass es auch in der Öko-Branche mal ein schwarzes Schaf gibt, aber es lässt sich sicherlich sagen, dass das System aus freiwilliger Selbstverpflichtung und Kontrolle weitestgehend sicherstellt, dass wir mit ruhigem Gewissen auf die Öko-Siegel Vertrauen können. ebl setzt, wo immer es möglich ist, auf Produkte die den strengen Richtlinien der Öko-Anbauverbände verpflichtet sind. Darauf können Sie sich verlassen!
Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion