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Licht ins Dunkel

Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit ist ein Leben ohne künstliche Lichtquellen nur schwer denkbar.

Ok, es bliebe dann viel Zeit zum Schlafen und Nachdenken, aber ansonsten sind wir doch sehr auf das Licht aus der Steckdose angewiesen. Die Entwicklung rund um klassische Beleuchtungsmittel ist rasant, nicht zuletzt getrieben durch das Verbot der herkömmlichen Glühbirne. Aber was ist aus ökologischer Sicht die richtige Alternative, um die alten Glühbirnen zu ersetzen? Ich habe mich auf Spurensuche begeben, um Ihnen zu diesem mittlerweile doch sehr unübersichtlichen Thema einen Überblick zu verschaffen.

Die Energiesparlampe

Die einen verteufeln sie, die anderen empfehlen die Energiesparlampe. Fakt ist, im Vergleich zur klassischen Glühbirne verbraucht eine Energiesparlampe deutlich weniger Strom, spart somit Kosten und hilft unserer Umwelt. Allerdings sind die vorwiegend im Handel erhältlichen Kompaktleuchtstofflampen, so der offizielle Begriff, mit Schadstoffen belastet, können also nicht mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Warum also soll die „gute alte Glühbirne“ gegen diese neue Technologie ausgetauscht werden? Nun, es gibt gute Gründe dafür. So gehen bei der Glühbirne 97 % des Energiebedarfes als Wärme verloren, daher auch der hohe Stromverbrauch. Das ist von der Wirkung in etwa so, wie bei offenem Fenster zu heizen. 97 % der Energie, also auch unseres Geldes für die selbige, gehen einfach so zum Fenster hinaus. Halogenlampen haben immerhin 10 % Lichtausbeute, Energiesparlampen rund 25 %, LEDs sogar 50 %. Einer Hochrechnung zufolge würden wir in Deutschland ca. 6 Milliarden Kilowattstunden Strom sparen, wenn wir auf einmal alle Glühbirnen durch Energiesparlampen tauschten. Das entspricht der Kapazität eines Kohlekraftwerks für ein Jahr. Darüber hinaus ist die Lebensdauer aller Ersatztechnologien, also Halogen, Leuchtstoff und LED, deutlich länger, bei der Energiesparlampe ca. 5-10 Mal länger als die der Glühbirne. Daher ist auch die die CO2 Bilanz aus dem Produktionsprozess trotz der energie- und ressourcenintensiveren Produktion beispielsweise bei der Energiesparlampe besser. Leider halten gerade Billigprodukte gemäß Ökotest nicht immer den angegebenen Stromverbrauch und die angegebene Lebensdauer ein. Was ist aber mit dem Quecksilber und Elektrosmog in der Energiesparlampe? Derzeit haben Energiesparlampen neuer Bauart ca. 2 Milligramm Quecksilber und müssen daher am Ende ihrer Lebensdauer in den Wertstoffhöfen entsorgt werden. Was ich vor der Recherche zu diesem Artikel noch nicht wusste: In Deutschland sind Kohlekraftwerke für zwei Drittel der Quecksilberemissionen verantwortlich, denn beim Verbrennen der Kohle wird das darin gebundene Quecksilber freigesetzt. Da klassische Glühbirnen mehr Strom verbrauchen, setzt ein Verbraucher, der keinen Ökostrom bezieht, mit seinem Verbrauch durch die klassische Lampe mehr Quecksilber frei, als bei der Nutzung der Energiesparlampe entstehen. Wie gesagt, Voraussetzung dafür ist eine korrekte Entsorgung!

Sollte eine Energiesparlampe zu Bruch gehen, lüften Sie sofort den Raum und benutzen sie keinesfalls einen Staubsauger um die Reste zu entsorgen! Suchen Sie sich ein Stück Pappe oder ähnliches um die Bruchstücke „aufzukehren“. Stecken sie die Reste am besten in ein Schraubglas und bringen das Ganze zum nächstgelegenen Wertstoffhof. Deutlich sicherer gegen ein solches Malheur sind Energiesparlampen in Form herkömmlicher Glühbirnen. Dort ist der innen liegende Leuchtstab durch eine zweite Hülle geschützt. In Sachen Elektrosmog sind sich alle großen Institute einig, dass die Belastung weit unter den Grenzwerten liegt. Wer ein Mobiltelefon hat, oder ein drahtloses Netzwerk in Reichweite hat, ist durch diese weit mehr belastet!

Dann wäre da aber noch die Frage der Lichqualität. Leider ist die Lichtqualität von Energiesparlampen stark von der Qualität des Leuchtmittels abhängig. Hier gilt es, die Angaben auf der Verpackung genau zu studieren. Zum einen wird hier der Lumen-Wert angegeben, der aussagt, wie hell eine Lampe strahlt. Eine 60 Watt Glühbirne entspricht z.B. 700 Lumen. Zum anderen wird das Lichtspektrum des Leuchtmittels in Kelvin angegeben. In Kelvin wird angegeben, wie kalt oder warm die Farbe des Lichtes ist. An Plätzen wie dem Wohnzimmer empfiehlt sich Lampen mit der Bezeichung 827 oder 927 zu nehmen, die sich durch gute Farbwiedergabe und warmweißes Licht auszeichnen. Es kommt sicherlich auch darauf an, für welchen Zweck die Lampe verwendet werden soll! Gerade die Verzögerung nach dem Einschalten, bis die Lampe ihre volle Lichtqualität erreicht, kann an Plätzen wie dem Keller, an denen man sich meist nur kurz aufhält, sehr nervig sein. Auch hier gilt, höherwertige Lampen schneiden deutlich besser ab. Häufiges An- und Ausschalten mag die Energiesparlampe ohnehin nicht, dafür sind Halogen- und LED Lampen definitiv die bessere Wahl.

Die Zukunft gehört der LED Lampe

Mein Fazit: LED Technik ist noch teuer, aber hier wird sich sicherlich einiges tun. Gerade dort, wo Sie täglich länger Licht brauchen, kann sich ein Umstellen auf LED schon heute lohnen. Ansonsten lohnt es sich, bei der Energiesparlampe auf die Qualität zu achten.

Wenn Sie der Meinung sind, dass dies alles deutlich zu kompliziert sei und einen echten Vergleich für den Verbraucher schwer oder gar unmöglich macht, dann kann ich Ihnen nur zustimmen. Sie finden im Internet jede Menge Artikel von sogenannten Experten, die der Auffassung von Ökotest, Naturschutzverbänden etc. widersprechen, gerade was die gesundheitliche Belastung durch Energiesparlampen betrifft. Die Bewertung dieser Beiträge können Sie nur selbst treffen.

Etwas Zeit sollten Sie also heutzutage beim Kauf Ihrer Leuchtmittel schon mitbringen, damit Sie am Ende nicht im Dunkeln stehen!

In diesem Sinne, Ihnen allen eine schöne Woche!

Ihr Frank Braun für die ebl Redaktion

 


 

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