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Klimaschutz mit Messer und Gabel

Zurück zum Sonntagsbraten – Bio und regional

Eine ausgewogene Ernährung ist nicht nur gesund, sondern auch ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz. Im Durchschnitt essen wir in Deutschland im Laufe unseres Lebens 22 Schweine, sieben Rinder, 20 Schafe, 600 Hühner sowie zusätzlich etliche Wildtiere. In Summe ist das die unglaubliche Zahl von 229 Millionen Tonnen Fleisch. Glaubt man den Prognosen der FAO (Food and Agriculture Organization), wird sich der Fleischkonsum in den nächsten Jahrzehnten nochmals verdoppeln.

Eine Dokumentation der Welternährungsorganisation FAO zeigt auf, wie sehr unser Konsum von Fleisch und anderen Tierprodukten Klima und Umwelt schädigt. Der Studie zufolge stammen aus der Landwirtschaft global 18 Prozent aller Emissionen des Treibhausgases CO2. Im Vergleich dazu ist der Verkehr als CO2 Verursacher gerade einmal für 13 % des CO2 Ausstoßes verantwortlich. Neben dem CO2 sind es noch die Klimagase Methan (CH4) und Lachgas (N2O), die zur Klimaerwärmung beitragen. Das hochpotente Treibhausgas N2O wird durch die Ausbringung von Kunstdünger auf die Äcker erzeugt.

Für die Viehzucht alleine werden 70 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen beansprucht. Damit ist sie der größte Landnutzer der Erde. Alleine die Futtermittelerzeugung beansprucht ca. 1/3 der weltweiten Ackerfläche. Dabei sind Rodungen von Regenwald zum Anbau von Futtermitteln gang und gebe. Die Regenwälder Brasiliens haben in den letzten 40 Jahren 50 % ihrer Fläche an die Landwirtschaft verloren. Ein Teil der Lösung liegt im Futtermittel. So haben Rinder, die mit Weidegras großgezogen werden, eine um 40 % geringere CO2 Bilanz als jene, die mit Futtermitteln hochgezüchtet werden.

Wir alle können mit unserer Ernährung einen Beitrag zum Klimaschutz leisten

Düngung und Futtermittel sind zwei Pluspunkte für den ökologischen Landbau. Da der ökologische Landbau auf Kunstdünger verzichtet und gerade in Bayern das Vieh einesÖko-Bauernhofes zu einem hohen Anteil auf den eigenen Weiden gefüttert wird, ist hier die Klimabilanz deutlich besser. Auch die kurzen Transportwege wirken sich positiv auf die Bilanz aus. Es empfiehlt sich daher beim Fleischkauf auf regionale Produkte und das Siegel von Bio-Verbänden, wie z.B. Demeter und Bioland, zu achten.

Die "Rückkehr zum Sonntagsbraten" oder zumindest eine deutliche Reduktion des Fleischkonsums ist ein weiterer Beitrag zum Klimaschutz und es ist gleichzeitig gesund für uns. Ein Anfang auf diesem Weg könnte eine alte Tradition sein. In meiner Kindheit war Freitag unser "Fleischlos-Tag". Das war damals noch weitverbreitet. Heute versuchen Menschen weltweit diese Tradition wiederzubeleben. Veggie Day nennt sich diese Initiative heute. So hat z.B. die Stadt Gent (240.000 Einwohner) einen "Veggie Day" eingeführt. Jeden Donnerstag bieten dort mehr als 100 Gastronomen, alle kommunalen Küchen und zehntausende von Bürgern nur vegetarische Gerichte an. Würden sich alle Bürger Gents für einen Tag der Woche vegetarisch ernähren, so würde dies die Emissionen von 18.000 Fahrzeugen wettmachen.

Ein kleiner Schritt für uns, aber ein messbarer Beitrag für den Klimaschutz!

Mittlerweile hat sich auch in Nürnberg ein Bündnis für einen vegetarischen Donnerstag formiert. Ziel ist es, das erfolgreiche Modell der Stadt Gent zu kopieren. Aber wir müssen ja nicht darauf warten, sondern können gleich im Kreise unserer Familie unseren persönlichen "Veggie Day" einführen.

Ihr Frank Braun für die ebl Redaktion



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