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Gedanken zum Welt-Verbrauchertag

Am 15.03. war Welt-Verbrauchertag. Seit 1983 erinnern weltweit Verbraucherschutzorganisationen an unsere Rechte als Konsument. EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva formulierte das einmal folgendermaßen: "Es sind die Verbraucher, die den Markt bestimmen. Es sind die Verbraucher, die den Wettbewerb antreiben. Scheuen Sie sich also nicht, auszuwählen, den Anbieter zu wechseln, Fragen zu stellen und ihre Rechte einzufordern."

So formuliert hört sich das wirklich toll an. Der Verbraucher als Steuermann der Wirtschaft, ja unserer Gesellschaft, könnte man überspitzt sagen. Aber nicht erst die Diskussion um den "Bio-Sprit" Super E10 oder der Dioxin-Skandal zeigen, dass dies wohl eher als eine Vision zu verstehen ist. Die Realität sieht oftmals doch anders aus. Wie könnte es sonst dazu kommen, dass die Regierung einen Sprit einführen will, dies als Umweltschutzmaßnahme verkauft, aber keiner diesen Sprit kaufen will? Wurden wir Verbraucher in diese Entscheidung mit einbezogen? Wurde die Bevölkerung im Vorfeld wenigstens über die Gründe der Einführung informiert? Leider hat dies nicht stattgefunden. Dann darf es auch nicht verwundern, wenn die gewünschte Begeisterung für das neue Produkt ausbleibt, zumal der Nutzen für Mensch, Natur und Auto an dieser Stelle mehr als zweifelhaft ist.

Das Beispiel zeigt: Wir werden an vielen Stellen immer noch wie unmündige Konsumenten behandelt, die brav ihre Euros auf den Tisch legen sollen, aber ansonsten nicht gefragt werden. Da bedarf es eines Umdenkens, sowohl bei Politik und Wirtschaft, als auch bei uns, denn wer Rechte fordert, der muss auch Mitverantwortung übernehmen. Michael Braungart, Cradle to Cradle, hat es so formuliert "Wir sollten uns nicht als Verbraucher, sondern als Co-Produzenten sehen. Das heißt, sich mitverantwortlich für die Produkte zu fühlen, die wir einkaufen."

Die Zeit ist reif! Unsere Kommunen sind überschuldet, das einseitig auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaftsmodell stößt mehr und mehr an seine Grenzen. Jetzt gilt es, daraus zu lernen und neue Wege zu gehen. Wenn Firmen durch den gesamten Lebenszyklus Verantwortung für ihre Produkte übernehmen müssen, haben schadstoffbelastete Produkte und ausbeuterische Produktionsbedingungen usw. ausgedient. Diese negativen Konsequenzen der Wegwerfgesellschaft, die wir derzeit über Subventionen und über unser Sozialsystem in Form von steigenden Gesundheits- und Sozialausgaben zahlen, dürfen nicht aus der Preiskalkulation ausgelagert werden. Ein Produkt soll das kosten, was es uns kostet! Dann wird der Preis ein echter Gradmesser für die Qualität eines Produktes.

Um in der Sprache der Wirtschaft zu sprechen, wir Konsumenten sind alle Anteilseigner an unserer Gesellschaft und haben somit das Recht, aber auch die Verantwortung mitzuwirken. Ansätze wie Cradle-to-Cradle, regenerative Energien und Unternehmen, die Verantwortung für Mensch und Umwelt übernehmen, machen mir Mut. Wenn wir gemeinsam durch unser Konsumverhalten und durch aktive Beteiligung am öffentlichen Leben anfangen wie Co-Produzenten zu leben, ist mir nicht bange, dass die notwendigen Veränderungen sich Schritt für Schritt einstellen werden. Der Welt-Verbrauchertag erinnert uns daran und will uns Mut machen.

Machen Sie mit!

Ihr Frank Braun für die ebl Redaktion



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