"Die Kuh ist kein Klima-Killer - Wie die Agrarindustrie die Erde verwüstet, und was wir dagegen tun können" (erschienen im Metropolis Verlag) schreibt die Schriftstellerin Anita Idel in ihrem neuen Buch und räumt darin mit dem altbekannten Vorurteil auf, dass die Viehhaltung per se für die Zerstörung unseres Klimas verantwortlich ist. Sie ist es nicht, wenn sie verantwortungsbewusst, sprich extensiv und nachhaltig betrieben wird.
Darin liegt nämlich das Problem der konventionellen Viehhaltung. In der heutigen Zeit hat sich unser Konsum dahingehend entwickelt, dass Fleisch längst nicht mehr nur als Sonntags-braten den Weg auf unsere Teller findet. In den Industrienationen sind es ca. 200 Gramm, die im Schnitt jeder von uns täglich an Fleisch konsumiert. Das ist weder für uns und das Klima gesund, noch kann man die Massentierhaltung, die nötig ist, um solche Mengen zu produzieren, artgerecht nennen. Sie ist für den weitaus größten Teil der Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft verantwortlich.
Wenn wir hingegen Fleisch aus Öko-Landbau kaufen, dann ist dies für unsere Gesundheit und die Tierhaltung eine deutlich bessere Alternative. 100 % Öko-Fleisch ist eine der Visionen, die wir unterstützen sollten hin zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Die Sache hat allerdings einen Haken, nämlich den vergleichsweise höheren Preis von Bio-Fleisch, der viele Konsumenten davon abhält, sich beim Einkauf dafür zu entscheiden. Der Preisunterschied ist aber völlig logisch, denn er garantiert all die Vorteile der ökologischen Viehhaltung und Schlachtung wie Umweltschutz, Tierschutz, höhere Qualität und besserer Geschmack. Die Frage darf nicht lauten: Warum ist Bio so teuer? Richtig wäre: Warum ist konventionell so billig? Wer sich die Fleischpreise im Discounter ansieht, der kommt zwangsläufig zu dem Schluss: Davon kann kein Erzeuger leben! Es sei denn, er produziert mit riesigen Fabriken, bei denen aber alles auf der Strecke bleibt, was gesunden und vernünftigen Fleischkonsum ausmacht.
Also greifen wir lieber zum Biofleisch. Doch auch dann ist es angebracht, unser Konsumverhalten rund um das Fleisch zu überdenken. Fleisch braucht wieder einen anderen Stellenwert in unserer Ernährung. Und da bietet die weltweit um sich greifende Idee eines Veggie-Tages uns eine einfache aber sehr konkrete Möglichkeit an, hier selbst einen ersten Schritt zu gehen und unseren Fleischkonsum zu reduzieren. Auch in Nürnberg hat sich ein Bündnis formiert, um einen vegetarischen Donnerstag in Kantinen, Mensen, Restaurants und natürlich auch in unseren privaten Küchen einzuführen. Das hört sich doch machbar an, oder?
Vegetarischer Donnerstag – einmal die Woche ohne Fleisch
Mir gefällt diese Initiative sehr gut. Ich bin selbst auch kein Vegetarier, habe aber meinen Fleischkonsum in den letzten Jahren beständig reduziert. Der vegetarische Donnerstag hilft uns konkret und einfach, sich selbst auf den Weg zu machen. Und wenn der Donnerstag mal nicht passt, weil die Oma zum Geburtstagsbraten einlädt, dann ist es eben ein anderer Tag. Ich denke auch hier geht es darum, mit kleinen, machbaren Dingen selbst einen Beitrag zu leisten und wenn dies viele von uns tun, wird daraus ein spürbarer Effekt für Mensch und Umwelt. Nach dem Motto: Lieber etwas weniger Fleisch, dafür aber aus ökologischer Produktion. Und Sie werden sehen, der bewusste Verzicht erhöht den Genuss!
Wenn Sie mehr zur Nürnberger Veggie-Tag Initiative wissen wollen:
www.nuernberg.donnerstag-veggietag.de
Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion