Adventszeit - Zeit der süßen Überraschungen
Nun beginnt sie wieder, die wohl romantischste Zeit des Jahres. Plätzchenduft weht abends durch die Straßen, es riecht nach Zimt, Anis und anderen Köstlichkeiten, Räucherstäbchen und Kerzen haben Hochkonjunktur. Den Kindern fällt das Aufstehen auf einmal ganz leicht, denn die Neugier ist groß, was das nächste Türchen des Adventskalenders für sie versteckt hält. Am 5. Dezember werden dann freiwillig die Stiefel geputzt und voller Vorfreude schlafen unsere Kleinen ein, um den Nikolaus zu erwarten. Wohl in keiner anderen Zeit des Jahres dürfen Kinder so viel Schokolade und andere Süßigkeiten essen, wie in den Advents- und Weihnachtstagen.
Erfreulicherweise haben wir bei Süßigkeiten mittlerweile eine große Auswahl an süßen Köstlichkeiten für den Advent sowohl mit dem Bio- als auch mit dem Fairtrade-Siegel. Bio ist wichtig um Natur und Mensch im Produktionsprozess gesund zu halten. Mit dem Kauf eines fair gehandelten Produktes sorgen wir für bessere Lebensbedingungen bei den Produzenten und das sollte gerade bei Advents- und Weihnachtsartikeln eine Selbstverständlichkeit sein. St. Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt, ist für mich so etwas wie die vorweihnachtliche Erinnerung daran, dass fair handeln bei jedem von uns anfängt. Mit dem Kauf fair gehandelter Produkte teilen wir auch ein klein wenig mehr von unserem "Mantel" mit Menschen, die nicht das Glück haben, in unserem Wohlstand groß geworden zu sein.
Warum das wichtig ist, möchte ich am Beispiel der Schokolade einmal aufzeigen. Am Anfang einer Tafel Schokolade steht der Kakao. In mehr als 30 Entwicklungsländern wird Kakao angebaut. Ca. 14 Millionen Menschen bestreiten ihren Lebensunterhalt mit seiner Produktion. Gerade in Afrika und Lateinamerika ist Kakao die Haupteinnahmequelle für viele Familien. Schätzungsweise 90 % des Anbaus stammen aus Familienbetrieben mit Anbauflächen von weniger als 5 Hektar, was erst einmal positiv ist. Allerdings wissen diese Bauern in der Regel nicht, wie viel ihr Produkt auf dem Weltmarkt tatsächlich wert ist. Diesen Umstand nutzen Zwischenhändler oft aus und zahlen Preise weit unter dem Marktwert. Die niedrigen Preise haben wesentlich dazu beigetragen, dass in Regionen wie Westafrika, wo Kakao eine Haupteinnahmequelle ist, Kinder- und Sklavenarbeit beständig anwächst. Laut UNICEF mussten 2008 60 Millionen Kinder in Afrika südlich der Sahara arbeiten. Die Fairtrade Standards schließen illegale Kinderarbeit aus und bezahlt den Bauern für ihre Produkte einen festen Mindestpreis, unabhängig von den auch durch Spekulanten mitverursachten Preisschwankungen an den Rohstoffbörsen. Auch hilft der Faire Handel, dass sich die Kleinbauern zu Kooperativen zusammenschließen, um gemeinsam am Markt zu agieren. Über solche Kooperativen werden dann auch Teile der Einnahmen für Schulen und Gesundheitswesen bereitgestellt. Mittlerweile gibt es mehr als 50 solcher Produzentenorganisationen in Afrika und Lateinamerika.
Während der Kakao-Anbau hauptsächlich in tropischen Regionen in den Ländern des Südens stattfindet, spielt sich der Großteil der Weiterverarbeitung und des Konsums von Kakao-Produkten in den Industrieländern ab. Damit haben wir als Konsumenten eine wesentliche Mitverantwortung oder, positiv ausgedrückt, die Chance, etwas gegen diese globalen Missstände zu tun. Natürlich kann der Faire Handel alleine nicht alle Probleme lösen, die es in unserer globalisierten Welt gibt, es ist aber sicherlich ein Stück gelebte Solidarität, ein Stück UmFAIRteilung mit den Menschen, die täglich ums Überleben kämpfen.
Es sind die kleinen Schritte, die große Veränderungen möglich machen. Achten Sie also bei Ihrem Einkauf von Schokolade und anderen Produkten aus der Einen Welt auf das Fairtrade Siegel.
Einen besinnlichen Start in die Adventszeit wünscht
Ihr Frank Braun für die ebl Redaktion