Täglich gibt es neue Meldungen zum Dioxin-Skandal. Die Verunsicherung bei den Verbrauchern ist groß. In unseren Bio-Fachmärkten sind Eier mittlerweile Mangelware, denn die Bauern können natürlich kurzfristig kaum auf die gestiegene Nachfrage reagieren. Ob die Verbraucher aber langfristig ihr Kaufverhalten umstellen, auch wenn der Dioxin-Skandal aus den Medien verschwunden ist, ist fraglich. Unsere Bauern können aber verständlicherweise nur bei einer dauerhaft gestiegenen Nachfrage ihre Kapazitäten ausweiten, wollen sie nicht ihre eigene Existenz gefährden. Da es doch viele Fragen unserer Kunden zum Thema gibt, wollen wir Ihnen heute ein wenig Einblick in die Welt der Eier bei uns geben.
Alle Eier, wie auch unser Fleisch, werden ausschließlich von Bio-Höfen bezogen, die einem der deutschen Öko-Verbände (z.B. Demeter, Bioland, Biokreis, Naturland) angehören. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) hat zu den Dioxin-Vorfällen folgende Pressemitteilung publiziert: "Im Öko-Landbau sind isolierte Fettsäuren, die im aktuellen Fall Quelle für die Kontamination von Futter mit Dioxin waren, nicht erlaubt. Unter den gesperrten Betrieben ist kein Bio-Betrieb", so Alexander Gerber, Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Betriebe, die einem der deutschen Öko-Verbände angehören, dürfen grundsätzlich keine konventionellen Pflanzenöle einsetzen. "Verbraucher können deshalb unbesorgt weiterhin Eier und Fleisch aus ökologischer Erzeugung kaufen", so Gerber.
Unsere Eier stammen aus drei Betrieben in der Region, die wir Ihnen bei dieser Gelegenheit einmal vorstellen möchten:
Der Demeter-Hof Wendler in Oberkrumbach hat rund 3000 Hühner, aufgeteilt in zwei Gruppen. Demeter hat strenge Richtlinien, was die Haltung von Tieren betrifft, um eine artgerechte Haltung sicherzustellen. Maximal 6 Hühner je Quadratmeter sind nach Demeter- Richtlinien erlaubt. "Platz ist wichtig, denn Hühner haben eine ausgeprägte Hackordnung, so Wendler, wenn Sie ihren Rang nicht durch unterschiedlich hohe Sitzplätze zeigen können, gehen sie aufeinander los". Da Öko-Legehennen die Schnäbel – ebenso wie die Flügel – nicht gekürzt werden, ist eine artgerechte Haltung von enormer Bedeutung. Das Futter für seine Hennen baut Wendler selbst an. Insgesamt bewirtschaftet der Betrieb 40 Hektar, auf denen er unter anderem Weizen und Erbsen in Demeter Qualität anbaut.
Ein weiterer unserer Partner ist der Naturland-Hof Schwarz in Kallmünz . Seit 1992 wirtschaftet Werner Schwarz nach den Richtlinien von Naturland. Schwarz hat zwei Gruppen a 1800 Legehennen. Sein Futter entspricht streng den Naturland-Richtlinien.
Unser dritter Lieferant ist der Bioland-Hof Pilhofer aus Neukirchen . Harald Pilhofer hat vier Ställe mit je 3.000 Hühnern. Er bewirtschaftet darüber hinaus ca. 50 Hektar Futterfläche für seine Hühner. Das Bio-Futter kommt hier zu 100 % aus eigenem Anbau. Harald Pilhofer mischt sein Futter selbst, betont er, denn nur so weiß er, was im Futter drin ist.
Der Preis- und Margenkampf im konventionellen Einzelhandel lässt artgerechte Tierhaltung nicht nur bei Hühnern nicht mehr zu. Der Besuch einer konventionellen Hühnerfarm ließe wohl so manchem auf Dauer den Appetit vergehen. Wir als Verbraucher können die Bedingungen, unter denen Tiere für die Erzeugung von Milch, Eiern, Käse, Fleisch etc. gehalten werden, maßgeblich mit beeinflussen. Dafür ist es notwendig, Aufklärung über die Unterschiede im Öko-Landbau im Vergleich zu konventioneller Viehwirtschaft hervorzuheben. Dabei geht es um mehr als nur um unsere Gesundheit und den Tierschutz. Vergiftung von Grundwasser und Böden, Gentechnik und der Gebrauch von Zusätzen wie Konservierungsstoffen im konventionellen Bereich sind weitere gute Argumente, seine Ernährung zu überdenken. Bis zu 20 Kilogramm an künstlichen Nahrungsmittelzusätzen, wie Konservierungsstoffe oder Aromen, konsumiere der Durchschnittsdeutsche bei konventioneller Ernährung, so habe ich kürzlich im Fokus gelesen.
In diesem Sinne, stimmen Sie auch weiterhin konsequent bei Ihrem Einkauf ab!
Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion