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Demeter

Bio-dynamische Qualität seit 1928

Im Juni 1924 hielt ein gewisser Rudolf Steiner im schlesischen Koberwitz acht Vorträge mit der Überschrift "Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft". Die ersten fünf Vorträge befassten sich dabei mit den Bedingungen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Im einleitenden Teil dieser Vortragsreihe sagt Rudolf Steiner: "Gerade die Landwirtschaft ist ja auch in einer gewissen Weise betroffen, in ernstlicher Weise betroffen worden durch das ganze neuzeitliche Geistesleben. Sehen Sie, dieses ganze neuzeitliche Geistesleben, hat ja insbesondere in Bezug auf wirtschaftlichen Charakter zerstörerische Formen angenommen, deren zerstörerische Bedeutung von vielen Leuten heute noch kaum geahnt wird". Dieses Zitat hat leider nichts an Aktualität verloren.


Vier Jahre nach seiner Vortragsreihe wurde 1928 das Demeter Warenzeichen eingeführt. Schon 1931 hatten sich mehr als 1000 Höfe der biologisch-dynamischen Bewirtschaftung verpflichtet. Mittlerweile sind es weltweit über 4500 Betriebe mit rund 142.000 Hektar Fläche, die nach den Demeter Richtlinien wirtschaften. Die von Demeter favorisierte biologisch-dynamische Wirtschaftsweise gilt auch heute noch als die nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung. So wächst bei biologisch-dynamischer Landwirtschaft die Humusschicht kontinuierlich. Auch sind hier keine synthetischen Dünger und keine chemischen Pflanzenschutzmittel erlaubt. Die strengen Richtlinien werden dabei vom Anbau bis zur Verarbeitung lückenlos überwacht. Demeter Bauern betrachten ihren Hof als lebendigen, einzigartigen Organismus. Das beobachten der Natur und arbeiten mit der Natur ist hier Grundlage aller Entscheidungen. Auch die kosmischen Rhythmen, wie z. B. Ebbe und Flut werden berücksichtigt, denn diese beeinflussen nachweislich die Pflanzen- und Tierwelt.

Mittlerweile gibt es im Lebensmittelbereich mehr als 3000 Produkte mit dem Demeter Siegel. Aber auch bei Mode und Kosmetika gibt es ein beständig wachsendes Angebot. Beim Vertrieb achtet der Trägerverein Demeter e. V. darauf die Produkte nur in qualitätsorientierten Läden anzubieten, insbesondere Hofläden, Naturkostfachgeschäfte und Reformhäuser.

Demeter setzt entgegen aller Globalisierungstrends weiterhin auf das Konzept der "Glokalisierung". Dieses, aus den Begriffen Globalisierung und Lokalisierung gebildete Wort steht für ein System, dass diese beiden, scheinbar widersprüchlichen Ansätze als sich ergänzende Modelle miteinander zu verbinden sucht. Der Schutz bäuerlich-handwerklicher Kultur vor Ort und die nachhaltige Sicherung regionaler Strukturen sind daher bei Demeter Prinzip.

Demeter behält dabei den Menschen und seine Bedürfnisse im Blick und wird der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Verantwortung gleichermaßen gerecht. Faire Preise und soziale Verbindlichkeit sind bei Demeter ein Bestandteil des ganzheitlichen Ansatzes.

Es ist schön zu sehen, wie seit 1924 die Vision eines Menschen Flügel bekommen hat und sich rund um den Globus verbreitet. Bleibt zu hoffen, dass in nicht allzu ferner Zukunft die Grundsätze des ökologischen Landbaus zum Standard werden und die konventionelle Landwirtschaft zum argwöhnisch beäugten Nischenprodukt wird. Wir haben es gemeinsam in der Hand, auch diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen!

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion



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