Am 05. September hat die schwarz-gelbe Regierung gemeinsam mit den großen Energiekonzernen beschlossen, den vereinbarten Ausstieg aus der Atomkraft rückgängig zu machen. Gerade auch unsere Region ist von diesem Beschluss stark betroffen, denn im Radius von 200 Kilometern rund um Nürnberg gibt es vier AKW Standorte. In Bayern kommen zwei Drittel des Stroms aus AKWs, im Bundesdurchschnitt liegt der Anteil bei nur einem Drittel.
Wer profitiert eigentlich von dieser Entscheidung?
Vor allem die Betreiber der AKWs, die bei längeren Laufzeiten aus abgeschriebenen Anlagen enorme Profite erwarten können. Eine Preissenkung für den Verbraucher ist hingegen nicht zu erwarten. Die Folgekosten soll aber die Gesellschaft, also wir, tragen. Gerade auch die Frage der Endlagerung von Atommüll ist völlig unklar. Verständlicherweise will den niemand vor seiner Haustür haben, aber wohin damit?
Was meinen Sie?
Wird dieser Ausstieg vom Ausstieg von einer Mehrheit in der Bevölkerung mitgetragen? Vor gut einer Woche hatten sich mehr als 100.000 Menschen in Berlin versammelt, um gegen diese Entscheidung zu protestieren. In einer Umfrage der Zeitung „Die Zeit“ zum Thema waren 77 % der Befragten gegen eine Laufzeitverlängerung von 15 Jahren oder mehr. 48 % der Befragten wollten die Laufzeiten der Kernkraftwerke gar nicht verlängern, 29 % höchstens für zehn Jahre. Das zeigt, dass es hier noch Gesprächsbedarf gibt!
Es ist wichtig, dass wir alle uns gemeinsam für wesentliche Weichenstellungen in unserem Land verantwortlich fühlen. Das gilt für Atompolitik genauso, wie beispielsweise für die Frage der Gentechnik oder der sozialen Gerechtigkeit.
Gibt es Alternativen zu dieser Entscheidung?
Dass es Alternativen zu Kohle und Atomstrom gibt, ist mittlerweile unstrittig. Windräder, Sonnenkollektoren und Wasserkraftanlagen gibt es inzwischen in ganz Franken. Markt Egloffstein in der fränkischen Schweiz lebt ein alternatives Energiekonzept schon heute vor. Dort beziehen über 95 % der Anwohner ihren Strom aus regenerativen Energien. Wind, Wasser, Sonne und Erdwärme wären bei konsequentem Ausbau der Netze in der Lage, schon in wenigen Jahren den Energiebedarf abzudecken.
Energiewende - Was können wir tun?
Wir haben es in der Hand, durch unser eigenes Verhalten zu einer zukunftsweisenden Energiepolitik beizutragen. Schon kleine Dinge können hier einen Beitrag leisten. Ein erster Schritt ist zum Beispiel der Umstieg auf Ökostrom. Je mehr Kunden umsteigen, desto größer wird der Druck auf die Regierung! Mehr zum Thema finden Sie unter www.echter-ökostrom.de .
Übrigens findet in München am 09.10.2010 die zentrale Kundgebung gegen Atomkraft in Bayern statt. Infos unter: www.anti-atom-bayern.de
Im Sinne einer Gesellschaft mit Zukunft wünschen wir uns eine lebendige Demokratie und ein atomstromfreies Bayern!
Ihr Frank Braun