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Apfelzeit

Apfelgenuss 2011 - was uns erwartet

"One Apple a day keeps the doctor away", so werden jedem amerikanischen Kind schon im Kindergarten die Vorzüge des Apfels schmackhaft gemacht. In der Tat ist der Apfel ein wahrer Jungbrunnen. Über 30 Vitamine und Spurenelemente, 100 bis 180 Milligramm Kalium und viele andere wertvolle Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium, Magnesium oder Eisen trägt ein durchschnittlich großer Apfel in und unter seiner Schale. Dabei besteht er zu 85 Prozent aus Wasser und hat nur rund 60 Kilokalorien. Er ist gut zu Zähnen und Darm, Trauben- und Fruchtzucker liefern schnell Energie, so lässt sich über den Apfel bei www.Gesundheit.de lesen. Es steckt also sehr viel Wahrheit in dem amerikanischen Kinderspruch.

Vermutlich hat der Apfel seinen Ursprung im Kaukasus und der Himalaya Region. Die Frucht galt schon in frühester Zeit als Heilmittel. So wird der Apfel schon in einer alten babylonischen Schrift aus dem 8. Jahrhundert vor Christus erwähnt. Auch in Franken hat der Apfel eine lange Tradition. Gemäß dem fränkischen Obstbauern Verband werden in Franken mehr als 40 Sorten dieser köstlichen Frucht angebaut. Dieses Jahr hat die Apfelernte bereits Ende Juli mit den Frühsorten wie Ambassy und Delbarestivale begonnen. Die ersten Elstar Äpfel gibt es seit Anfang September. Den Abschluß machen dann Ende Oktober die Sorten Idared und Braeburn.

Das Wohl und Wehe der Apfelernte hängt, wie die gesamte Landwirtschaft, stark vom Wetter ab. In diesem Jahr traf das für die Apfelernte in besonderem Maße zu. Denn abhängig von der Höhenlage der Bäume, hatte der Frost Anfang Mai ganze Ernten vernichtet. Da machten teils einige Höhenmeter den Unterschied zwischen Totalausfall und Überbehang. Betroffen davon war leider auch einer der Apfellieferanten von ebl-naturkost, der Bioland-Hof Eckert. Ich habe mit Markus Eckert über die diesjährigen Ernte gesprochen.

Die Eckerts ernten in normalen Jahren 100 bis 120 Tonnen Äpfel. In diesem Jahr wird es maximal eine Tonne sein. Wie es dazu kam, schildert mir Markus Eckert folgendermaßen: "In der Nacht vom 3. auf den 4. Mai gab es Temperaturen von -5° C, allerdings nicht den üblichen Bodenfrost, sondern Strahlungsfrost, das heißt die Kälte hängt auch in höheren Luftschichten. Während der Bodenfrost meist die Baummitte verschont, wird beim Strahlungsfrost der ganze Apfelbestand vernichtet.". Eckert und sein Team hatten die ganze Nacht gearbeitet, doch der Schaden war nicht mehr abzuwenden. So steht Eckert praktisch ohne Apfelernte da. Hätte der Betrieb nicht schon lange auch ein zweites Standbein mit dem Hopfen etabliert, so hätte dieser Ernteausfall die Existenz des Hofes gefährdet. So sind aber erst einmal einige geplante Investitionen aufs nächste Jahr verschoben.

Im 15 Kilometer entfernten Weingarts sah die Welt schon wieder anders aus, dort hängen die Bäume voller Äpfel. Licht und Schatten sind eben oft sehr nah beieinander. Aber Eckert ist schon wieder voller Mut und Zuversicht, denn die Hopfenernte wird wohl dieses Jahr gut werden.

In den ebl-Märkten gibt es daher leider keine Äpfel vom Hof der Eckerts. Glücklicherweise sind aber die anderen Lieferanten vom gleichen Schicksal verschont geblieben. So ist die Versorgung mit leckeren Äpfeln gesichert. Die Äpfel kommen wie auch schon in den vergangenen Jahren von den Demeter-Höfen Augustin aus dem Alten Land und aus dem Vinschgau von Franz Pfeifhofer und Josef Tinzl.

Menschen wie Eckert zu begegnen gibt auch mir immer wieder Mut und Zuversicht. Mir fällt dazu Erich Kästners berühmtes Zitat ein: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es". In diesem Sinne schicke ich unseren Bauern ein herzliches Dankeschön, für den immer wieder reich gedeckten Tisch in unserer Heimat.

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion



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